Francesco I. Gattilusio                  Herr der Insel Lesbos (1355-1384)
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    -6.8.1384
 

Sohn des N.N. Gattilusio
 

Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1140
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Gattalusio, Francesco
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     + 6. August 1384

Kam als Pirat und Abenteurer 1354 auf die Insel Tenedos und trug im byzantinischen Thronstreit dem Johannes V. Palaiologos seine Waffenhilfe gegen Johannes Kantakuzenos an. Nach Johannes‘ V. Einzug in die Hauptstadt verlieh er seinem Bundesgenossen Francesco Gattilusio die Insel Lesbos (Mytilene), die dieser am 17. Juni 1355 in Besitz nahm. Er heiratete vor 1357 die Schwester des Kaisers, Irene-Maria, Witwe des Michael Asen. In engem Bündnis mit Byzanz, bewog er Johannes V. zu Unionsverhandlungen mit der römischen Kurie. Größere Spannungen traten erst auf, als Johannes V. sich 1373 politisch den Türken annäherte. Stark profitierte Francesco Gattilusio von der progenuesischen Regierung Andronikos‘ IV.; so bemächtigte sich Francesco der thrakischen Stadt Aenos, die seinem Bruder Niccolo anvertraut wurde. Bei alledem verzichtete er nie darauf, christliche Schiffe zu kapern und in seinem Inselreich den Regierungsstil der Venezianer zu kopieren. Nachdem Francesco Gattilusio und seine Söhne Andronikos und Domenico durch eine Erdbeben umgekommen waren, übernahm sein auf wunderbare Weise erretteter dritter Sohn, Jacopo, als Francesco II. die Herrschaft des Vaters, die bei den griechischen Untertanen offenbar als ein Hort des Friedens und Wohlstandes galt, wie die Lobreden des Demetrios Kydones bezeugen.



Thiele, Andreas: Tafel 212
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

MARIA, Erbin von Lesbos
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    + um 1401

  oo Francesco Gattilusi, Patrizier von Genua, Fürst von Mytilene und Lesbos
              + 1384



Norwich John Julius: Band III Seite 377,380,389
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Bei der Einfahrt in den Hellespont schloß sich Amadeus von Savoyen Johannes' Schwager Francesco Gattilusio an, der mit Maria verheiratete genuesische Herrscher über Lesbos. Ohne lange zu fackeln, griffen die beiden mit ihren Truppen die Stadt Gallipoli an, und es gelang ihnen, sie nach zwei Tagen dauernden heftigen Kämpfen zurückzuerobern.
Doch Johannes V. hielt sein Versprechen. Im Frühsommer 1369 brach er mit seinem Schwager Francesco Gattilusio sowie Demetrios Kydonnes im Gefolge auf. In Neapel verbrachte er einige Tage als Gast der Königin von Sizilien, um sich von der Reise zu erholen, und bereitete sich auf die bevorstehenden Verhandlungen vor. Dann segelten sie nach Rom weiter.
Noch eine Demütigung erwartete Manuel auf Lesbos, wo Francesco Gattilusio ihm den Zutritt nach Mytilene verweigerte, so daß er samt Gefolge gezwungen war, das Lager auf dem offenen Feld unter der sengenden Sonne aufzuschlagen.

Runciman Steven: Seite 55
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"Die Eroberung von Konstantinopel 1453"

Konstantin hatte 1441 zum zweitenmal geheiratet. Seine Gemahlin Katharina, Tochter des Fürsten von Lesbos, Dorino Gattulusi, stammte aus einer genuesischen Dynastie, deren Begründer Francesco die Schwester Kaiser Johannes V. geheiratet hatte und die völlig griechisch geworden war.
 
 
 
 

 um 1355
  oo 2. Irene-Maria von Byzanz, Tochter des Kaisers Andronikos III.
           um 1330/35- um 1401
 
 
 
 

Kinder:

  Andronikos
         -6.8.1384

  Domenico
          -6.8.1384

  Francesco II.
         -   1403
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 377,380,389 - Runciman Steven: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1966 Seite 55 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 212 -