Hugo VI. der Teufel                         Graf von Lusignan
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1043 18.5.1102 gefallen
            Ramleh
 

Sohn des Grafen Hugo V. 'le Pieux' von Lusignan und der Almodis von der Marche, Tochter von Graf Bernhard
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 17
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Lusigan (Sires de Lusignan)
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Aufgrund der Ehe Hugos V. mit Aumode (Almodis), der Tochter des Grafen Bernhard von der Marche, sollten die LUSIGNAN Erbansprüche auf die Grafschaft Marche erheben. Hugo VI. le Diable‘ ( 1110) setzte den Krieg des Vaters gegen den Grafen fort; im letzten Jahrzehnt des 11. Jh. versuchte er, nun mit Unterstützung des Grafen, seine Rechte auf die Grafschaft Marche geltend zu machen, stieß aber dort auf den energischen Widerstand des Grafen von Angouleme, Wilhelm III. Taillefer.
Seit der 2. Hälfte des 11. Jh. waren die LUSIGNAN eng mit den Kreuzzügen verbunden. Hugo VI. folgte dem Appell des Königs von Kastilien (Belagerung von Tudela, 1087) und nahm 1101 am unglücklich verlaufenen Kreuzzugsunternehmen Herzog Wilhelms IX. von Aquitanien im Heiligen Land teil (1101-1102).


Runciman, Steven: Seite 387-388
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"Geschichte der Kreuzzüge"

1102
Balduins Freunde aus dem Westen, Stephan von Blois, Stephan von Burgund, der Marschalk Konrad, Graf Hugo von Lusignan und verschiedene belgische Ritter befanden sich bei ihm in Jerusalem. Am 17. Mai zog König Balduin mit einigen fünfhundert Berittenen von Jerusalem los. Als sie in die Ebene hinauskamen und des gewaltigen ägyptischen Heeres ansichtig wurden, erkannte Balduin seinen Fehler. Balduins Reihen lösten sich auf. Einige wenige Ritter, geführt von Roger von Rozoy und Balduins Vetter, Hugo von Le Bourg, hieben sich eine Gasse durch die ägyptischen Haufen und gelangten nach Jaffa und in Sicherheit. Balduin selbst und seine hervoragenden Kameraden schlugen sich nach der kleinen Festung Ramleh durch, wo sie vom ägyptischen Heer eingeschlossen wurden. Früh am nächsten Morgen stürmten die Ägypter über die Mauern von Ramleh und schichteten Reisigbündel rund um den Turm auf,  in welchem die Ritter Zuflucht gesucht hatten. Eher denn in den Flammen zugrunde zu gehen, machten die fränkischen Ritter einen todesmutigen Ausfall gegen den Feind. Aber es gab kein Entrinnen. Sie wurden samt und sonders auf der Stelle niedergehauen der gefangengenommen. Von den übrigen Führern wurden Stephan von Burgund, Hugo von Lusignan und Gottfried von Vendome in der Schlacht getötet und gleich ihnen starb auch Stephan von Blois.
 
 


  um 1065
  oo Ildégarde de Thouars, Tochter des Vicomte Aimery IV. und Aurengarde von Mauleon
             
 
 
 
 

Kinder:

  Hugo VII. ‘le Brun‘
          vor April 1149
 
 
 
 

Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 387-388 -