Hugo Falkenberg von St. Omer       Fürst von Galiläa
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    Ende 1105
 

Sohn des N.N.
 

Runciman, Steven: Seite 385,389,405,410
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"Geschichte der Kreuzzüge"

1101
Balduin teilte sein Heer in fünf Gruppen ein, die erste unter einen Ritter namens Berwold, die zweite unter Geldemar Carpenel, dem Herrn von Haifa, die dritte unter Hugo von Saint-Omer, der die Nachfolge Tankreds als Fürst von Galiläa angetreten hatte, und die vierte und fünfte unter ihm selbst. Nach schweren Verlusten hieb Hugo von Saint-Omer seine Leute frei und flüchtete, von der ägyptischen Linken verfolgt, gegen Jaffa.
Inwischen war Hugo von Saint-Omer in Jaffa angelangt, wo die Königin und ihr Hof des Ausgangs harrten, um zu berichten, daß die Schlacht verloren sei.
1102
Am gleichen Abend stießen die Truppen aus Galiläa zu ihm, und zwar achtzig ausgewählte Ritter unter Hugo von Saint-Omer, die auf die Nachricht vom ägyptischen Vordringen eilends nach Süden gezogen waren. Am nächsten Morgen marschierte Hugo mit seinen Leuten südwärts weiter, um zu versuchen, nach Jaffa durchzubrechen.
Als Tankred Palästina verließ, um Antiochia zu übernehmen, hatte Balduin das Fürstentum Galiläa seinem einstigen Gebietsnachbarn in Frankreich, Hugo von Saint-Omer, übergeben; und Hugo war zu einer angriffslustigen Politik gegenüber den Mohammedanern ermutigt worden. Seine erste Maßnahme war, in den Bergen oberhalb der Straße von Tyros und Banyas nach Damaskus eine Burg namens Toron, das heutige Tibnin, zu erbauen. Sodann errichtete er, um seine Raubzüge in die reichen Ländereien östlich des Sees Genezareth besser durchführen zu können, eine zweite Burg im Hügelland südwestlich des Sees, die von den Arabern el-Al genannt wurde. Diese zwei Festungen wurden im Herbst 1105 fertiggestellt; aber die zweite verblieb nur kurze Zeit in christlichen Händen. Toghtekin von Damaskus konnte eine solche Bedrohung seines Gebietes nicht gestatten. Gegen Ende des Jahres, als Hugo von einem erfolgreichen Raubzug schwer beladen nach el-Al zurückkherte, fiel das damaszenische Heer über ihn her. Er wurde in der Schlacht tödlich verwundet und seine Leute zersprengt. Toghtekin konnte die Festung nun ohne Schwierigkeiten in Besitz nehmen. Gerhard von Saint-Omer, der zu jener Zeit schwer krank darniederlag, überlebte seinen Bruder nicht lange. Balduin übertrug folglich das Lehen von Galiläa einem französischen Ritter namens Gervase von Basoches.
Als Hugo von Saint-Omer ums Leben kam, wurde allgemein angenommen, daß sein Bruder Gerhard seine Nachfolge als Fürst von Galiläa angetreten hätte, wenn seine Gesundheit es erlaubt hätte; aber er besaß kein absolutes Erbrecht.
 
 
 
 

  oo N.N.
             
 
 
 
 

Kinder:

  Eschiva von St. Omer
        
 
 
 
 

Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 385,389,405,410 -