Joscelin III. de Courtenay                          Titular-Graf von Edessa
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um 1135- wohl 1187 oder 1200
 

Einziger Sohn des Grafen Joscelin II. von Courtenay-Edessa und der Beatrice; Onkel des Königs Balduin IV. von Jerusalem und Großonkel des Königs Balduin V.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 637
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Josselin III., Titular-Graf von Edessa
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     + vor 1200

Sohn von Josselin II. und der Beatrix; Bruder der Agnes von Courtenay, der ersten Frau König Amalrichs von Jerusalem und Mutter von König Balduin IV. und Königin Sibyllas

Nachdem Josselin III. lange Jahre in muslimischer Gefangenschaft verbracht hatte (1160-1176), trat er unter Balduin IV. stark hervor, wurde Seneschall von Jersalem und begründete dank reicher königicher Schenkungen (ab 1179) eine ausgedehnte Herrschaft (Ländereien um Akkon, die sich über zwei Drittel der Krondomäne erstreckten; Rentenlehen in Akkon und Tyrus). Seine Rolle im Pateienstreit der 80-er Jahre wurde von den Historikern recht kritisch beurteilt. Angesichts des nahenden Todes von Balduin IV. (+ 1185) zum Vormund des jungen Thronerben, Balduin V., eingesetzt, verdrängte Josselin nach dessen Tod (1186) die gegnerische Partei, um Königin Sibylla den Thron zu sichern. Dies trug ihm die Herrschaft Toron (Tibnin) ein. Nach der Niederlage von Hattin übergab er Akkon an Saladin (10. Juli 1187). Aus seiner Ehe mit Agnes von Milly gingen zwei Töchter hervor, über die seine Herrschaft um Akkon möglicherweise an den Deutschen Orden überging.



Thiele, Andreas: Tafel 175
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

JOSCELIN III.
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    + wohl 1187

Joscelin III. de Courtenay folgte 1150 seinem Vater in den Restgebieten zu Harem ( = Harenc). Er wuchs unter byzantinischer Bevormundung auf, setzte die sinnlosen und verheerenden Fehden und Plünderungsfeldzüge fort und konnte zeitweise Gebiete zurückgewinnen. Er stand gegen Byzanz, Antiochia und die Emire von Damaskus und wurde Seneschall von Jerusalem. Er machte 1164 die Schlacht bei Harem mit und geriet in Gefangenschaft, aus der ihn erst 1175 seine Schwester, die Königin-Witwe Agnes, freikaufte. Joscelin machte 1177 die Schlacht bei Ramla gegen Saladin unter dem königlichen Neffen Balduin IV., wodurch die Eroberung Jerusalems hinausgezögert wurde. Er wurde 1180 Botschafter in Byzanz, 1183 Mitregent in Jerusalem für den Großneffen Balduin V., wurde Graf von Akkon und 1186 mit den Templern und dem Fürsten Rainald de Chatillon Promotor der Wahl Guidos von Lusignan zum König von Jerusalem. Er kam wohl in der vernichtenden Schlacht bei Hittin 1187 um.

  oo Agnes de Milly, Tochter des Seigneur Henri de Petra



Seine Schwester Agnes war in zweiter Ehe mit Amalrich I. König von Jerusalem verheiratet.

Mayer Hans Eberhard: Seite 117,118,121,122
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Joscelin III., Titular-Graf von Edessa, ein Graf ohne Grafschaft, raffte sich mit einer Habgier ohnesgleichen in der Gegend von Akkon die sogenannte "Seigneurie de Joscelin" zusammen. Im Jahre 1180 wurde er auf Betreiben seiner Schwester Agnes als Gesandter nach Konstantinopel geschickt. 1184 wurde er zum Vormund für seinen Großneffen Balduin V. bestellt, womit er sich aus der Hofpartei seiner Schwester löste. Nach dem Tode Balduins V. ließ Joscelin III. die Maske fallen. Er schickte Raimund von Tripolis, der ihm völlig vertraute, nach Tiberias, bemächtigte sich der Krondomäne von Akkon und Beirut und hielt Raimund vom Begräbnis des Königs fern.
Unter den Parteigängern Guidos von Lusignan schob sich jetzt Joscelin III. in den Vordergrund, dessen Belohnung durch Guido groß ausfiel. Er erhielt die Herrschaft Toron, und seine ältere Tochter sollte einen Bruder Guidos heiraten.
 
 
 
 

  oo Agnes von Milly, Tochter des Seigneur Henri de Petra
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Kinder:

  Beatrice
         - nach 1245

    Agnes
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  oo Wilhelm von La Mandale
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Literatur:
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Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 150,158 - Kugler Bernd: Geschichte der Kreuzzüge. Reprint-Verlag-Leipzig 1880 - Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 259,271 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 117, 118,121,12 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 635,663,707-708,709,726,743,746-747,760 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 175 -