Guido II. (Hugo)                           Herzog von Athen (1287-1308)
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um 1279-5.10.1308
 

Sohn des Herzogs Wilhelm I. von Athen und der Helene Angela-Komnena, Tochter von Archon Johannes I. von von Neopatras(-Epiros) aus dem Hause ANGELOI
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 921
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Roche, la
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Burgundische, auf Otto (Othon) von la Roche-sur-Ognon (etwa 1130-1170) zurückgehende Adelsfamilie, die im fränkischen Griechenland eine führende Rolle spielte. Nachdem Otto von la Roche, ein Enkel des Ahnherrn, am IV. Kreuzzug im Gefolge des Markgrafen Bonifaz I. von Montferrat teilgenommen und von diesem noch 1204 in seinem "regnum Thessalonicae" mit der (Lehens-)Herrschaft über Athen (samt Megara) betraut worden war, stellte die Familie zunächst dort, wie auch ab 1210 in Theben und ab 1212 in der Argolis samt Nauplion, bis zu ihrem Aussterben mit dem Tod Guys II. (bzw.: Guyots) von la Roche 1308 die weltlichen Herren (ab 1280 Herzöge), war aber verschiedentlich im Athener Klerus vertreten. Grablege der Athener Herzöge war das Kloster Daphni.



Kiesewetter, Andreas: Seite Seite 344,347,359,362-364
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"Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts"

Im Falle Athens suchte der ANJOU dies, durch die formale Erhebung Athens zum Herzogtum den DE LA ROCHE zu "versüßen", doch weigerte sich gerade Helena Angela-Komnena, die nach dem Tode ihres Gemahls Wilhelm de la Roche für ihren noch minderjährigen Sohn Guy II. (Guyot) die Regierung führte, zunächst hartnäckig, Floris das Homagium zu leisten und damit den lehnsrechtlichen Status der Herzöge von Athen als subfeudatarii anzuerkennen.
Doch hatten sich bei der Regierungsübernahme des Floris in Achaia sofort Schwierigkeiten ergeben, da drei der wichtigsten Lehnsträger des Fürstentums sich weigerten, dem HENNEGAUER das Homagium zu leisten und somit ihren Status als subfeudatarii anzuerkennen: Helena Angela-Komnena, die für ihren minderjährigen Sohn Guy II. im Herzogtum Athen die Regierung führte, Markgraf Thomas Pelavicino von Bondonitsa und wohl auch Bonifaz von Montferrat verweigerten dem neuen Fürsten von Achaia das geforderte Homagium und die assecuratio, da nach ihrer Ansicht zwischen ihren Lehen und dem Fürstentum Achaia keinerlei Lehnsnexus bestand. Gaben die beiden letztgenannten auf Aufforderung des Königs nach und leisteten die verlangten Eide, so blieb die Herzogin von Athen trotz eines ausdrücklichen Befehls Karls II. hartnäckig und lehnte es weiterhin ab, dem Fürsten von Achaia den Handgang zu leisten. Rückendeckung erhielt Helena ab 1291 von ihrem Gatten Hugo von Brienne der mit Karl II. in engsten Beziehungen stand und seinen ganzen Einfluß beim König geltend machte.
Dem Fürsten von Achaia gelang es tatsächlich, den König zu einem erneuten Sinneswandel zu bewegen, denn am 25. Juli stellte die königlich Kanzlei eine Reihe von Urkunden aus, in welchen Hugo von Brienne, seine Gemahlin Helena und der seit kurzem mündige Guy II. de la Roche aufgefordert wurden, endlich Floris von Hennegau das verlangte Homagium zu leisten. Hugo von Brienne und seine Gemahlin wußten zudem ihre Stellung am neapolitanischen Hofe zu verbessern, da Helena und ihr Bruder Konstantin Angelos-Komnenos Karl II. anboten, das Herzogtum Neopatras (Thessalien) vom König zu Lehen zu nehmen.
Da am 8. August 1296 Hugo von Brienne, der eigentliche Mentor des Widerstandes Guys II. von Athen in der Homagiumsfrage, in der Schlachte bei Garigliano gegen die Sizilianer gefallen war, entschloß sich der ANGIOVINE nun endgültig, den Streit um die Leistung des Handgangs zu Gunsten des Fürsten von Achaia zu entscheiden: Ein Schiedsspruch, den der König am 1. Oktober 1296 fällte, regelte, daß Guy II. de la Roche dem Floris von Hennegau und der Fürst von Achaia Philipp von Tarent das Homagium zu leisten hatten.
 
 
 

  oo Mathilde von Avesnes, Tochter des Fürsten Florenz
       1293-   1331
 
 
 

Literatur:
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Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 344,347,359,362-364,534 -