Isabella von Ibelin                      Dame von Beirut (1264-1282)
-----------------------                     Königin von Zypern
um 1245/50 oder 1252-   1282
                                     Beirut
 

Älteste Tochter und Erbin des Johann II. von Ibelin Herr von Beirut und der Alice de la Roche von Athen, Tochter von Herzog Guido
 

Thiele, Andreas: Tafel 172
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

HUGO II.
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* um 1252, + 1267

 1265
  oo Isabella Ibelin, Tochter und Erbin des Grafen Johann von Beirut
            + 1283



Isabella d'Ibelin         Lady von Beirut und Königin von Zypern (+ 1282)
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Isabella war die älteste Tochter von John II. von Ibelin, Lord von Beirut (+ 1273) und Alice de la Rocje von Athen.
Sie wurde früh mit dem König von Zypern, Hugh II., verheiratet, der selbst noch ein Kind war. Die Ehe wurde aber nie vollzogen. Nach dem Tode ihres GattenHugh (Dezember 1267), hoffteHugh III. von Zypern sie als begehrte Erbin  benutzen zu können, um einen vornehmen König für den Osten zu gewinnen.
Obwohl sie nun eine jungfräuliche Wittwe war, war ihre Jungfräulichkeit nur von kurzer Dauer und ihr Mangel an Keuschheit wurde geradezu berüchtigt. Isabella hatte eine kurze Liaison mit Julian von Sidon.
Eine päpstliche Bulle wurde veröffentlicht, in der sie gedrängt wurde, zu heiraten. In einem Akt der Widerspenstigkeit gab sie sich und ihre Herrschaft dem Engländer Hamo L'Estrange (= der Fremde, bzw. der Ausländer), einem Ritter Pinz Edwards von England (1272).
Nach Hamos Tod (1273) stellte sie sich und ihr Lehen unter den Schutz Bairbars.
Hugh von Zypern versuchte sie zu entführen, aber Isabella kehrte nach Beirut zurück, diesmal mit einer aus Mamelucken bestehenden Wachmannschaft, die zu ihrem Schutz aufgestellt wurde.
Nach dem Tode Bairbars, erlangte Hugh wieder die Kontrolle über das Lehen.
Bevor sie 1282 starb, heiratete Isabella noch zwei mal: 3. Nicholas L'Aleman und 4. William Barlais.
Beirut vererbte sie ihrer Schwester Eschiva, Ehefrau von Humphrey von Montfort (+ 1283)



Isabella war die Geliebte Julians von Sidon.

Runciman, Steven: Seite 1109,1122
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Die Aussöhnung zwischen den MONTFORTS und den IBELINS ließ sich leichter erreichen, da die ältere Generation der IBELINS ausgestorben war. Nach Baibars jüngsten Feldzügen war Beirut, das auf Johanns ältere Tochter Isabella übergegangen war, das einzige Lehen der IBELINS, ja mit Ausnahme von Tyros sogar das einzige weltliche Lehen im ganzen Königreich, das auf dem Festland noch übrig war. Isabella war als Kind mit Hugo II., dem kleinen König von Zypern, verheiratet worden, der jedoch starb, bevor die Ehe vollzogen wurde. Hugo III. hoffte, mittels dieser begehrenswerten Erbin einen hervorragenden Ritter nach dem Osten zu locken.
Im Jahr 1273 verlor König Hugo von Zypern die Obergewalt über Beirut, sein bedeutendstes Lehen auf dem Festland. Beim Tod Johanns II. von Ibelin war die Herrschaft Beirut auf dessen ältere Tochter, Königin Isabella von Zypern, übergegangen, die 1267 zur jungfräulichen Witwe wurde. Ihre Jungfräulichkeit war von kurzer Dauer. Ihr sittsam bekannter unkeuscher Lebenswandel, besonders ihre Beziehung zu Julian von Sidon, beschwor eine päpstliche Bulle herauf, welche sie dringlichst ermahnte, sich wieder zu verehelichen. Im Jahre 1272 schenkte sie sich selbst und ihre Herrschaft einem Engländer namens Hugo L'Estrange oder 'der Ausländer', der einer von Prinz Eduards Begleitern gewesen zu sein scheint. Er mißtraute König Hugo und stellte, als er im folgenden Jahr auf dem Sterbebett lag, seine Gattin und ihr Lehen unter Baibars Schutz. Als Hugo versuchte, die Witwe nach Zypern zu entführen, um sie dort mit einem Mann seiner Wahl erneut zu verheiraten, verwies der Sultan unverzüglich auf den mit Hamo geschlossenen Pakt und verlangte ihre Rückkehr. Das Hochgericht lieh dem König keine Unterstützung. Er war genötigt, Isabella nach Beirut zurückzuschicken, wo zu ihrem Schutz eine Mamelucken-Leibwache beigegeben wurde. Erst lange nach Baibars Tod brachte Hugo das Lehen wieder in seine Gewalt. Isabella heiratete noch zweimal, ehe sie um das Jahr 1282 starb.
Isabella, die Herrin von Beirut, war kürzlich gestorben, und ihre Stadt war auf ihre Schwester Eschiva, die Gattin Humfrieds von Montfort, übergegangen, der des Herrn von Tyros jüngerer Bruder war.

Pernoud Regine: Seite 202
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"

Einer der Teilnehmer der Expedition des englischen Königs, Edmund l'Estrange (der Fremde) - hatte sich in Isabella verliebt, Tochter und Erbin des Herrn von Beirut, Johanns II. von Ibelin. Kurz nachdem er sie geheiratet hatte, erkrankte Edmund. Als er fühlte, dass er bald sterben würde, verfiel er auf den absonderlichen Gedanken, seine Gemahlin Isabella und die Stadt Beirut unter den Schutz des Sultans Baibars zu stellen. Dieser war nun Herr der christlichen Stadt Beirut. Das konnte Hugo III. nicht dulden. Er eilte nach Beirut, versetzte die Stadt in Verteidigungszustand und nahm Isabella mit nach Zypern. Die Templer wiederum - und das zeigt deutlich den Zustand des Verfalls, in dem sich die fränkischen Streitkräfte befanden - stellten sich auf die Seite des Sultans.

     1265
  1. oo Hugo II. König von Zypern
          1252-5.12.1267

    1272
  2. oo Hamo L'Estrange, Herr von Beirut
                   -   1273
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 1122 -

    1276
  3. oo Nikolaus L'Aleman, Titular-Fürst von Caesarea und Beirut
                  -   1277

    1278
  4. oo Wilhelm Barlais
                 -   1304/05
 
 
 
 

Literatur:
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Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 202 -
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 1109,1122,1172-1173 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 172 -