Eleonore von Aragon                      Königin von Zypern
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um 1338 26.12.1417
                  Barcelona
 

Tochter des Grafen Peter von Aragon-Ribagorza und der Johanna von Foix, Tochter von Graf Gaston I.; Enkelin des Königs Jakob II. von Aragon
 

Thiele, Andreas: Tafel 154
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

LEONORE
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    1416

 1353
  oo PETER I. DE LUSIGNAN, König von Cypern
              1369


Eleonore war 1369-1379 Mitregentin von Zypern.

Pernoud Regine: Seite 228-250,274
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"

In Abwesenheit ihres Gatten ließ Eleonore dessen schwangere Geliebte an den Hof kommen, mißhandelte sie und ließ das anschließend geborene Kind verschwinden.
"Wir wollen uns jetzt den Ereignissen zuwenden, die durch die Sünden der Königin heraufbeschworen wurden. Der Dämon der Wollust ergriff den Messire Johann von Morphou, dem Grafen von Rochas [von Edessa], Besitz und entfachte in ihm eine heftige Leidenschaft für die Königin. Er ließ sich alles mögliche einfallen und machte den Kupplerinnen allerhand Geschenke, um sein Ziel zu erreichen, so dass er schließlich Erfolg hatte und die beiden zusammenkamen. Bald war die Sache stadtbekannt, und jeder wußte, wie es dazu gekommen war. Von nichts anderem wurde gesprochen, sogar die Dienstboten klatschten darüber. Auch die Brüder des Königs hörten davon und waren sehr gekränkt. Sie überlegten, wie sie das Übel aus der Welt schaffen könnten, um noch größeres Unheil zu verhindern, wie es dann ja auch geschah.
Die unmittelbaren Folgen von Peters Ermordung waren nicht weniger dramatisch als das Ergebnis selbst, wobei die erbitterte Feindschaft der Handelsmächte und die kurzsichtige, arrogante Haltung Eleonores das Geschehen bestimmten. Noch während der Krönung Peters II. in der St. Nikolauskathedrale von Famagusta kam es zu einem bezeichnenden Vorfall. Der Chronist Machairas, Augenzeuge und aufmerksamer Beobachter der Geschehnisse, berichtet: "Als der König die Kirche verließ und sein Pferd besteigen wollte, stürzten die Venezianer herbei und ergriffen den rechten Zügel des Pferdes. Die Genuesen wollten sich diese Ehre nicht nehmen lassen, denn sie hatten einen Anspruch darauf, rechts neben dem König zu reiten, und die Venezianer links. Die Venezianer waren in der Überzahl und konnten es auf einen Kampf ankommen lassen. Es folgte ein großer Aufruhr... Der [genuesische] Podesta, der den Streit mit den Venezianern kommen sah, hatte den Genuesen geraten, Handwaffen unter ihrer Kleidung zu tragen... Als man zu Tisch ging, wurde Anweisung gegeben, den Tisch der Genuesen rechts und den der Venezianer links aufzustellen. Während die beiden Kommunen aßen, bedrohten sie sich gegenseitig, indem sie mit den Zähnen knirschten. Während des Essens behielten die bewaffneten Genuesen die Venezianer ständig im Auge. Nach dem Essen entfernte sich der König, um sich für den Ball umzuziehen. Während seiner Abwesenheit beschimpften sich die Genuesen und die Venezianer gegenseitig. Drei genuesische Kaufleute zogen blitzschnell den Dolch und stürzten sich auf die Venezianer, von denen einige... sich mit dem Dolch in der Hand verteidigten. Die bewaffneten Genuesen, die sich draußen befanden und den Lärm hörten, stürmten den Palast...
Um zu zeigen, dass er den ärgerlichen Zwischenfall vergessen hatte, ließ der König Turniere und rauschende Feste veranstalten. Für eine Weile beruhigten sich die Gemüter.
Die Lage wurde infolge der Spannungen innerhalb der Familie LUSIGNAN, das heißt zwischen den Brüdern des toten Königs und Königin Eleonore, der Mutter Peters II., immer komplizierter. Eleonore war enttäuscht über die kürzlich getroffenen Entscheidungen und die von ihren beiden Schwägern Johann und Jakob vorgenommenen Ernennungen. Gleichzeitig entwickelte sie einen heftigen Groll; mag sein, dass sie auch Gewissensbisse plagten wegen des gewaltsamen Todes ihres Mannes. Sie hatte mit ihrer Untreue gehörig zur seelischen Zerrüttung des Königs und zur Verschärfung der Situation beigetragen, bis es schließlich zu dem Mord kam. Aus Rachsucht hatte sie diesen Mord begünstigt oder zumindest wohlwollend geduldet. Nachdem sich nun das Blatt zu ihren und ihres Sohnes Ungunsten gewendet hatte und ihre beiden Schwäger allmählich die Macht in Zypern an sich rissen, richtete sich ihr Zorn gegen diejenigen, zu deren Komplizen sie sich seinerzeit gemacht hatte. Es war vermutlich nicht so sehr die Erkenntnis, dass sie ein Verbrechen begangen hatte, die diese leidenschaftliche, skrupellose Frau quälte, sondern die Tatsache, dass dieses Verbrechen sinnlos gewesen war. Indem sie künftig Beistand bei den Genuesen suchte, machte sie bedenkenlos mit denen gemeinsame Sache, die Unglück und Zwietracht nach Zypern gebracht hatten. Am 2. Oktober 1373 besetzten 36 genuesische Galeeren den Hafen von Famagusta. Die erste Reaktion der Genuesen gegenüber Eleonore muß eine bittere Enttäuschung für sie gewesen sein. Nach einer feierlichen Messe in der St. Nikolauskathedrale "führte der Admiral Pietro di Campo Fregoso den König, dessen Mutter und den Fürsten in den Hof der Festung. Sie [die Genuesen] entfernten sich nacheinander, verschlossen die Tore und ließen sie ohne Essen und Trinken den ganzen Tag ohne einen Diener schmachten. In der Nacht mußten sie auf der Erde schlafen, so wie sie waren, und wurden wie Hunde behandelt. Die Königin war sehr betrübt, ihren Sohn ohne Essen und auf dem Boden schlafen zu sehen... Am nächsten Morgen erlaubten die Genuesen drei Dienern, den Gefangenen, dem König, der Königin und dem Fürsten, Essen zu bringen. Der Fürst - Johann von Lusignan - wurde als Mörder seines Bruders festgenommen." Eleonore schien zu glauben, dass sich der Wind zu ihren Gunsten drehte. Johann konnte jedoch mit Hilfe seines Kochs fliehen. Er brachte ihm große Stiefel, in denen die Eisenketten, die man ihm um die Füße gelegt hatte, versteckt wurden. Mit einem Kochtopf auf dem Kopf floh er aus Famagusta.
Die Gewaltakte häuften sich. Vermutlich steckten Eleonores Machenschaften dahinter, die sich inzwischen zum Werkzeug gnadenloser Rache an der Ermordung ihres Mannes gemacht hatte. Der Herr von Arsuf, Philipp von Ibelin, der König Peter I. den ersten Hieb  versetzt hatte, wurde enthauptet (seine Frau, "inzwischen Mätresse des Admirals der Genuesen", so Machairas, hatte ihn verraten). Es folgten Heinrich von Gibelet und ein anderer Edelmann, denen vorgeworfen wurde, in das Attentat verwickelt gewesen zu sein. Pietro di Campo Fregoso spielte sich als Herr auf und ging sogar soweit, den armen Peter II. zu ohrfeigen, als der sich weigerte, Kyrenia, die sicherste Festung der Insel, auszuliefern. Zypern mußte sich dem Gesetz der Besatzer unterwerfen
Der Konnetabel von Jerusalem, Jakob von Lusignan, hatte sich in Kyrenia verschanzt. Nach vier Monaten Belagerung zogen sich die Genuesen schließlich zurück, nicht ohne Peter II. einen Friedensvertrag abzunötigen, der ihnen praktisch die ganze Insel auslieferte und die zypriotische Bevölkerung zwang, eine Kriegsentschädigung von 2.140.400 Goldecu zu bezahlen, eine ungeheure Summe damals. Bis zur Auszahlung des Geldes behielten sie den Hafen und die Stadt Famagusta in ihrer Hand. Nachdem sie sich Jakobs von Lusignan bemächtigt und ihn als Geisel nach Genua geschickt hatten, kehrte für eine Weile Ruhe ein, genauer bis zum Oktober 1374.
Trotz all dieses Unheils - möglicherweise auch aufgestachelt durch die inzwischen zum Alltag der Insel gehörenden Gewalttaten - sann die Königin weiter auf Rache. Sie ließ ihren Schwager Johann, den Fürsten von Antiochia, zweimal bitten, sie in ihrer Residenz in Nikosia aufzusuchen. Dazu Machairas: "In Ihrem Zorn auf ihn versuchte sie, seiner habhaft zu werden, um ihn umzubringen. Sie hetzte ihren Sohn, ihn zu töten, weil er am Tod seines Vaters schuld sei." Der Fürst hatte sich in die Festung St. Hilarion geflüchtet, fand sich jedoch schließlich bereit, nach Nikosia zu kommen, wo sich Eleonore und Peter II. aufhielten. "Nach dem Essen ließ der König seinen Onkel rufen. Man hatte hinter den Säulen Francesco Tamachi versteckt, einen Genuesen im Dienst des Königs, Frasses Saturno, einen Katalanen und Louis Pons, einen Diener des Königs, mit einigen Neapolitanern, Lombarden und zypriotischen Rittern."
Als der Fürst sein Pferd besteigen wollte, um zum König zu reiten, warnten ihn die Diener, bei denen er sehr beliebt war: "Geht nicht dorthin, man wird Euch töten." Er hörte nicht darauf und ging hinunter bis zur Freitreppe. Dort erhielt er denselben Rat. Er wollte nicht daran glauben und sagte: "Sie werden doch ihr Wort halten!" In der Tat "hatte er zusammen mit der Königin einige Zeit zuvor die Messe besucht, und alle beide beim Leib Christi geschworen, Frieden zu wahren." Und Machairas fährt fort: "Kaum hatte er die Füße in die Steigbügel gesetzt, als sein Pferd strauchelte und stürzte." Johann von Lusignan wollte trotz dieses unheilvollen Vorzeichens immer noch nicht begreifen und ritt zum Schloß.
"Nachdem er vom Pferd gestiegen war, betrat er das mit goldenen Teppichen ausgelegte Gemach, das Pariser Gemach. Dort saßen der König und die Königin auf dem Sofa. Er grüßte sie und seine Verwandten. Der Tisch war gedeckt. Die Königin lud den Fürsten ein: 'Herr Bruder, eßt mit uns.' Er ließ sich nichts annmerken und erwiderte: 'Zu Befehl.' Man setzte sich zu Tisch. Die Königin hatte ein Zeichen ausgemacht: In dem Augenblick, in dem sie ihr Taschentuch hob, sollte man ein Tablett hereintragen mit dem Hemd, das ihr Mann getragen hatte, als er ermordet wurde. Sie hatte die Mörder angewiesen: 'Wenn ich das Hemd zeige, macht Euch bereit, ihn zu töten.' So geschah es. Der Fürst saß beklommenen Herzens am Tisch. Man forderte ihn auf: 'Eßt, Herr.` 'Mein Herz, mein Herz, ich weiß nicht, warum es mich drückt; ich weiß nicht, was ich habe.' Als die Mahlzeit zu Ende war, brachte man das Hemd herein. Die Königin sagte: 'Fürst, wem gehörte dieses Hemd?" In diesem Augenblick stürzten sich die Mörder auf den guten Fürsten und schnitten ihm die Kehle durch. Es war dasselbe Zimmer, in dem König Peter getötet worden war."
Eleonores Herz muß sich angesichts all dieser Verbrechen mit der Zeit immer mehr verhärtet haben. Sie ging schließlich soweit, gegen ihren eigenen Sohn zu konspirieren. Von einer Zofe gewarnt, entdeckte Peter II. mehrere, ausgerechnet an die Genuesen gerichtete Schreiben, die seine Mutter unter der Bettdecke versteckt hatte. 1377 heiratete der König die Nichte des Herzogs von Mailand, Valentina Visconti. Streitigkeiten zwischen Eleonore und ihrer Schwiegertochter blieben nicht aus, so dass sich Peter II. 1380 veranlaßt fühlte, seine Mutter in ihre Heimat Katalonien zurückzuschicken.
Ab und zu wird sie in den Chroniken der Epoche noch erwähnt, vor allem weil sie finanzielle Forderungen stellte, nachdem ihr die Einkünfte aus der Insel Zypern entzogen worden waren. Sie erhielt schließlich von ihrem Vetter, König Peter IV. von Aragon, eine stattliche Apanage und Rechte auf die Stadt Valls bei Taragona.
 
 
 
 

 1353
  oo 2. Peter I. König von Zypern
          1328 17.1.1369 ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Peter II. der Dicke
  um 1357 †  Oktober 1382

  Margarethe
          1397

 1385
  oo Jakob Graf von Tripolis
              1395/97
 
 
 
 

Literatur:
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Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 228-250,274 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 1222 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 154 -