Sohn des Grafen Hugo XII. von Lusignan
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 17
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Nach dem Tode
Hugos XIII. (†
1303,
kinderlos) bemächtigte
sich dessen Bruder
Gui (Guyard), obwohl enterbt, der Hinterlassenschaft
und setzte, da selber kinderlos, in einem Geheimvertrag den König
von England zum Erben ein (1305). Als dieser Vertrag bekannt wurde
(Frühjahr
130), ließ König Philipp IV. von
Frankreich
alle Besitzungen Guyards einziehen. Nach dessen Tod († 28.
November
1308) erreichte König Philipp
den Verzicht der letzten Erbberechtigten, nämlich des Grafen
Aimar
von Pembroke und der Schwestern
des Verstorbenen, Yolande, Marie
und Jeanne. Nach Yolandes Tod († Ende 1314) wurde die Herrschaft
Lusignan definitiv der Krone einverleibt, wie zuvor schon die
Grafschaft
Angouleme; die Grafschaft Marche wurde als Apanage an den Prinzen
Karl IV. ausgetan.
Mit der Entführung der Erbin von Angouleme,
Isabella, der Braut Hugos von Lusignan,
Grafen von der Marche, durch den
PLANTAGENET Johann "Ohneland",
wurde der große Konflikt
zwischen den PLANTAGENET
und dem König
von Frankreich ausgelöst, da Hugo von Lusignan diesen um
Beistand
angerufen hatte (1200-1202). Nach dem Tode Johanns
heiratete Isabella ihren einstigen
Verlobten, der dem KAPETINGER
den Lehnseid
leistete. Die Zeit von 1226 bis 1242 war die Blütezeit der TAILLEFER-LUSIGNAN,
die nun das Angoumois mit Cognac und Merpins besaßen, die
Saintonge
mit St-Jean d'Angely, Aunis ("le grand fief d'Aunis), Lusignan und die
Grafschaft der Marche.
Aber zwischen Hugo X. einerseits, König
Ludwig IX. dem Heiligen und seinem
Bruder Alfons
von Poitiers andererseits brachen 1241 Streitigkeiten aus;
als
besiegte Rebellen verloren Hugo und Isabella
nach dem Vertrag von Pons (1242) ein Drittel ihrer Domänen; sie
behielten
jedoch die Grafschaft Angouleme. Die Linie
der TAILLEFER-LUSIGNAN
erlosch mit Hugo XIII. und seinem Bruder Gui (Guido),
zu
dessen Lebzeiten sich Philipp der Schöne
der
Grafschaft durch Verrat bemächtigte (1308); die natürlichen
Erben
wurden entschädigt und das Angoumois mit der Krondomäne
vereinigt
(1314).