Balak ibn Bahram                             Emir von Sarudsch
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um 1080
6.5.1124                           Emir von Aleppo (1123-1124)
                  Menbidsch

Sohn des Bahram aus dem Hause der ORTOQIDEN; Neffe des Emirs Ilghazi von Mardin und Aleppo

Runciman, Steven: Seite 199-200,467-472,511,514
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Sarudsch war einem ORTOQIDEN-Fürsten namens Balak ibn Bahram tributpflichtig, hatte sich aber kürzlich gegen sie erhoben. Balak schrieb jetzt an Balduin und erbat gegen Entgelt für seine Dienste, um die Stadt niederzuzwingen. Nach der Übergabe der Stadt hatte Balduin Fulk von Chartres übergeben.
Pons Unterwerfung erfolgte zur rechten Zeit; denn Ilghazi, angetrieben von seinem Neffen Balak, dem vormaligen Fürsten von Sarudsch und jetzigen Herrn von Khanzit, war neuerlich auf dem Kriegspfad. Am 13. September 1122 befanden sich Graf Joscelin und Waleran von Biredschik mit einem kleinen Reitertrupp auf einem Ritt in der Nähe von Sarudsch, als sie plötzlich auf Balaks Heer stießen. Sie stürmten gegen den Feind; aber ein schwerer Regenguß verwandelte die Ebene in ein Meer von Schlamm. Die Pferde glitten aus und stolperten; und den leicht bewaffneten Turkmenen fiel es nicht schwer, die Franken zu umzingeln. Joscelin, Waleran und sechzig ihrer Kameraden wurden gefangengenommen. Balak bot sofortige Freilassung an, wenn sie ihm als Entgelt Edessa abträten. Als Joscelin sich weigerte, solche Bedingungen auch nur anzuhören, verbrachte Balak die Gefangenen auf seine Burg Kharpurt.
Glücklicherweise starb Ilghazi im November in Mayyafaraqin, und seine Söhne und Neffen teilten das ORTOQIDEN-Erbe auf.
Suleiman, der ältere Sohn, übernahm Mayyafaraqin,
Timurtasch, der jüngere, Mardin. 
Aleppo fiel an einen Neffen namens Badr ad-Daulah Suleiman;
und Balak vergrößerte seine Besitzungen im Norden und nahm Harran im Süden hinzu.
Am 18. April schlug Balduin unweit Gargar am Euphrat sein Feldlager auf. Gerade als er sich zu einem morgendlichen Jagdvergnügen mit seinem Falken anschickte, überfiel Balak, von dessen Nähe er nichts gewußt hatte, das Lager. Der größte Teil des Heeres wurde niedergemacht und der König selbst gefangengenommen. Er wurde achtungsvoll behandelt und mit einer Begleitmannschaft zu Joscelin auf die Festung Kharpurt geschickt.
Emir Balak hatte sich einen gewaltigen Ruf erworben; aber er nützte ihn nicht, um den Franken einen tödlichen Stoß zu versetzen, sondern um sich in Aleppo fest einzurichten. Dies war schwieriger als er erwartet hatte, denn er war in der Stadt unbeliebt. Im Juni wurde er schließlich ihrer Herr; sodann griff er die fränkischen Besitzungen weiter südlich an und erobrte im August Albara, nur um durch höchst erstaunliche Kunde aus Kharpurt wieder nach Norden gerufen zu werden.
Als die Nachricht vom Umsturz zu Kharpurt Balak erreichte, führte er sein Heer augenblicklich vom Süden herauf. Bei seiner Ankunft bot er Balduin freien Abzug unter sicherem Geleit nach seiner Heimat, wenn er dafür die Burg übergebe. Balduin lehnte ab. Balaks Pioniere trieben einen Stollen unter einen der Wäle, und das ORTOQIDEN-Heer brach ein. Jetzt kannte Balak keine Gnade. Sein Harem hatte sich in der Burg befunden, und seine unantastbare Heiligkeit war verletzt worden. Jeder Verteidiger der Burg, ob Franke oder Armenier, und jede Frau, die ihnen geholfen hatte, wurden erbarmungslos über die Mauern hinab in den Tod geschleudert. Nur der König, einer seiner Neffen und Waleran blieben verschont. Sie wurden zu größerer Sicherheit nach der Burg Harran gebracht.
Balak kam selbst nach Aleppo, um einen neuen Feldzug ins Werk zu setzen. Aber zu Beginn des Jahres 1124 erhob sich der Statthalter von Menbidsch gegen ihn. Der ORTOQIDE Timurtasch, den Balak ersuchte hatte, den Aufstand niederzuwerfen, verhaftete ihn; aber der Bruder des Rebellen namens Isa hielt die Zitadelle in Besitz und rief Joscelin zu Hilfe. Balak stellte sich Joscelins Heer entgegen und besiegte ihn wobei Gottfried der Mönch erschlagen wurde. Er zog weiter nach Menbidsch, um dort eiligst Ordnung zu schaffen, da er soeben einen dringenden Ruf aus dem Süden, aus Tyros, erhalten hatte. Aber ein verirrter Pfeil aus der Zitadelle setzte seinem Leben am 6. Mai 1124 ein Ende. Sterbend murmelte er, sein Hingang bedeute einen tödlichen Schlag für den Islam. Er hate recht; denn voll allen türkischen Führern, mit denen die Kreuzritter bisher zusammengestoßen waren, hatte er die größte Tatkraft und Klugheit bewiesen. Die Macht der ORTOQIDEN sollte ihn nicht lange überleben.
Gemeinsam hatten sie die kleineren Emirate aufgesogen und beseitigt, mit Ausnahme von Melitene im Osten, wo Mas'uds jüngster Bruder Toghrul unter der Regentschaft seiner Mutter und ihres zweiten Gatten, des ORTOQIDEN Balak, herrschte.





 nach 1107
  oo N.N., Witwe des Rum-Seldschuken-Sultans Kilidsch Arslan I.
          

 




Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 199-200,467-472,476-477,511, 514  -