Jakob I.                                            König von Zypern (1382-1398)
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um 1331 9.9.1398
 

Jüngster Sohn des Königs Hugo IV. von Zypern aus dem Hause POITOU-LUSIGNAN aus seiner 2. Ehe mit der Alice von Ibelin, Tochter von Seneschall Guido
 

Thiele, Andreas: Tafel 179
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

JAKOB I. DE LUSIGNAN
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* 1328, 1398

Sohn des Königs Hugo IV. von Cypern-Jerusalem

Jakob I. war wie die Brüder Peter I. und Johann durch die väterliche Fürsorge gut ausgebildet, war kraftvoll, martialisch, tat sich als tapferer Kämpfer hervor, war aber auch sehr ehrgeizig, rücksichtslos und intrigant, eine stattliche Erscheinung. Er wurde 1359-1372 Connetable von Jerusalem, Seneschall von Zypern, 1372 Marschall von Zypern und zog mit dem königlichen Bruder Peter I. gegen Ägypten. Jakob geriet wegen der Erbschaft Armenien-Kilikien gegen König Peter und wurde mit seinem Bruder Johann, Titular-Fürst von Antiochia, Haupt der Verschwörung gegen ihn, der 1369 ermordet wurde. Er wurde danach Mitregent für seinen Neffen Peter II., wollte Venedig bevorzugen und geriet damit schroff gegen das dominierende Genua und führte gegen dieses 1373/74 Krieg. Er entkam 1375 einem Mordanschlag seiner Schwägerin Eleonore, dem sein Bruder Johann zum Opfer fiel, geriet aber mit seiner Familie in jahrelange schwere Haft in Genua, zumal sein Neffe den Frieden mit Genua brach. Jakob I. folgte 1382 seinem erbenlosen Neffen Peter II. als König von Zypern-Jerusalem, wurde aber erst 1385 nach Zypern freigelassen. Famagusta hatte sich in der Zwischenzeit als mächtigste und reichste Stadt des Landes völlig von Zypern gelöst und 1382 unter die Hoheit Genuas gestellt (es wurde erst 1464 durch Venedigs Vermittlung wieder zyprisch). Jakob I. versuchte kraftvoll, die großen Schäden zu reparieren, ließ viel bauen und Gesetze erneuern, schuf die Grundlagen zur Gegenwehr gegen Genua, das vorerst noch diminierte und das er tödlich haßte. Er wurde 1393-1398 Titular-König von Armenien, das weitgehend an Ägypten verloren ging. 1392 grassierte die Pest im Lande. Es war eine Zeit latenter Spannungen zwischen Adel und Krone, Adel, Krone und Städten und zwischen den Religionen griechisch-orthodox und römisch-katholisch. Belastend blieb auch, daß nie eine Überbrückung der sozialen und geistigen Kluft zwischen Einheimischen und den zugereisten Kreuzfahrern glückte, auch ermöglichte die Dynastie die vernichtende Unterdrückung der zyprischen Kirche durch die römische Kurie. Die aufgepfropfte Feudalordnung schwächte von Anfang an die Monarchie. Jakob I., durch seine Haft gereift, erwies sich als kluger, gerechter Staatsmann. Er konnte Zypern beruhigen und sein Tod wurde allgemein sehr bedauert.

1365
  oo HELVIS VON BRAUNSCHEIG
             
1422

Tochter des Connetable und Seneschall von Cypern, Herzog Philipp und der Helvis de Dampierre-sur-Salon; Cousine

14 Kinder


Mayer, Hans Eberhard: Seite 152,217
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Besser ging es dem König von Zypern, der auf seiner Insel überhaupt lange das machtpolitische Übergewicht wahren konnte. Die Krondomäne war 1367 in der Diözese Limassol so groß wie der Besitz des gesamten Laienadreiels zusammen. Der König hatte Einkünfte von etwa 100.000 Byzantinern, davon 86.500 aus Landbesitz, den Rest aus sonstigen Rechten, dazu kamen noch Monopole wie die Tuchfärberei von Nikosia und die Salinen von Lakarna. Unter Jakob I. wurde die mete du sel eingeführt, die jeden Dörfler zum Ankauf einer bestimmten Menge von Salz zwang. Die Verpachtung der Einkünfte war in Zypern für die königliche Domäne im 14. Jahrhundert die Regel, während im 15. Jahrhundert die direkte Bewirtschaftung überwog. Während seiner Regierung wurde das Königreich immer schwächer.

Pernoud Regine: Seite 274
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"

Nachfolger des kinderlosen Peters II. wurde sein Onkel Jakob I., der von den Genuesen seinerzeit gefangengenommen und nach Genua entführt worden war. Der Unglückliche konnte erst drei Jahre später aus der Verbannung zurückkehren und die Krone Zyperns in Empfang nehmen, nachdem er den Genuesen Famagusta und die berühmte Burg Cerines (Kyrenia) im Norden der Insel abgetreten hatte. Peter II. hatte bereits vergeblich versucht, sich gegen die genuesische Besatzungsmacht zur Wehr zu setzen, indem er sich mit den Venezianern verbündete. Die Insel litt unter der Knute der Genuesen, die immer höhere Steuern aus der Bevökerung herauspreßten. Der als Kriegsentschädigung an die Genuesen zu zahlende Tribut wurde von einer Aktiengesellschaft eingetrieben, der berüchtigten "Maona Cyri", die sich auch das Handelsmonopol auf der Insel gesichert hatte. Die Aktionäre - vor allem "verwitwete Damen", so Machairas - hatten ein Kapital von 400.000 Dukaten zusammengebracht, das ihnen 80 Prozent Zinsen einbrachte ("das heißt 240.000 Dukaten jährlich"). Rene Grousset bemerkt in diesem Zusammenhang, daß nie zuvor die Ausbeutung eines ganzen Volkes durch eine Finanzgesellschaft so perfekt betrieben worden sei.
 
 
 
 

  oo Heloise von Braunschweig, Tochter des Herzogs Philipp
       um 1353 25.1.1421
 
 
 
 

Kinder:

  Janus
  1374/75 28./29.6.1432

  Marie
  1382 4.11.1404

12.2.1402
   oo 2. Ladislaus König von Neapel
             7.1376 6.8.1414

  Isabella
         

 1415
  oo Peter de Lusignan-Tripolis
              1451

  Agnes
          1459

  Hugo Erzbischof von Nikosia
          1442

  Eschiva
          

  oo Scavlus von Tübingen Graf zu Asperg
              nach 1406

  Guy de Lusignan Connetable von Zypern
         um 1401

  Eudes de Lusignan Seneschall von Jerusalem
          1421

  Philipp Connetable von Zypern
       † 1428/32

  Heinrich Titular-Fürst von Galiläa
         1427 gefallen
 
 
 
 

Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 152,217 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 274 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 179 -