Helena von Hauteville                  Kaiserin von Byzanz
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    - nach 1090
 

Tochter des Herzogs Robert Guiscaerd von Apulien aus seiner 1. Ehe mit der Alverada
 

Thiele, Andreas: Tafel 416
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

HELENE
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  oo Konstantin Dukas, Kaiser von Byzanz
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Norwich John Julius: Band III Seite 26
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"Byzanz"

Bereits 1073 hatte Robert von Kaiser Michael VII. zwei Briefe erhalten, worin dieser ihm als Gegenleistung für eine militärische Allianz die Vermählung seines in Purpur geborenen - und angeblich überaus gutaussehenden - Bruders mit einer - natürlich ebenso schönen - Tochter Roberts anbot. Als diese beiden Schreiben unbeantwortet blieben, hatte Michael sein Angebot in einem dritten noch verbessert. Diesmal bot er seinen eben von Maria von Alania geborenen Sohn Konstantin als Bräutigam an und 24 hohe byzantinische Ehrentitel obendrein. Da hatte Guiscard nicht lange gezögert. Es gab in der Frage der kaiserlichen Nachfolge immer ein unsicheres Moment; aber der Sohn eines herrschenden Kaisers war in jeden Fall besser dran als irgendwer sonst. Und die Möglichkeit, eine seiner Töchter als Kaiserin von Byzanz zu sehen, wollte er sich nicht entgehen lassen. Robert Guiscard ging also auf den Vorschlag ein, und kurze Zeit später machte sich die künftige Braut auf den Weg nach Konstantinopel, um dort in den kaiserlichen Frauengemächern ihren Studien nachzugehen, bis ihr Kindbräutigam das heiratsfähige Alter erreicht hatte. Anna Komnena legt etliche Jahre später nahe, die junge Helena - sie hatte kurz nach ihrer Ankunft bei einer zweiten Taufe zur Aufnahme in die orthodoxe Kirche diesen griechischen Namen erhalten - sei der brieflichen kaiserlichen Forderung zum Trotz bei weitem nicht so von der Natur begünstigt gewesen wie erwartet, und der zukünftige Ehemann habe der Ehe mit einem Schaudern entgegengesehen wie ein kleines Kind dem schwarzen Mann. Da Anna jedoch später selbst mit dem jungen Konstantin verlobt wurde und sich leidenschaftlich in ihn verliebte, ist sie in dieser Sache wohl keine unparteiische Richterin.
Der Sturz Michaels VII. durch Nikephoros Botaneiates im Jahre 1078 zerstörte alle Aussichten Helenas auf den kaiserlichen Thron. Die unglückliche Helena fand sich wie Kaiser Michael VII. hinter Klostermauern wieder, dürfte sich jedoch dort mit ziemlicher Sicherheit im gleichen Maße unwohl gefühlt haben. Vater Robert nahm diese Nachricht mit gemischten Gefühlen auf. Seine unmittelbaren Hoffnungen auf den kaiserlichen Schwiegersohn waren damit zwar zerstört. Andererseits lieferte ihm die Behandlung seiner Tochter einen tadellosen Vorwand für eine Intervention. Im Dezember beschloß er, einen Gesandten nach Konstantinopel zu schicken, der von Botaneiates eine Entschädigung für Helenaangetane Schmach fordern sollte.

Bünemann, Richard: Seite 87,106,109,113,205,252,255-257,260
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"Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien."

OLYMPIAS
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1074 verlobt mit Konstantin Porphyrogennetos, Sohn Kaiser Michaels VII. von Byzanz. 1076 in Konstantinopel in Helena unbenannt. 1078 Annullierung der Verlobung. Nach März 1090 an den Grafen Roger I. von Sizilien und Kalabrien ausgeliefert.



Seit der Zeit nach dem Fall von Bari bemühten sich die Kaiser der Rhomäer um ein Ehebündnis mit dem Normannen-Herzog. Erst nach der Geburt von Konstantin Porphyrogennetos Anfang 1074, dem Sohn von Kaiser Michael VII. Dukas, stimmte der HAUTEVILLE grundsätzlich zu. Mitte des Jahres sandte er Bevollmächtigte nach Konstantinopel, um den Vertrag ber eine Ehe von Konstantin Porphyrogennetos und seiner Tochter Olympias auszuhandeln. Der Basileuis verlobte seinen noch nicht einjährigen Sohn Konstantin mit der Tochter (Olympias-Helena) des Guiskard und versprach, die beiden später zu verheiraten.
Dabei hat der Sturz seines Bundesgenossen und Verwandten Michaels VII. Dukas im März 1078 sicher eine Rolle gespielt. Schließlich wurde seinem Schwiegersohn und seiner Tochter Olympias/Helena dadurch jede Aussicht auf die byzantinische Kaiserkrone genommen.
Am Hofe des Basileus sollte Raoul Peau de Loup Beschwerde über die Behandlung von Guiskards Tochter vorbringen. Der Gesandte, so heißt es, habe deutlich gemacht, daß sein Herr wegen der Beleidigung, die Helena zugefügt wurde, zum Krieg gezwungen sei. Botaneiates hatte die Verlobung des jungen Mädchens mit Konstantin annulliert.
Michaels VII. Nachfolger Nikephoros Botaneiates, löste die Verlobung von Guiskards Tochter mit dem Thronprätendenten Konstantin auf, eine Maßnahme, die das normannisch-byzantinische Bündnis von 1074 faktisch aufhob. Der unfreundliche Akt des Botaneiates mag den HAUTEVILLE veranlaßt haben, dem vom Patriarchen geweihten Basileios die Anerkennung zu verweigern.

Heiratspolitik:
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Olympias, die am byzantinischen Hof den Namen Helena erhielt, wurde 1075 oder 1076 als junges Mädchen mit Konstantin Porphyrogennetos, dem Anfang 1074 geborenen Sohn Kaiser Michaels VII., in Konstantinopel verlobt. Wenn Anna Komnena den Eindruck erweckt, daß Helena ein häßliches Mädchen gewesen sei, besitzt dieses Urteil keinen großen Wert. Die byzantinsche Prinzessin war nämlich die zweite Verlobte von Konstantin und nicht frei von Eifersucht. Wir erinnern uns, daß es zur Eheschließung mit Helena aus politischen Gründen nicht gekommen ist, weil Nikephoros III. Botoneiates die Verlobung aufhob. Kaiser Alexios hat die Normannin vielleicht zu gewissen Hofdiensten herangezogen. Wahrscheinlicher noch ist Helena in ein Kloster geschickt worden. Jedenfalls wurde sie bis nach dem Tod ihrer Eltern fast zwanzig Jahre als eine Art Geisel in Konstantinopel festgehalten, bis der KOMNENE das alte Mädchen an seinen Onkel, den Grafen Roger von Sizilien ausgeliefert hat.
Am schlimmsten erging es Olymias-Helena, die ihre Jugend in Konstantinopel vertrauern mußte. Es ist nicht bekannt, ob ihr Vater sich um ihre Auslösung bemühte.
 
 
 
 

 1074
   oo Konstantin Dukas der Purpurgeborene Kaiser von Byzanz
-1078 1074-   1093
 
 
 
 

Literatur:
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Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 87,106,109,113,205,252,255-257,260,266 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 26 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 416 -