Hugo IV.                                      Herzog von Burgund (1218-1272)
------------                                     König von Thessalonich seit 1266
9.3.1212-27.10.1272
             Villaine-en-Duesmois

Begraben: Citeaux
 

Einziger Sohn des Herzogs Odo III. von Burgund aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid von Vergy, Tochter von Seigneur Hugo d'Autrey
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 162
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Hugo IV., Herzog von Burgund
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* um 1214, + 27. Oktober 1272

Begraben: Citeaux

Sohn von Odo III. und Alix von Vergy

Herzog seit 1218, stand bis zu seiner 1229 gegen den Willen des Königs geschlossenen Ehe mit Yolande von Dreux unter mütterlicher Vormundschaft. Hugo IV. bekämpfte gemeinsam mit dem Hause DREUX den Grafen von Champagne, Tedbald IV. Zweimal auf Kreuzfahrt (1239,1248: Verteidigung von Damiette), unterstützte Hugo IV. auch später den ‚Lateinischen‘ Kaiser von Konstantinopel. - Neben institutionellen Neuerungen (Baillis, Notare, Kastellane) vergrößerte Hugo IV. die herzogliche Domäne beträchtlich, unter anderem tauschte er 1237 Salins (bei Wahrung der Souveränität) gegen die Grafschaften Chalon und Auxonne und bereitete die Erwerbung der Freigrafschaft Burgund vor. Hugo IV., der in 2. Ehe Beatrix von Champagne geheiratet hatte, setzte nach dem frühen Tod seiner ältesten Söhne mit Hilfe König Philipps III. gegen die Erbansprüche der überlebenden Töchter durch, daß Robert II., sein dritter Sohn aus 1. Ehe, den er mit Agnes von Frankreich verheiratet hatte, das Herzogtum erhielt.



Thiele, Andreas: Tafel 106
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

HUGO IV.
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* 1213, + 1272

Hugo IV. folgte 1218-1229 unter der tatkräftigen Regentschaft seiner Mutter und wurde 1237 Graf von Chalon-sur-Saone und Auxonne, trat dafür Salins ab (1225 gekauft) und wurde 1239 Seigneur von Charolais, Mont-Saint-Jean und Rochefort, 1252 von Villaines-en-Duesmois, 1255 von Montreal und Chatel-Gerard, 1266 Titular-König von Thessalonich. Er unternahm 1239-1241 zusammen mit anderen Kronvasallen einen erfolglosen Kreuzzug und rebellierte auch mehrmals, unterwarf sich 1242/43 endgültig dem königlichen Vetter Ludwig IX. dem Heiligen. Hugo versuchte bis 1250 mehrmals vergeblich, zwischen Kaiser und Papst zu vermitteln, zumal der Papst seit 1245 in Lyon residierte. Er förderte die Wahl Alfons X. von Kastilien zum deutschen König, ließ sich von ihm Ansprüche im Arelat bestätigen und lebte mehrere Jahre an dessen Hof. 1248/52 und 1270 begleitete er seinen königlichen Vetter auf seinen Kreuzzügen.

 1229
  oo Jolanthe de Dreux, Gräfin d'Ossone, Tochter des Grafen Robert III. von Dreux und Braine
       * 1212, + 1248

1258
  oo Beatrix de Champgne, Tochter des Königs Theobald I. von Navarra
       * 1242, + 1295

Erbin von L'Isle-sous-Montreal



Le Goff Jacques: Seite 74,150
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"Ludwig der Heilige"

In einem Brief von 1215 erinnert der künftige Ludwig VIII. daran, im Königreich Frankreich sei die Volljährigkeit auf 21 Jahre festgelegt. Herzog Hugo IV. von Burgund, Graf Theobald IV. von der hampagne und Johann der Rote von der Bretagne wurden erst mit 21 Jahren mündig.
Schon 1239 kann ein Teil des "Kreuzzugs der Barone" unter Führung des Grafen Theobald IV. von der Champagne (Theobald I., König von Navarra) und Herzog Hugos von Burgund dort, in dem noch unvollendeten Hafen einschiffen, auch wenn bei dieser Gelegenheit die meisten Kreuzfahrer noch in Marseille an Bord der Flotte gehen. Mir Aigues-Mortes macht Ludwig IX. das Mittelmeer zur Grenze seines Königreichs und eröffnet Frankreich einen neuen Hafen.

Runciman, Steven: Seite 991,994,997,1034
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Frühjahr 1239 stand eine namhafte Gruppe französischer Adliger bereit um nach Osten zu segeln. An ihrer Spitze befand sich der König von Navarra, Tibald von Champagne, der Neffe Heinrichs von Champagne und folglich Vetter der Könige von Frankreich, England und Zypern. Er wurde begleitet von Herzog Hugo IV. von Burgund, von Peter Mauclerc, dem Grafen der Bretagne, den Grafen von Bar, Nevers, Montfort, Joigny und Sancerre, und zahlreichen geringeren Herren. Die Kreuzfahrer, die eigentlich in Brindisi an Bord ihrer Schiffe gehen wollten, waren daher genötigt, sich in Aigues-Mortes und Marseille einzuschiffen. Tibald selbst traf am 1. September 1239 in Akkon ein und während der nächsten Tage versammelte sich dort ein Heeer von etwa eintausend Rittern.
Tibald stattete Jerusalem einen eiligen Pilgerbesuch ab und segelte Ende September 1240 von Akkon hinweg. Die meisten seiner Genossen folgten ihm, mit Ausnahme des Herzogs von Burgund, der schwor, er werde bis zur Fertigstellung der Befestigungen von Askalon warten, und des Grafen von Nevers, der sich der Partei der Tempelritter und der ortsansässigen Barone anschloß.
Schließlich, am 12. August 1248, verließ König Ludwig Paris, und am 25. August schiffte er sich von Aigues-Mortes nach Zypern ein. In seiner Begleitung befanden sich die Königin und zwei seiner Brüder, Graf Robert von Artois und Graf Karl von Anjou. Ihm folgten seine Vettern, Herzog Hugo von Burgund und Graf Peter von Bretagne, die beide im Jahre 1239 auf einem Kreuzzug gewesen waren, der Graf von La Marche, Hugo X. von Lusignan, der Stiefvater König Heinrichs III., sodann Wilhelm von Dampierre, der Graf von Flandern, Graf Guido III. von Saint-Pol, dessen Vater auf dem Dritten und Vierten Kreuzzug gewesen war, Graf Johannes von Saarbrücken und sein Vetter Johannes von Joinville, der Geschichtsschreiber und Seneschall von Champagne.
Am 8. Februar 1250 beim Morgengrauen zogen die Kreuzfahrer durch die Furt. Der Herzog von Burgund wurde mit starken Kräften zurückgelassen, um das Lager zu halten, während König Ludwig selbst sich beim vorrückenden Heer befand.

Norwich John Julius: Band III Seite 261
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Karl, der König von Sizilien, verpflichtete sich oder seine Erben, Balduin binnen sechs oder allerhöchstens sieben Jahren tausend Reiter zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug wollte Balduin ihm die Oberherrschaft über das Fürstentum von Achäa überlassen, alle Agäisinseln mit Ausnahme von Lesbos, Samos, Chios und Kos, ein Drittel der zu erwartenden Eroberungen außer Konstantinopel und den vier oben genannten Inseln, jedoch einschließlich Epiros', Albaniens und Serbiens, sodann das Königreich Thessalonike, falls Hugo, Herzog von Burgund (den Balduin im vergangenen Jahr damit belehnt hatte), seiner Verpflichtung nicht nachkommen sollte, und schließlich den Kaiserthron für den Fall, daß Balduin und sein Sohn Philipp von Courtenay ohne legitime Erben starben.
 
 
 
 

    1229
  1. oo Jolanthe von Dreux
           1212-30.10.1248

 Tochter des Grafen Robert III. und der Aenor von St-Valery, Erb-Tochter des Seigneur Thomas

     1258
   2. oo Beatrix von Champagne-Navarra, Tochter des Königs Theobalds I.
           1242-   1295

         Erbin von L'Isle-Sous-Montreal
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Robert II.
  um 1248-9.10.1305

  Adelheid
         -23.10.1273

 1251
  oo Heinrich III. Herzog von Brabant
             -28.2.1261

  Odo Graf von Nevers
  1230-   1269

  Johann Seigneur von Bourbon
  1231-29.9.1268

  Margarete
          - nach 21.7.1275

  1. oo Wilhelm Graf von Mont-Saint-Jean
                 -   1256

  2. oo Guido IV. Vicomte von Limoges
                 -13.8.1263

2. Ehe

  Beatrix
         -   1329

 1276
  oo Hugo XIII. von Lusignan, Graf von la Marche
      1259-1.12.1310

  Margarete
          - nach 1299

 1272
  oo Johann I. Graf von Chalon d'Arlay
             - nach 16.4.1316

  Agnes
  1270-   1326

   6.2.1284
  1. oo 2. RUDOLF I. Graf von Habsburg
              1.5.1218-15.7.1291

    1306
  2. oo Pierre von Chambly Seigneur von Neaufle
                -

  Hugo Seigneur von Montreal
  um 1260- vor 20.11.1294

 1279
  oo Margarete von Ivrea Tochter Johanns I. von Chalon
              -   1328
 
 
 
 

Literatur:
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Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 179 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 180 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 201,203,230 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 74,112,150,548 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 261 - Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frankreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 151,153 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 991,994, 997,1007,1034,1043 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 106 -