Walter V. von Brienne                  Herzog von Athen (1308-1311)
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um 1278-15.3.1311 gefallen
                am Kephissos

Begraben: Dom zu Lecce
 

Einziger Sohn des Grafen Hugo von Brienne-Lecce aus seiner 1. Ehe mit der Isabella de la Roche, Tochter von Herzog Guy I. von Athen
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 684
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Brienne
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Die Grafschaft Brienne fiel nun an Hugos Sohn, Gautier V., der sie durch seinen Schwager Gaucher de Chatillon, Connetable de France, verwalten ließ. Gautier V. regierte in Athen mit angevinischer Unterstützung und nahm auch an der Seite der ANJOU den Kampf im Königreich Sizilien, allerdings erfolglos, wieder auf. Bald nach 1300 vorübergehend nach Frankreich zurückgekehrt, eroberte er ab 1308 große Teile Griechenlands und herrschte als Herzog von Athen, wobei er sich zunächst auf die Söldnertruppe der Katalanischen Kampagnie stützte (1310), mit der er aber bald in Konflikt geriet. Im Gefecht am Kephisos (15. März 1311) unterlag er den Katalanen und fand den Tod. Die Katalanen bemächtigten sich anschließend des Herzogtums Athen, so daß Gautiers Nachkommen, trotz aller Rückeroberungspläne, nur der leere Herzogstitel blieb. Die Großnichte Gautiers, Maria von Enghien, ließ den Leichnam des Herzogs später in den Dom von Lecce überführen.



Thiele, Andreas: Tafel 140
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

WALTER V.
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* um 1278, + 1311 gefallen

Graf von Brienne und Lecce

Walter V. war wie die Vorfahren geartet. Er versuchte, den Tod des Vaters zu rächen und rekrutierte die "Todesreiter" und fiel mit ihnen in Italien ein. Er geriet durch einen Hinterhalt 1299-1303 in Gefangenschaft, bekriegte Aragon-Sizilien, ging danach nach Griechenland und wurde 1308 Herzog von Athen, Herr von Karitaina, Mitherr von Theben. Er hielt sich mit Hilfe der "Katalanischen Kompanien", die er anheuerte, bekriegte Epiros-Durazzo und die Despoten von Thessalonich und zerstritt sich mit den Katalanen. Er versuchte, sie im Handstreich zu überwinden und fiel gegen sie in Boiotien in der Schlacht am Copais-See.

  oo Johanna de Chatillon, Tochter des französischen Connetable Graf Gaucher V. de Porcean
              + 1354

Regentin



Walter V. geriet mit seinen katalonischen Söldnern, deren Hilfe er zur Unterdrückung der Aufstände in Griechenland benutzt hatte, in Kampf und fiel am 15.3.1311 an der Spitze von 700 lateinischen Rittern am Kephissos in Boötien. Vergeblich opferte seine Witwe Johanna alle Schätze des Hauses zur Wiedererlangung der griechischen Fürstenmacht; nur die Güter in Apulien und Champagne blieben ihr und kamen tiefverschuldet an ihren Sohn.

Mayer Hans Eberhard: Seite 187
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"Geschichte der Kreuzzüge"

In Athen war 1308 der letzte Herzog aus dem burgundischen Haus DE LA ROCHE gestorben. Sein Nachfolger wurde Walter von Brienne, Graf von Lecce. Er verlor sein Herzogtum an eine der abenteuerlichsten Rotten von Briganten, die Europa je heimgesucht hat, an die sogenannte Katalanische Kompanie.

Norwich John Julius: Band III Seite 314
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"Byzanz"

Es gelang den Katalanen nicht, die Stadt zu erobern, aber sie zerstörten mehrere kleinere Ortschaften und plünderten und brandschatzten die Klöster auf dem Berg Athos; danach fielen sie über Thessalien her, und 1310 zogen sie weiter Richtung Süden nach Böotien, wo sie in den Dienst Walters von Brienne traten, des französischen Herzogs von Athen und Theben. Dieser hatte schon lange ein Auge auf Thessalien geworfen, und mit ihrer Hilfe gelang es ihm mühelos, den jungen und kränklichen Johannes II. Dukas in die Knie zu zwingen. Allerdings dauerte es nicht lange, bis Walter seinerseits feststellte, daß die Angehörigen der katalanischen Truppe gefährliche Angestellte waren, die sich leichter anheuern als entlassen ließen. Am 15. März 1311 vernichteten sie sein eigenes Heer am Ufer des Kephissos; er fiel und mit ihm der größte Teil seiner Ritter. Die siegreiche katalanische Gemeinde zog daraufhin nach Athen, wo sie ein eigenes Herzogtum errichtete, das 77 Jahre bestehen sollte.
 
 
 
 

  oo Johanna de Chatillon, Tochter des französischen Connetable Graf Gaucher V. de Porcean
               -   1354

     Sie war Regentin für ihren Sohn.
 
 
 
 

Kinder:

  Walter VI.
  1302-19.9.1356

  Isabella
  1300/05-   1360

  Sie war 1356 Gräfin von Brienne, Lecce und Coversano, Dame de Ramerupt.

  oo Walter III. d'Enghien, Seigneur de Tubize und Lembeek
               -   1345
 
 
 

Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 187 -
Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 314 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 140 -