Mathilde von Boulogne                           Königin von England
-----------------------------                         Gräfin von Blois
1103-3.5.1152
 

Einzige Tochter und Erbin des Grafen Eustach III. von Boulogne und der Maria von Schottland, Tochter von König Malcolm III.
 

Brandenburg Erich: Tafel 27 Seite 54
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XII. 236. MATHILDE
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                   * ..., + 1152 3. V.

Gemahl: ca. 1120 Stephan von Blois, König von England (siehe XII 26)
                                  + 1154 25.X.



Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

MATHILDE, Erbin von Boulogne
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    + 1151

 1120
  oo Stephan II. von Blois, König von England
              + 1154



Mathilde war die Erbin der Grafschaft Boulogne.

Appleby John T.: Seite 20,22,23,40
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"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket."

Heinrich hatte ihm sowohl in England als auch in der Normandie reichlich Land gegeben und hatte für ihn eine sehr günstige Ehe mit Matilda, der einzigen Tochter und Erbin des Grafen Eustace von Boulogne arrangiert, dessen Titel und Besitzungen er dann auch geerbt hatte.
Stephens Gemahlin sammelte unterdessen in Kent eine Armee, die ständigen Zustrom aus den Reihen derjenigen Männer enthielt, die die Kaiserin einfach nicht länger ertragen konnten. Sie entsandte eine Abordnung, die für ihren gefangenen Mann bitten sollte, von der Kaiserin aber mit Beleidigungen abgespeist wurde. Daraufhin ließ die Königin ihre Armee nach London marschieren. Hocherfreut vom Anblick dieser Streitmacht und bis aufs Blut gereizt durch die zunverschämten Forderungen der Kaiserin erhob sich die Bevölkerung und warf Matilda mit allen ihren Anhängern aus der Stadt hinaus.
Matilda und Graf Robert begaben sich deshalb nach Winchester und belagerten die bischöfliche Burg. Kaum waren sie dort angekommen, kaum hatten sie die Burg blockiert und sich für die Belagerung festgesetzt, als Stephens Gemahlin mit einem Heer ankam, dem allein tausend Londoner angehörten, und die Belagerer einschloß. Bei einem Gewaltmarsch der Truppen der Kaiserin geriet Graf Robert in Gefangenschaft, die Armee wurde völlig zerschlagen. Die Gemahlin Stephens hatte nunmehr einen Gefangenen, der nicht viel weniger wert war als der König. Die Verhandlungen zogen sich über mehr als einen Monat hin; endlich wurden König Stephen und Graf Robert unter gleichen Bedingungen ausgetauscht.
Stephens Gemahlin war im vorangegangenen Jahr gestorben, und der Tod seines Sohnes Eustace (+ 17. August 1153) hatte den König sehr betrübt, seinen Kampfgeist gebrochen und ihn ängstlich darauf bedacht gemacht, jeden weiteren Konflikt zu vermeiden.

Jäschke Kurt-Ulrich: Seite 164,186,189,197,199,209,216
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"Die Anglonormannen."

Als besonderer Günstling darf der Königs-Neffe Stephan gelten, Sohn von Heinrichs I. Schwester Adele und Graf Stephans von Blois: Die Übertragung von verwirkten Kronlehen wie Eye und Lancaster in England und Mortain in der Normandie um 1115 sowie eines Teils der Belleme-Herrschaften 1118 ebnete den Weg für die glänzende Ehe mit Mathilde, Tochter Graf Eustachius' III. von Boulogne, der 1125 Mönch wurde. Zu diesen unmittelbar nutzbaren Herrschaften kam die Tatsache, daß Mathilde Enkelin Malcolms III. Großkopf und der heiligen Margarete war, also eine Nichte der anglonormannischen Königin. Stephans Griff nach der anglonormannischen Krone mit dem Ableben Heinrichs I. wird damit verständlich.
An führenden Mitarbeitern wäre an erster Stelle Stephans mutige und zuverlässige Gattin Mathilde von Boulogne zu nennen, die er 1125 geehelicht hatte. Sie hatte ihm 5 Kinder geboren, von denen ein Sohn namens Balduin und eine Tochter namens Mathilde aber noch vor 1138 starben.
König Stephan beauftragte seine Gattin Mathilde mit der Belagerung von Dover, und sie konnte sich dort tatsächlich gegen Roberts Burggrafen Walchelin Maminot durchsetzen; auch Wareham kapitulierte.
Königin Mathilde erlangte währenddessen in London vom dortigen Justitiar Gervasius von Cornhill eine größere Geldsumme, für die sie Eigengut in Cambridgeshire verpfändete, und kaufte die Unterstützung Gottfrieds von Mandeville zurück. Schließlich gewann sie bei einem Zusammentreffen zu Guildford in Surrey den Legaten Heinrich von Winchester wieder für die Sache seines Bruders.
Die Festkrönung des Königspaares durch Erzbischof Theobald am Weihnachtstag 1141 demonstrierte dann zu Westminster das wiedergewonnene Einvernehmen.
Es überrascht somit kaum, daß vor allem Adlige als Gründer neuer Zisterzienserklöster auftraten, während König Stephan und seine Gattin Mathilde gemäß früherem Engagemant unter den modernen Konventen unmißverständlich die Savignieser bevorzugten: Am 27. April 1136 bestätigte der König deren Mutterhaus die bisherige Benediktinerabtei Buckfast in Devon, und am 3. August 1140 gründete er gemeinsam mit seiner Gattin Mathilde die Marien-Abtei Coggeshall in Essex als Savignieser Reformkloster.
Die wiederholten Invasionsvorbereitungen Heinrich Plantagents in der Normandie seit 1151 wurden überschattet durch den Tod von Stephans Gattin Mathilde am 3. Mai 1152, und als sollte sich die Lage des Königshauses der Zeit Heinrichs I. wiederholen, starb während der angevinischen Invasion am 10. August 1153 Stephans Sohn und Erbe Eustachius.
 
 
 
 

 1120
  oo Stephan III. Graf von Blois
      vor 1102-25.10.1154
 
 
 
 

Kinder:

  Eustach IV. Graf von Boulogne
  um 1122-10.8.1153

  Marie Erbin von Boulogne
  um 1125-   1180/82

 1169/70
  oo Matthäus Graf von Boulogne-sur-Mer
              -25.7.1173

  Wilhelm Langschwert  Graf von Boulogne und Mortain
   um 1124- 10.1159     Graf von Surrey-Varennes
                  Toulouse   Lord Norwich und Pevensey
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite20,22,23,40 - Jäschke Kurt-Ulrich: Die Anglonormannen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz 1981 Seite 164,181,186,189,197,199, 209,216 - Meysels Lucian O.: Frauen um Englands Thron. Eine seriöse Skandalchronik. Edition Tau & Tau Druck-, Verlags- und Handelsgesellschaft mbH Dad Sauerbrunn 1993 Seite 15-18 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 201,203,205 -
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


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