Walter IV. der Große                     Graf von Brienne le Chatelet
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postum 1205- um 1244/47 ermordet

Begraben: St. Johann zu Akkon
 

Nachgeborener Sohn des Grafen Walter III. von Brienne-Lecce und der Maria Elvira von Lecce, Tochter von König Tankred; Neffe des Königs Johann von Brienne-Jerusalem
 

Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 684
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Brienne
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Gautier IV., sein posthumer Sohn, unterstand zunächst (bis 1221) der Vormundschaft seines Onkels, Johann (Johann de Brienne), des späteren Königs von Jerusalem.
Gautier IV., genannt "der Posthume" oder "der Große", Graf von Brienne, Lecce und Jaffa (oo 1233 Maria von Lusignan, Schwester König Heinrichs von Zypern), war einer der aktivsten Verteidiger des fränkischen Syrien; von den Muslimen 1244 gefangengenommen, wurde er in der Gefangenschaft getötet. Sein Leichnam wurde 1251 den Christen zurückgegeben und in St. Johann zu Akkon bestattet. Joinville rühmt Gautiers Tapferkeit, Freigebigkeit und Frömmigkeit. Seiner Ehe mit Maria von Lusignan entstammten zwei Söhne.



Thiele, Andreas: Tafel 140
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

WALTER IV. "DER GROSSE"
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postum 1205, + um 1244/47 ermordet

Walther IV. der Große war Graf von Brienne, 1221-1244 Graf von Jaffa (Haus IBELIN), Titular-Herzog von Apulien und Graf von Lecce. Er war wie der Vater ein berühmter Haudegen, bekriegte den kaiserlichen Cousin FRIEDRICH II. und versuchte ihm 1228/29 Sizilien-Neapel abzunehmen, unterstützt von seinem Onkel König Johann von Jerusalem. Er ging danach nach Palästina, wurde Graf von Jaffa und Askalon und bekriegte mit wüsten Plündereien ständig Ägypten, gestützt von Johannitern und Templern. Walter IV. geriet in der Schlacht bei Gaza schwer verwundet in Gefangenschaft, weigerte sich, Jaffa zur Aufgabe zu überreden und wurde 1244 oder später ermordet.

  oo Marie de Lusignan, Tochter des Königs Hugo I. von Cypern und Jerusalem/Akkon
              + 1251/53



Walter IV. der Große erhielt von Hugo I. von Zypern die Hand seiner Tochter Maria und die Grafschaft Jaffa, fiel 1244 in der Schlacht bei Jaffa in die Gewalt der Sarazenen, die ihn später in Ägypten töteten.

Runciman, Steven: Seite 992,997,1005-10066
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"Geschichte der Kreuzzüge"

1239
Tibald beschloß, wahrscheinlich auf den Vorschlag Walters von Brienne, des Grafen von Jaffa, der nicht zur Familienpartei der IBELINS gehörte, daß das Heer zuvörderst die ägyptischen vorgeschobenen Stellungen in Askalon und Gaza angreifen und sodann sich gegen Damaskus wenden solle.
Alsdann wurden auch die beiden Baillis des Königreichs, Balian von Sidon und Odo von Montbeliard, denen Tibalds Oberbefehl nicht genehm war, zusamemn mit Walter von Jaffa und einem der IBELINS, Johann von Arsuf, in die geheime Verabredung einbezogen.
1240
Die einheimischen Barone, mit Ausnahme Walters von Jaffa, unterstützten die Tempelritter; die Hospitaliter begannen folglich, sich um die Freundschaft Filangieris undd er Kaiserlichen zu bemühen.
1244
Das christliche Heer war das größte, welches Outremer seit dem verhängnisvollen Tag von Hattin ins Fed gestellt hatte. Es umfaßte 600 weltliche Berittene unter Führung Philipps von Montfort, des Herrn von Toron und Tyros, und des Grafen von Jaffa, Walter von Brienne. Die Tempelritter und Hospitaliter stellten jeweils über 300 ihrer Ordensritter unter den beiden Großmeistern. Eine Abteilung des Deutschen Ordens war zur Stelle. Bohemund von Antiochia schickte seine Vettern Johann und Wilhelm von Botrun und den Konnetabel von Tripolis, Johann von Ham. Das ägyptische Heer lag vor Gaza; sein Befehlshaber war ein junger mameluckischer Emir namens Rukn ed-Din Baibars. Es bestand aus 5.000 besonders ausgewählten Soldaten und der choresmischen Horde. Die gegnerischen Heere kamen am 17. Oktober bei dem Dorf Herbiya oder La Forbie einige Meilen  nordöstlich von Gaza miteinander in Berührung. Viele der Christen waren der Meinung, den ägyptischen Angriff in einer befestigten Stellung abzuwarten, aber Walter von Jaffa drängte stürmisch auf einen sofortigen Angriff. Die Franken schlugen sich tafer, aber vergeblich. Binnen weniger Stunden war ihr ganzes Heer vernichtet. Der Graf von Jaffa, der Großmeister der Hospitaliter und der Konnetabel von Tripolis wurden gefangengenommen. Philipp von Montfort entkam zusammen mit dem Patriarchen nach Askalon, wo die Überlebenden der Ritterorden zu ihnen stießen, nämlich 330 Templer, 26 Hospitaliter und drei Deutsche Ordensritter. Die Zahl der Toten wurde auf nicht weniger denn 5.000 und wahrscheinlich wesentlich mehr geschätzt. 800 Gefangene wurden nach Ägypten gebracht.
Die Choresmier eilten mittlerweile nach Jaffa, dessen gefangenen Grafen sie mit sich führten, und drohten, ihn aufzuknmüpfen, wenn die Besatzung sich nicht ergäbe. Der Graf jedoch rief seinen Leuten zu, sie sollten nicht nachgeben. Die Befestigungen erwiesen sich als zu gewaltig für die Choresmier. Sie zogen sich mit ihrem Gefangenen, dem sie das Leben schenkten, wieder zurück. Er starb später in der Gefangenschaft nach einem tätlichen Streit mit einem ägyptischen Emir, mit dem er Schach gespielt hatte.
 
 
 
 

 1233
  oo Maria von Jerusalem-Zypern, Tochter des Königs Hugo I.
      um 1214-   1251/53
 
 
 
 

Kinder:

  Hugo
  um 1236-   1296

  Johann II.
         -   1260
 
 
 
 

Literatur:
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Payne Robert: Die Kreuuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 Seite 348,357 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 909-910,992,997,1005-1006,1066 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 140 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 63,261 -