Guido II. Embriaco                        Herr von Gibelet (1271-1282)
------------------------
    -   1282 lebendig begraben
     Nephin
 

Sohn des Herrn Heinrich I. Embriaco von Gibelet und der Isabella Ibelin von Beirut, Tochter von Herr Balian III.
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1877
********************
Embriaci (Embriac)
------------------------

Herren von Gib(e)let (Gubail, Byblos), aus Genua stammende große Adelsfamilie im Heiligen Land

Guy II. (ca. 1271-1282) geriet wegen eines Heiratskonflikts in Gegensatz zu Bohemund VII. Von den Templern unterstützt, griff Guy Tripolis an, unterlag jedoch und wurde schließlich mit seinen Brüdern zu Nephin lebendig begraben (1282).



Runciman, Steven: Seite 1167-1168
***************
"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Jahr 1277 überwarf sich Bohemund VII. mit dem mächtigsten seiner Lehnsleute, Guido II. Embriaco von Dschebail. Guido war sein Vetter und naher Freund, und es war ihm versprochen worden, daß sein Bruder Johann die Hand der ortsansässigen Erbin der Alemannen-Familie erhalten werde. Aber Bischof Bartholomäus von Tortosa wünschte sich dieses Erbe für seinen Neffen und verschaffte sich Bohemunds Zustimmung. Daraufhin entführte Guido das Mädchen und verheiratete sie mit Johann. Sodann floh er, da er Bohemunds Rache fürchtet, zu den Tempelrittern.
Nachdem die Tempelritter nach Akkon zurückgekehrt waren, machte Bohemund sich auf, um Dschebail anzugreifen. Guido, dem Wilhelm von Beuajeu eine Abteilung Ordenstruppen zurückgelassen hatte, zog ihm entgegen, um ihn zu stellen. Einige Meilen nördlich von Botrun kam es zu einer grimmigen Schlacht. Die Kämpfenden zählten kaum zweihundert auf jeder Seite, aber die Schlächterei war gewaltig. Bohemund wurde schwer geschlagen. Unter den Rittern, die er einbüßte, befand sich sein Vetter und Guidos Schwager Balain von Sidon, der Letze des großen Hauses GARNIER.
Nach seiner Niederlage willigte Bohemund in einen einjährigen Waffenstillstand ein; aber im Jahr 1278 griffen Guido und die Tempelritter ihn erneut an. Bohemund wurde abermals geschlagen
Der Großmeister der Hospitaliter, Nikolaus Lorgne, vermittelte einen neuen Waffenstillstand. Aber Guido von Dschebail gebärdete sich weiter wild und gefährlich. Er beschloß, Tripolis selbst zu erobern. Im Januar 1282 schlich er mit seinen Brüdern und einigen Freunden heimlich ins Viertel der Tempelritter in Tripolis ein. Aber es bestand irgendein Mißverständnis in der Vereinbarung, und der Befehlshaber der Tempelritter war abwesend. Guido argwöhnte Verrat und verlor den Kopf. Indes er versuchte, im Ordenshaus der Hospitaliter Zuflucht zu nehmen, verständigte jemand Bohemund. Die Verschwörer flüchteten in einen Turm im Hospitaliterhaus, wo Bohemunds Truppen sie belagerten. Nach einigen Stunden erklärten sie sich auf Verlangen der Hospitaliter bereit, sich zu ergeben, unter Bedingung, daß man sie am Leben ließ. Bohemund brach sein gegebenes Wort. Guidos sämtliche Gefolgsleute wurden geblendet; Guido selbst, seine Brüder Johann und Balduin und sein Vetter Wilhelm wurden nach Nephin gebracht, wo man sie allesamt in einem Graben bis zum Hals einschaufelte und dort verhungern ließ.
Das grauenvolle Schicksal der Rebellen erfülte Bohemunds Lehnsleute mit Entsetzen. Die Familie EMBRIACO hatte überdies nie vergessen, daß sie ursprünglich aus Genua stammte.
 
 
 
 

  oo Margarethe von Sidon, Tochter des Herrn Julian Garnier
               -
 
 
 
 

Kinder:

  Peter I. Embriaco
        -
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 1167-1168,1184 -