Al-Adil II.                                        Sultan von Ägypten (1238-1240)
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1221
9.2.1248

Jüngerer Sohn des Sultans al-Kamil von Ägypten

Mayer, Hans Eberhard: Seite 226
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Geschichte der Kreuzzüge"

Al-Kamil hatte bald gegen seine seldschukischen Alliierten zu kämpfen. Als er den Krieg verlor, rebellierte sein Bruder al-Aschraf, und al-Kamil mußte gegen ihn ziehen. Erst al-Aschrafs Tod 1237 beendete den Bruderkrieg, aber ein Jahr darauf starb al-Kamil, und nun versank das AYYUBIDEN-Reich in den Diadochenkämpfen seiner Söhne as-Salih Aiyub (Damaskus) und al-Adil II. (Ägypten). As-Salih kämpfte zunächst gegen Ägypten, das er 1240 gewann.

Runciman, Steven: Seite 990,992
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Geschichte der Kreuzzüge"

El-Kamils Tod (8. März 1238) entfesselte den Bürgerkrieg. Sein älterer Sohn as-Salih Ayub, dessen Mutter eine sudanesische Sklavin war, befand sich im Norden, marschierte jedoch unverzüglich gegen Damaskus, wo einer von el-Kamils Neffen namens el-Dschauad die Macht ergriffen hatte. Mit Hilfe choresmischer Freischärler setzte er seinen Vetter hinaus. Inzwischen war sein jüngerer Bruder el-Adil II. als Sultan in Ägypten eingesetzt worden. Ayub war entschlossen, sich des Vaters reichste Provinz zu verschaffen; aber als er sich aufmachte, um in Ägypten einzufallen, wurde er von einem Staatsstreich in Damaskus zugunsten seines Onkels as-Salih Ismail vom Thron gestoßen. Indes er nach Süden entfloh, fiel er in die Hände an-Nasirs von Kerak, der sich jedoch seiner Sache anschloß und ihm für den Einfall in Ägypten Truppen lieh. Die Aufgabe war leicht zu bewältigen; denn el-Adil hatte seine Minister vor den Kopf gestoßen, indem er die Regierung einem jungen Neger anvertraute, dem seine Liebe galt. Eine erfolgreiche Verschwörung setzte ihn im Juni 1240 ab, und Ayub wurde aufgefordert, den ägyptischen Thron zu übernehmen. An-Nasir wurde mit dem Posten des Militärgouverneurs von Palästina belohnt. Aber Ismail blieb Herr von Damaskus; und während des nächsten Jahrzehnts wurde die ayubitische Welt von der Rivalität zwischen Onkel und Neffe zerrissen. Im Norden herrschte bald das Chaos. Führerlose Choresmier durchzogen raubend und plündernd das nördliche Syrien, das dem Namen nach dem Befehl Ayubs unterstand. In der Gezira verfügte el-Muzaffar, der AYUBITEN-Fürst von Mayyafaraqin, nur über geringe Macht. Ayubs Sohn Turanschah versuchte die Länder seines Großvaters zusammenzuhalten, aber viele der Städte fielen in die Hände des Seldschuken-Sultans Kaikhosrau II. In Aleppo hielt sich an-Nasir, der im Jahr 1236 auf den Bruder gefolgt war, in der Verteidigung, während die Fürsten von Hama und Homs vollauf damit beschäftigt waren, die Choresmier abzuwehren.
Aber die Kreuzfahrer waren gekommen, um zu kämpfen. Die einheimischen Barone empfahlen daher einen Kriegszug gegen Ägypten. Dieser würde nicht nur bei ihren unmittelbaren muslimischen Nachbarn in Syrien kein Ärgernis erregen, sondern hatte angesichts der Unbeliebtheit des Sultans el-Adil auch gute Aussichten auf Erfolg.





Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 226 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 990,992 -