Saif ad-Din Gazi I.                          Herrscher (Atabeg) von Mosul (1146-1149)
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um 1110/15
November 1149

Ältester Sohn des Atabegs Imad ad-Din Zengi von Aleppo und Mosul aus dem Hause der ZENGIDEN

Mayer, Hans Eberhard: Seite 87,99
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Nach der Ermordung Zengis (1146) folgte ihm sein ältester Sohn Saif ad-Din Gazi in Mosul.
Die Erbteilung nach Zengis Tod (1146), durch die Saif ad-Din Gazi Mosul und Nur ad-Din (1146-1174) Aleppo bekam, war für die Franken nicht günstig, weil Nur ad-Din dadurch den östlichen Wirren, die Zengis Kraft so sehr in Anspruch genommen genommen hatten, weitgehend befreit wurde und sich auf den Kampf gegen Damaskus und die Franken konzentrieren konnte.

Runciman, Steven: Seite 544,545,548,640
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Indessen sein Leichnam unbestattet und verlassen liegen blieb, eilte der älteste seiner Söhne, Saif ed-Din Ghazi, in Begleitung des Wesirs Dschamal ed-Din von Ispahan, eiligst nach Mossul, um dort die Regierung zu übernehmen; Nur ed-Din, der zweite Sohn, riß dem Toten den Hoheitsring vom Finger und ließ sich in Aleppo vom Kurden Schirkuh zum Herrscher ausrufen.
Überdies waren Zengis Söhne, obwohl sie geringe Zuneigung für einander hegten, klug genug, sich nicht zu streiten. Saif ed-Din Ghazi, der mit den ORTOQIDEN vollauf zu tun hatte, führte eine Aussprache mit seinem Bruder herbei, bei welcher die Teilung des Erbes in friedfertiger Weise bestätigt wurde. Saif ed-Din übernahm die Länder im Irak, und Nur ed-Din jene in Syrien.
Zengi hatte die Reichtümer des oberen Irak aufbieten können, die jetzt in die Hände Saif ed-Dins übergegangen waren. Aber zugleich mit ihnen hatte Saif ed-Din auch Zengis Schwierigkeiten mit den ORTOQIDEN, mit dem Kalifen und mit dem Seldschuken-Sultanat geerbt. Außerdem hielten die Söhne Zengis getreulich an ihrem Familien-Pakt fest. Saif ed-Din schickte Nur ed-Din Hilfe, wenn sie gebraucht wurde, ohne den geringsten Wunsch, seinen Anteil an den Familien-Ländern an sich zu reißen. Ein dritter Bruder namens Nasr ed-Din wurde als Vasall Nur ed-Dins in Harran einesetzt, während Qutb ed-Din, der jüngste der Familie, am Hof seines ältesten Bruders in Mossul aufwuchs.
Nur ed-Din schritt nicht sofort zur Tat, denn im November starb sein eigener Bruder Saif ed-Din, und hieraus ergab sich eine Neuordnung der Familienländer. Der jüngste Bruder Qutb ed-Din erbte Mossul und die Gebiete im Irak, scheint jedoch Nur ed-Din als seinen Oberherrn anerkannt zu haben.





Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 87,99 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 544,545,548,630,640 -