Hermann                                       Graf von Aversa und Canne
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    -   1097
     Konstantinopel
 

Sohn des Grafen Humfried von Hauteville aus seiner 1. Ehe mit der Altrud
 

Thiele, Andreas: Tafel 416
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

HERMANN
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    + 1097
     Konstantinopel

Graf von Aversa und Canne. Er starb auf dem 1. Kreuzzug in Konstantinopel.



Bünemann, Richard: Seite 130,134,173-175,177,179,184,245,248
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"Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien."

Wir wissen, daß der KOMNENE sich Ende Mai oder Anfang Juni brieflich an den Grafen Hermann von Canne, den Stiefbruder Abälards, wandte. Abälard war von seinem Onkel für friedlos erklärt worden. Die beiden Neffen gehörten zu den erbittersten Widersachern Guiskards.
Nachdem Bari geduckt worden war, wandte der Herzog sich nach N-Apulien gegen Canne, wo er seit 1083 den Grafen Hermann belagert hat. Allem Anschein nach wurde die Stadt bereits im Juni im Sturm genommen und zerstört. Mit der Einnahme Cannes war die Erhebung in Apulien so gut wie niedergeworfen.
Seit dem 13. Januar 1073 hatten Peter von Trani und Hermann von Canne sich in Trani verschanzt. Noch im selben Moment eröffnete Robert die Belagerung von Land und Meer. Vor Trani stieß Guido von Salerno mit den Truppen Peters und Hermanns zusammen. In dem Gefecht sollen vierzig gegen fünfzig Ritter eingesetzt gewesen sein. Guido nahm Peter und Hermann gefangen.
Nach Malaterra schlossen Abälard und Guiskard einen Übergabevertrag. Der Herzog versprach, sobald er zu einem gewissen Kastell auf dem Monte Gargano in Apulien käme, Abälards Bruder Hermann, der in Mileto in Kalabrien eingekerkert war, freizulassen. Als Robert Santa Severina hatte, erklärte er jedoch, in den nächsten sieben Jahren nicht nach den Gargano zu kommen.
Die letzte Erhebung von Großvasallen Guiskards, gekoppelt mit einigen Städten Apuliens, wurde von Alexios Komnenos als Abwehrmaßnahme gegen den Normanennkrieg initiiert. Dabei sind Hermann von Canne und Abälard Ansprechpartner des Kaisers gewesen. Vermutlich standen die Brüder hinter der Empörung von Ascoli Satriano und Troia.
Im Vergleich zu den Empörungen früherer Jahre hat es sich 1081 bis 1083 nur noch um ein letztes Aufflackern des Widerstands gehandelt. Abälard setzte sich offenbar endgültig in das Rhomäerreich ab, wo er jung gestorben sein soll. Sein Bruder Hermann ist spätestens 1096 wieder im Besitz der Grafschaft Canne. Abälard verlor alles, weil er kompromißlos war und nach dem Herzogsamt strebte. Rechtlichen Anspruch hatte er darauf nicht. Das Amt dees Heerführers der apulischen Normannen ist nicht erblich, sondern ein Wahlamt gewesen.
Von elf Kindern Guiskards ist nur Bohemund von der normannischen Mutter Alberada. Die übrigen entsprossen der Ehe mit der Langobardin Sichelgaita. Wegen des Patriachats haben die "Mischlinge" als Normannen gegolten. Auch der Voll-Langobarde Hermann von Canne, den sein Stiefvater, Graf Humfred, als Sohn annahm, ist wie ein HAUTEVILLE behandelt worden.
Als leidenschaftliche Gegner sind zwei Bruderpaare führend gewesen; Abälard und Hermann, die Söhne Humfreds, sowie Gottfried von Conversano und Robert von Montescaglioso, die offenbar Söhne einer Schwester des Herzogs waren. Die zornigen Neffen wollten sich dem herrischen Willen des Onkels nicht beugen. Wann immer sich eine Gelegenheit bot, haben sie bis Anfang der 1080-er Jahre gegen ihn aufgemuckt. Sogar als Ami von Giovinazzo seinen Frieden mit ihm machte und am ersten Balkanfeldzug teilnahm, konspirierten drei der streitbaren Neffen immer noch gegen den Verhaßten. Robert von Montescaglioso war im Juli 1080 gestorben. Hermanns Zentralort Canne ist vom Onkel zerstört worden. Das Schicksal dieses Neffen bleibt bis zu Guiskards Tod im dunkeln.

Runciman Steven: Seite 149
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"Die Eroberung von Konstantinopel"

In Bohemunds Begleitung befanden sich sein Neffe Tankred, Wilhelms älterer Bruder und Sohn seiner Schwester Emma und des Marquis Odo, seine Vettern Richard und Rainulf von Salerno und Rainulfs Sohn Richard; weiterhin Graf Gottfried von Rossignuolo und seine Brüder, Robert von Ansa, Hermann von Cannae, Humfried von Monte Scabioso, Albered von Cagnano und Bischof Girard von Ariano, allesamt Normannen aus Sizilien.
 
 
 
 

Literatur:
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Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 130,134,173-175,177,179,184,245,248 - Runciman Steven: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1966 Seite 149 -
Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 416 -