Godehild (Gotrana) von Tosni                 Gräfin von Boulogne
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um 1065- Oktober 1097
              Marasch
 

Tochter des Sir Ralph III. von Tosni
 

Brandenburg Erich: Tafel 27 Seite 54
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 151 b. BALDUIN I., Graf von Edessa 1098, König von Jerusalem 1100
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                   * ca. 1065, + vor 1154

Gemahlinnen:
a) 1096 Godehild, Tochter des Rudolf von Toeny, geschiedene Frau des Grafen Robert von Meulent
                      + 1098 in Kleinasien 



Runciman Steven: Seite 142,182,187
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Balduin begrüßte den Kreuzzug mit Entzücken. Sein Heimatland hatte ihm keine Zukunft zu bieten; im Osten jedoch konnte er vielleicht ein Königreich finden. Als er auszog, nahm er seine normannische Gemahlin Godvere von Tosni und ihre kleinen Kinder mit. Er hatte nicht die Absicht zurückzukehren.
Unmittelbar nach Tankred machten sich Balduin mit seinem Vetter Balduin Le Bourg und 500 Reitern und 2.000 Mann Fußvolk auf den Weg zur Kilikischen Pforte. Seine Gemahlin Godvere und ihre Kinder verblieben beim Hauptheer.
Balduin kam aus Kilikien herbeigeeilt, um seine Gemahlin Godvere, die im Sterben lag, noch einmal zu sehen. Nach ihrem Hinscheiden zog er wieder fort, diesmal gen Osten.

Lehmann Johannes: Seite 67,105
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"Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes."

Balduin, den jüngeren Bruder, hielt dagegen nichts zu Hause, denn er hatte Geistlicher werden sollen und daher keinen Anteil am Grundbesitz erhalten. Da aber Balduin im Gegensatz zum keuschen Gottfried "der Wollust hingegeben war", wie die alten Quellen mit Erschütterung feststellen, hatte er es vorgezogen, auf den geistlichen Stand zu verzichten und die Normannin Godvere von Tosni zu heiraten. Mit ihr und den Kindern zog er auf den Kreuzzug, fest entschlossen, im Orient eine Heimat und Besitz zu finden, der ihm zu Hause verwehrt war.
Von den Frauen, Kindern und Neugeborenen ist nicht die Rede, aber auch sie haben als Wallfahrer den Paß überquert, stürzten in den Abgrund, erfroren oder starben später. Wir erfahren nur, daß Godvere, Balduins Frau, im Sterben lag und daß ihre Kinder krank waren, als sie mit dem Hauptheer den Paß überquert hatten und in Marasch ankamen. Balduin ritt von Tarsus nach Marasch hinüber, um seine sterbende Godvere noch einmal zu sehen. Es war ein Abschied für immer - auch von seinen Kindern. Nach Godveres Tod setzte Balduin seine streitbare Pilgerfahrt fort.
 
 
 
 

  1. oo N.N.
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  2. oo 1. Balduin I. von Boulogne König von Jerusalem
              1058-2.4.1118
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 27 Seite 54 - Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 53 -
Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 67, 105,132 - Payne Robert: Die Kreuuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 Seite 120 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 45 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 142,182,187,190 -