Eustach III.                                          Graf von Boulogne (1092-1125)
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um 1057-   1125
 

Ältester Sohn des Grafen Eustach II. von Boulogne aus seiner 2. Ehe mit der Ida von Lothringen, Tochter von Herzog Gottfried der Bärtige
 

Brandenburg Erich: Tafel 27 Seite 54
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 149 b. EUSTACH III., Graf von Boulogne 1100
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                   * ca. 1058, + nach 1125

Gemahlin:  1102 Marie, Tochter König Malcolms III. von Schottland
                                        + ...



Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

EUSTACH III.
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    + 1125

Graf von Boulogne

Eustach III. folgte seinem Vater als Graf von Boulogne, lehnte 1118 die Krone von Jerusalem ab und lebte meist in Palästina.

 1102
  oo Marie von Schottland, Tochter des Königs Malcolm III.
              + 1116



Eustach III. machte mit seinem Bruder Gottfried von Bouillon den 1. Kreuzzug mit und kehrte nach dessen Tod nach Hause zurück. Sein Besitz ging durch seine Erbtochter Mathilde an Stephan von Blois über.

Runciman Steven: Seite 110,141,273,278,282-283,289,313,451
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Noch bemerkenswerter war der Beitritt von Mänern, die dem Kaiser HEINRICH IV. ergeben waren. Unter ihnen standen an erster Stelle der Herzog von Nieder-Lothringen, Gottfried von Bouillon, der zusammen mit seinen Brüdern Balduin und dem Grafen Eustachius von Boulogne das Kreuz nahm.
Gottfrieds zwei Brüder hatte ebenfalls das Kreuz genommen. Der ältere, Graf Eustchius III. von Boulogne, war kein sonderlich begeisterter Kreuzfahrer und drängte allzeit danach, auf seine reichen Güter zu beiden Seiten des Ärmelkanals zurückzukehren. Sein Beitrag an Truppen war wesentlich geringer als der Gottfrieds, den er folglich bereitwillig als Führer anerkannte. Wahrscheinlich unternahm er die Reise getrennt von ihm, indem er durch Italien zog.
Gottfried und sein Bruder Eustachius von Boulogne befehligten den Angriff auf Jerusalem vom obersten Stockwerk des Turmes aus. Um die Mittagsstunde gelang es ihnen, eine Brücke vom Turm zum Mauerrand hinüberzuschlagen und in die Stadt einzudringen.
Von den großen Fürsten waren dem Kreuzzug nur noch vier verblieben: Raimund von Toulouse, Gottfried von Lothringen, Robert von Flandern und Robert von der Normandie. Eustachius von Boulogne hatte stets nur eine schattenhafte Rolle neben seinem Bruder Gottfried gespielt.
Gottfrieds Bruder, Eustachius von Boulogne, begleitete ihn, möglicherweise, um zu verhindern, daß er wie üblich die gesamte Beute für sich behielt. Sie wurden zu Nablus gut empfangen, scheinen aber nichts erbeutet zu haben. Aber auch Balduin war an der Nachfolge Gottfrieds interssiert. Er war Gottfrieds Bruder und sein nächster Anverwandter im Osten - Eustachius von Boulogne hatte Palästina wahrscheinlich kurz nach Robert von Flandern verlassen - und nicht minder ehrgeizig als Bohemund.
Sein eigener Bruder Eustachius von Boulogne, der auf das Erbe Gottfrieds hätte hoffen können, hatte seinen Ländern am Ärmelkanal den Vorzug gegeben.
Balduin I. hatte seine letzte Königspflicht vernachlässigt; er hatte keine Vorsorge für die Thronfolge getroffen. Der Kronrat des Königreiches trat in aller Eile zusammen: Einigen der Edlen erschien es undenkbar, dass die Krone nicht beim Haus BOULOGNE verbleiben solle. Balduin I. war auf seinen Bruder Gottfried gefolgt; und noch gab es den dritten und ältesten Bruder, den Grafen Eustach von Boulogne. Boten wurden eilends übers Meer geschickt, um dem Grafen den Tod seines Bruders anzuzeigen und ihn zu bitten, das Erbe zu übernehmen. Eustach verspürte keinen Wunsch, seine freundliche Heimat gegen die Fährnisse des Morgenlandes zu vertauschen; aber es wurde ihm bedeutet, es sei seine Pflicht. Also machte er sich auf den Weg nach Jerusalem. Aber in Apulien traf er auf neue Boten mit der Kunde, dass es zu spät sei. Die Thronfolge war auf einen anderen übergegangen. Er wies den Vorschlag ab, er solle weiterreisen und für seine Rechte kämpfen. Durchaus nicht widerwillig lenkte er seine Schritte zurück nach Boulogne.

Jäschke Kurt-Ulrich: Seite 164
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"Die Anglonormannen."

Als besonderer Günstling darf der Königs-Neffe Stephan gelten, Sohn von Heinrichs I. Schwester Adele und Graf Stephans von Blois: Die Übertragung von verwirkten Kronlehen wie Eye und Lancaster in England und Mortain in der Normandie um 1115 sowie eines Teils der Belleme-Herrschaften 1118 ebnete den Weg für die glänzende Ehe mit Mathilde, Tochter Graf Eustachius' III. von Boulogne, der 1125 Mönch wurde.
 
 
 
 

 1102
  oo Maria von Schottland, Tochter des Königs Malcolm III.
              -31.5.1116
 
 
 
 

Kinder:

  Mathilde Erbin von Boulogne
  1103-3.5.1152

 1120
  oo Stephan III. Graf von Blois
      vor 1102-25.10.1154
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.:Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 20 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 18 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 27 Seite 54 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 110,141, 273,278,282-283,289,295,313,451 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 170 -