Robert I.                                        Graf von Loritello
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Sohn des Grafen Gottfried von Capitanata und der Langobardin Sichelgaita
 

Bünemann, Richard: Seite 80,88,94,98,111,113,155,160,244,257
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"Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien."

Gottfrieds Sohn, Robert von Loritello, stieß seit Anfang der 1070-er Jahre bis Ortona vor. Die Abruzzen aber sah die römische Kirche als ihr Interessengebiet an. Hildebrand wird von Robert Guiskard erwartet haben, daßer seine Verwandten zügelte.
Der Normannen-Herzog wurde zum zweiten Mal gebannt, mit ihm Robert von Loritello, beide "als Invasoren der Besitzungen des heiligen Petrus." Guiskards Neffe scheint Anfang 1075 in den Abruzzen bis in die Grafschaft Chieti vorgeprescht zu sein.
Zwei Neffen des Guiskard, Robert von Loritello und Jordan von Capua, Richards Sohn, hatten bei ihren Vorstößen in die Abruzzen mehr Erfolg als der Herzog und sein Schwager im Kirchenstaat. Während Jordan im Inneren der Abruzzen mit Stoßrichtung Fuciner See operierte, stieß der LORITELLO an die Adriaküste vor. In den ersten Monaten des Jahres 1076 hat Ortona vor ihm kapituliert. Die langobardischen Herren in der Grafschaft Chieti wurden seine Vasallen. Sein herzoglicher Onkel hatte ihm ein stattliches Kontingent von Kriegern zur Verfügung gestelt. Der Neffe soll insgesamt fünfhundert Mann gehabt haben.
Obgleich die Namen der verantwortlichen Normannenführer diesmal nicht genannt  wurden, besteht kein Zweifel, daß vor allem der Guiskard, sein Neffe Robert von Loritello, Richard von Capua und dessen Sohn Jordan gemeint gewesen sind. Faktisch verhängte Gregor VII. damit zum dritten Mal über den Normannen-Herzog den Kirchenbann.
Nach wie vor wurden die Beziehungen zwischen Papst und Herzog durch Robert von Loritello belastet. Jedenfalls erhob der Vikar Christi Beschwerde über die fortgesetzten Verletzungen päpstlichen Gebietes (vermutlich in den Abruzzen) und verlangte, daß der Guiskard "die gottlose Frechheit seines Neffen zügeln möge."
Der junge Roger Borsa konnte den kriegserfahrenen Vater nicht ersetzen. Außerdem war ausgerechnet Robert von Loritello einer von Rogers Regentschaftsräten.
Auf seinem zweiten Balkanfeldzug ist der Herzog auch von seinen Neffen Robert von Loritello und Gottfried von Conversano begleitet worden. Der LORITELLO hielt es immer mit dem Onkel.
Am Sterbelager des Guiskard soll sich ein repräsentativer Kreis von Normannen eingefunden haben. Genannt werden die beiden Neffen Robert von Loritello und Gottfried von Conversano, Roberts Schwiegersohn Wilhelm von Grandmesnil sowie Odo der "gute Markgraf", der wahrscheinlich ein Schwager Guiskards gewesen ist.
Robert von Loritello trieb die Eroberungspolitik seines Vaters Gottfried mit großer Energie an der Adria nach Norden voran. Noch vor Ende des elften Jahrhunderts ist er vermutlich bis an den Tronto vorgestoßen. Sein ausgedehntes Herrschaftsgebiet erstreckte sich von Bovino im Süden bis Ascoli Piceno im Norden. Bereits um 1080 gehörte der LORITELLO zu den mächtigsten normannischen Grafen in S-Italien. Er hatte sein Glück mit dem Guiskard verbunden. Ohne ein starkes Reiterkontingent seines Onkels hätte der Neffe die langobardischen Herren in den ersten Monaten des Jahres 1076 südlich von Ortona kaum besiegen können. Als Gegenleistung hat er dem Herzog wiederholt Waffenhilfe geleistet, so gegen Abälard in Sant'Agata di Puglia. Für Gregor VII. ist Robert von Loritello einer der meisten gehaßten Normannen gewesen. Als der Apostelfürst den Guiskard im Februar 1075 zum zweiten Mal exkommunizierte, traf der Bann auch dessen Neffen wegen seiner Invasion der Abruzzen. Der LORITELLO und Jordan von Capua haben am meisten dazu beigetragen, die nornmannische Expansion nach Norden vorangetrieben. In Ceprano anerkannte der Papst de facto die Eroberungen, die bis dahin von den Normannen in der Mark Fermo gemacht worden waren. Als typischer HAUTEVILLE gab Robert von Loritello sich damit jedoch nicht zufrieden. Bereits im Februar 1081 beklagte Gregor sich erneut über den Unersättlichen und hoffte, daß der "sich in Zukunft bessere." Als der LORITELLO einer der Regentschaftsräte Roger Borsas wurde, war seine Stellung gegenüber dem Patrimonium Petri noch stärker. Im Notfall brauchte der Pontifex nämlich militärische Hilfe gegen HEINRICH IV. Herzog Robert hat großes Vertrauen zu diesem Neffen gehabt. Er wurde nicht enttäuscht, denn der Borsa ist sicher nur mit Unterstützung seines Vetters Herr des Aufstandes in Troia geworden. Während des zweiten Balkanfeldzuges wird Robert von Loritello einer der nächsten Ratgeber Guiskards gewesen sein. Nach des Onkels Tod wurde er unter dem schwachen Regiment Roger Borsas noch mächtiger. Stolz nannte er sich nicht nur "Graf von Gottes Gnaden", sondern auch "Graf der Grafen von Loritello".
Menager hält es für möglich, daß Drogo, der Gemahl von Guiskards Tochter Gaitelgrima, ein Bruder Roberts von Loritello war.
 
 
 

  oo N.N.
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Kinder:

 Robert II. Graf von Loritello
         -   1134
 
 
 
 

Literatur:
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Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 80,88,94,98,111,113,155,160,177,244,257 -