Guyard von Lusignan                       Graf von Angouleme
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    28.11.1308
 

Sohn des Grafen Hugo XII. von Lusignan
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 17
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Nach dem Tode Hugos XIII. ( 1303, kinderlos) bemächtigte sich dessen Bruder Gui (Guyard), obwohl enterbt, der Hinterlassenschaft und setzte, da selber kinderlos, in einem Geheimvertrag den König von England zum Erben ein (1305). Als dieser Vertrag bekannt wurde (Frühjahr 130), ließ König Philipp IV. von Frankreich alle Besitzungen Guyards einziehen. Nach dessen Tod ( 28. November 1308) erreichte König Philipp den Verzicht der letzten Erbberechtigten, nämlich des Grafen Aimar von Pembroke und der Schwestern des Verstorbenen, Yolande, Marie und Jeanne. Nach Yolandes Tod († Ende 1314) wurde die Herrschaft Lusignan definitiv der Krone einverleibt, wie zuvor schon die Grafschaft Angouleme; die Grafschaft Marche wurde als Apanage an den Prinzen Karl IV. ausgetan.


Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 638
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Angouleme
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Mit der Entführung der Erbin von Angouleme, Isabella, der Braut Hugos von Lusignan, Grafen von der Marche, durch den PLANTAGENET Johann "Ohneland", wurde der große Konflikt zwischen den PLANTAGENET und dem König von Frankreich ausgelöst, da Hugo von Lusignan diesen um Beistand angerufen hatte (1200-1202). Nach dem Tode Johanns heiratete Isabella ihren einstigen Verlobten, der dem KAPETINGER den Lehnseid leistete. Die Zeit von 1226 bis 1242 war die Blütezeit der TAILLEFER-LUSIGNAN, die nun das Angoumois mit Cognac und Merpins besaßen, die Saintonge mit St-Jean d'Angely, Aunis ("le grand fief d'Aunis), Lusignan und die Grafschaft der Marche.
Aber zwischen Hugo X. einerseits, König Ludwig IX. dem Heiligen und seinem Bruder Alfons von Poitiers andererseits brachen 1241 Streitigkeiten aus; als besiegte Rebellen verloren Hugo und Isabella nach dem Vertrag von Pons (1242) ein Drittel ihrer Domänen; sie behielten jedoch die Grafschaft Angouleme. Die Linie der TAILLEFER-LUSIGNAN erlosch mit Hugo XIII. und seinem Bruder Gui (Guido), zu dessen Lebzeiten sich Philipp der Schöne der Grafschaft durch Verrat bemächtigte (1308); die natürlichen Erben wurden entschädigt und das Angoumois mit der Krondomäne vereinigt (1314).