Balduin I. von Boulogne                        König von Jerusalem (1100-1118)
------------------------------                       Graf von Edessa (10.3.1098-1100)
1058-2.4.1118
       El Arich

Begraben: Jerusalem, Grabeskirche
 

Jüngerer Sohn des Grafen Eustach II. von Boulogne und der Ida von Lothringen, Tochter von Herzog Gottfried dem Bärtigen
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1366
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Balduin I., König von Jerusalem seit 1100
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* 1058, + 2. April 1118
         bei al-Aris

Begraben: Jerusalem, Grabeskirche

Sohn von Eustachius II. von Boulogne und der Ida von Niederlothringen

Für die kirchliche Laufbahn bestimmt, brach er 1096 mit seinem Bruder Gottfried von Bouillon zum 1. Kreuzzug auf. 1098 wurde er Graf von Edessa, dem ersten Staat im Osten. Nach dem Tod Gottfrieds (1100) wurde ihm angetragen, dessen Platz als Regent von Jerusalem einzunehmen. Er überließ die Regierung von Edessa seinem Vetter Balduin von Bourcq, dem späteren König Balduin II., und begab sich nach Jerusalem. Es gelang ihm, die Opposition Tankreds und des Patriarchen, des Pisaners Daimbert, zu überwinden und letzteren zu veranlassen, ihn in der Geburtskirche zu Bethlehem zu krönen, womit er der 1. König von Jerusalem wurde (25. Dezember 1100). Seine Herrschaft war von territorialer Expansion gekennzeichnet. Sein wichtigster Erfolg war dabei die Eroberung der Küstenstädte Arsuf (1102), Caesarea (1102), Akkon (1104), Beirut (1110) und Sidon (1110). Er schuf außerdem die Grundlagen für die Ausdehnung der fränkischen Herrschaft bis zu den Golanhöhen im Norden und im Süden bis nach Akaba (Elat), das er um 1116 befestigen ließ. Sein letzter Feldzug richtete sich gegen Ägypten, wo er den Nil erreichte. Er starb auf dem Rückmarsch. Bei seinem Tod war das von den Franken beherrschte Territorium beträchtlich erweitert, die königliche Gewalt hatte sich gefestigt und die Bevölkerung von Jerusalem zugenommen, ein Ergebnis der Politik Balduins, orientalische Christen aus dem Gebiet jenseits des Jordan in der Stadt anzusiedeln.



Bertelsmann: Seite 81
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Lexikon Geschichte

BALDUIN I., König 1100-1118
----------------- Graf von Edessa 1098
* 1058, + 2.4.1118

Bruder Gottfrieds von Bouillon
Nahm am 1. Kreuzzug teil und sicherte und erweiterte dessen Erfolg.



Brandenburg Erich: Tafel 27 Seite 54
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XI. 151 b. BALDUIN I., Graf von Edessa 1098, König von Jerusalem 1100
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                   * ca. 1065, + vor 1154

Gemahlinnen: a) 1096 Godehild, Tochter des Rudolf von Toeny, geschiedene Frau des Grafen Robert von Meulent
                                         + 1098 in Kleinasien

                     b) N., Tochter des armenischen Fürsten Tafnuz, verstoßen 1112

                     c) 1113 IX. Adelheid, Tochter des Markgrafen Manfred von Savona,
                                                + 1118



Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

BALDUIN I.
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    + 1118

Balduin I. war erst Kanoniker zu Reims, eroberte die Grafschaft Edessa (heute Urfa) (= das Gebiet mit Samosata, Turbessel, Marasch, Aintab, Bira und Rumqala), folgte 1100 dem Bruder und nahm den Titel König von Jerusalem an. Er setzte sich gegen die normannische Partei und Patriarch Daimbert durch und erhielt von vielen europäischen Fürsten Hilfe, unter anderem dem König von Norwegen, dem Herzog von Bayern und dem von Aquitanien. Er wurde der eigentliche Gründer des Königreiches nach europäischem Vorbild. Balduin I. eroberte weitgehend das alte Phönizien dazu, außer Tyros, das sich noch hielt. Er besaß große Autorität.

  1. oo Godehilde de Toeny, Tochter des Ralph III.
                   + 1097

  2. oo Arda, Tochter des Fürsten Thoros

  3. oo Adelheid di Savona, Tochter des Markgrafen Manfred I.



Balduin I. nahm am 1. Kreuzzug teil, trennte sich aber in Syrien vom Hauptheer und wandte sich gegen Edessa, wo er nach der Ermordung des Fürsten Thoros bei einem Aufstand selbst den fürstlichen Thron bestieg. Er verteidigte Edessa gegen Kerboga, welcher zum Entsatz von Antiochia herbeieilte. Nach dem Tode seines Bruders Gottfried wurde Balduin trotz der Opposition des Patriarchen von Jerusalem, Dagobert, und Tankreds König von Jerusalem. Er war ein tatkräftiger Regent, der das Gebiet des Königreiches durch die Eroberung einer Reihe von Städten wie Arsuf, Caesarea, Ptolemaios, Berytis und Sydon erweiterte und im Innern möglichst die Ruhe hielt und sich überall Achtung zu verschaffen wußte. Die Ägypter wurden in mehreren Schlachten bei Ramla (1101, 1102 und 1105) geschlagen, was die Franken im wesentlichen Balduin selbst verdankten, der mit strategischem Geschick und unablässigem Einsatz die in zahlenmäßiger Hinsicht hoffnungslose Unterlegenheit seiner Truppen auszugleichen wußte. Er erhob Bethlehem zum Bistum. Er starb auf einem Streifzug nach Ägypten. Balduin war derjenige von den Kreuzfahrern, der den größten Erfolg für sich verbuchen und seine persönlichen Ziele am weitesten realisieren konnte. Er war ein großer König, hart und bedenkenlos, nicht geliebt, aber zutiefst geachtet um seiner Tatkraft, seines Weitblickes und der Ordnung und Gerechtigkeit seiner Herrschaft willen.

Mayer Hans Eberhard: Seite 44-46,50-52,61-64,66,68-73,85,139,140
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Balduin, der Bruder Gottfrieds von Bouillon, war ursprünglich in der kirchlichen Laufbahn gewesen, aus dieser aber zwischen 1076 und 1086 ausgeschieden, als die Kirchenreform  die Kumulation von Pfründen verbot. Die Erbschaft der Eltern war 1076 schon unter die beiden Brüder geteilt, so dass Balduin leer ausging und sein Glück durch eine Einheirat in eine der führenden Familien der Normandie suchte. Dass er dort am Sitz des Schwiegervaters lebte, ist für die Forschung bis vor kurzem dadurch verdeckt worden, dass er nicht mit dem Herzog der Normandie, sondern mit Gottfried von Bouillon zum Kreuzzug aufbrach, also aus Lothringen, wohin er wegen der Grafschaft Verdun, deren er sich alsbald wieder entäußerte, zurückgekehrt war. Jetzt nahm er sogar seine Frau mit auf den Kreuzzug, da sie sein Faustpfand für eine normannische Erbschaft war. Der Marsch nahm die Richtung durch Ungarn und Bulgarien über Belgrad-Nisch-Sofia-Philippopel-Adrianopel nach Byzanz. Dank guter Disziplin und einem Vertrag mit König Koloman von Ungarn, in dem Balduin von Boulogne als Geisel gestellt wurde, verlief der Zug nahezu reibungslos.
Während das Hauptheer in Richtung Antiochia vorrückte, waren Tankred und Balduin inzwischen südwärts in die kilikische Ebene hinein vorgestoßen, wo die Türken saßen, während das Gebirge in armenischer Hand war. Tankred eroberte mit einer kleinen Schar von Rittern Tarsus, mußte es aber dem ungleich mächtigeren Balduin abtreten und zog erbittert weiter nach Mamistra. Balduin seinerseits dachte nicht daran, Tarsus dem byzantinischen Kaiser zurückzugeben, wie es seinem Eid entsprochen hätte, schon weil kein Byzantiner zur Hand war. Als Balduin nach Mamistra gelangte, ließ sich ein offener Konflikt mit Tankred (von vereinzelten Handgemengen abgesehen) nur mit Mühe vermeiden. Balduin erreichte das Hauptheer in Marasch, wo gerade seine Gemahlin gestorben war. Mit ihr entschwand Balduins Hoffnung auf eine normannische Erbschaft. Er zog daher nach einer kurzen Konferenz mit seinen Brüdern sofort ostwärts weiter und griff jetzt dauerhaft in die armenische Politik ein. Nach Südosten vorstoßend eroberte er die wichtigen Festungen Ravendel und Turbessel, die die Gebiete westlich des Euphrat kontrollierten. Von den Armeniern wurde er überall als der Befreier von den Türken begrüßt. Östlich des Euphrat war die Stellung des Armeniers Toros von Edessa erschüttert. Da er sich der türkischen Oberaufsicht entledigen wollte, bat er Balduin nach Edessa, wo dieser im Februar 1098 mit nur 80 Rittern eintraf, nachdem er westlich des Euphrat überwintert hatte. Toros adoptierte ihn, indem er ihn nach armenischer Sitte mit in sein Gewand hüllte, und Balduin galt nun als Erbe und Mitregent. Bereits im März aber brach eine von Balduin gern gesehene Revolution aus, in deren Verlauf Toros gelyncht wurde, ohne von seinem Adoptivsohn Hilfe zu erhalten. Am 10. März 1098 übernahm Balduin von Boulogne die Herrschaft in Edessa. Von einer Rückgabe an den byzantinischen Kaiser war hier ebensowenig die Rede wie in Tarsus. Der erste christliche Kreuzfahrerstaat war gegründet, die Grafschaft Edessa, die vorzugsweise armenisch bewohnte Gebiete westlich und östlich des Euphrat kontrollierte und ein nach Nordosten gereckter, schützender Puffer für die bald entstehenden weiteren Kreuzfahrerstaaten werden sollte. Der neue Herrscher, hier saturiert, dachte nicht mehr daran, das Kreuzheer bei seinem weiteren Zug nach Süden zu unterstützen.
Nach dem am 18. Juli 1100 erfolgten Tode seines Bruders Gottfried übernahm zur Sicherung der lothringischen Dynastie sofort eine Gruppe lothringischer Haushaltsfunktionäre Gottfrieds die Macht in der Stadt Jerusalem und forderten Gottfrieds Bruder Balduin von Edessa auf, die Nachfolge des verstorbenen Herzogs anzutreten. Es war keineswegs eine freie Wahl, sondern die Barone handelten nach dem Geblütsrecht ihrer Heimat, wenn sie den nächsten Verwandten als Nachfolger wünschten. Der Patriarch Daimbert versuchte, die Nachfolge Balduins zu blockieren, indem er den Fürsten von Antiochia bat, Balduin an der Reise nach Jerusalem zu hindern. Der Brief erreichte den Empfänger nie. Der ahnungslose Bohemund zog im August 1100 nach Norden, um seine Grenzen dort zu konsolidieren, geriet dabei in Gefangenschaft des danischmendidischen Emirs. Antiochia wurde durch Balduin von Edessa gerettet, der dann im Oktober zu einem beschwerlichen Marsch nach Jerusalem aufbrach, wo er im November anlangte, nachdem er die Grafschaft Edessa der Verwaltung seines Vetters Balduin von Bourcq unterstellt hatte. Daimbert erkannte, dass sich seine Pläne nicht erfüllten. Um wenigstens seine Stellung als Patriarch zu halten, lenkte er zu Weihnachten ein. Am 25. Dezember 1100 krönte er Balduin zum König, doch nicht in der Grabeskirche, dem eigentlichen religiösen Mittelpunkt des neuen Reiches, sondern in der Geburtskirche zu Bethlehem.
Der literarisch gebildete, ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmte Balduin I. war aus härterem Holz geschnitzt als sein Bruder. Er hatte es durch seine Rücksichtslosigkeit bei der Gründung der Grafschaft Edessa bewiesen. Nachdem Daimbert ihn gekrönt hatte, wollte er ihn alsbald loswerden, was ihm im Jahre 1102 auch gelang.
Die Einigung der Fürsten vor Tripolis war ein Höhepunkt im Wirken Balduins I. von Jerusalem, denn sie zeigte ihn in einer wahrhaft königlichen Stellung als obersten Schiedsrichter über allen christlichen Fürsten des Ostens, dessen Spruch sich auch der formal unabhängige Tankred von Antiochia zu beugen hatte. Balduin hatte diese Stellung durch seinen energisch betriebenen Ausbau des Königreiches Jerusalem erreicht. Schon 1101 hatte er Arsuf und Caesarea an der Küste erobert. Den Genuesen hatte er für ihre Hilfe dabei ein Drittel der Beute und ein Quartier in jeder eroberten Stadt zugestehen müssen. Aber der wunde Punkt blieb Askalon, das den FATIMIDEN stets einen Stützpunkt für Kriegszüge nach Palästina bot. So fielen denn auch 1101, 1102 und 1105 mit großen Heeren von Askalon aus in das Reich ein, wurden aber jeweils nach harten Kämpfen bei Ramla, die einen wechselvollen Ausgang hatten und bei denen auch Stephan von Blois, der nimmermüde Kreuzfahrer, den Tod fand, zurückgedrängt. Hierbei kam Balduin zustatten, dass sich Damaskus in seinem Rücken ruhig verhielt, das es gleichfalls den fatimidischen Imperialismus fürchtete. Nach 1105 haben die FATIMIDEN keinen größeren Versuch zur Rückeroberung Palästinas mehr unternommen, dessen Besitz Balduin somit den Christen endgültig gesichert hat, doch blieb Askalon noch immer eine latente Bedrohung. Balduin wamdte sein Interesse nunmehr verstärkt der Küste zu. Dort hatte er Akkon bereits im Mai 1104 mit Hilfe einer genuesischen Flotte bezwungen. Das Reich verfügte damit endlich über einen großem, sicheren und wetterfesten Hafen, der der offenen Reede Jaffas weit überlegen war. Eine Belagerung Sidons durch Balduin im Jahre 1108 scheiterte, und im folgenden Jahr mußte er nordwärts nach Tripolis ziehen, um die zerstrittenen Fürsten Syriens zu einigen. Sidon fiel wie Beirut erst 1110 in die Hände der Christen, wobei eine norwegische Flotte unter König Sigurd vor Sidon tatkräftig Hilfe leistete.
Als Balduin I. 1113 den Waffenstillstand mit Damaskus verletzte, benutzte Maudud diese Gelegenheit zu einem neuen Angriff, der sich aber diesmal gegen Palästina richtete. Westlich des Sees von Genezareth konnte er Balduins Heer schlagen und anschließend das flache Land besetzen.
Balduin I. war von 1109-1115 fast dauernd mit den nordsyrischen Angelegenheiten befaßt gewesen, doch war ihm klar, dass er auch die Grenze gegen Süden sichern müsse. Diesem Zweck diente 1115 ein Vorstoß durch die Negevwüste, wo er südlich des Toten Meeres die große Festung Montreal (arab. Schaubak) erbauen ließ, die die Straße vom Toten Meer zum Golf von Aquba kontrollierte. Im folgenden Jahr nahm er Aqaba (Eilat) ein und besaß nun einen Stützpunkt am Roten Meer, den er durch Befestigung der vorgelagerten Insel Graye sicherte. Im Jahre 1117 wurde die in aller Welt Aufsehen erregende Eheaffäre des Königs geregelt. Er war in zweiter Ehe in Edessa mit einer Armenierin verheiratet gewesen, die er vor 1108 verstoßen und mit der fadenscheinigen Begründung, sie habe sexuelle Kontakte mit Muslimen gehabt, ins Kloster gezwungen hatte, von wo sie nach Konstantinopel zu Verwandten entwich. Im Jahre 1113 hatte er sich dann mit Adalasia, der Witwe Rogers von Sizilien verheiratet. Diese Ehe brachte ihm nicht nur das bitter benötigtes Geld ein, sie schuf auch eine Allianz mit Sizilien, deren Wert für Balduin in der sizilischen Flotte lag. Doch mußte sich Balduin I., der bisher kinderlos war, dazu verstehen, Adalasias Sohn aus 1. Ehe, den jungen Grafen Roger II. von Sizilien, zum Erben einzusetzen, falls er kinderlos stürbe, was nicht nur angesichts des Alters Adalasias durchaus möglich war, sondern auch weil der König allem Anschein nach homosexuell war. Die Vasallen, die Balduin I. mit eiserner Hand beherrschte, wurden nur ungenügend konsultiert und schluckten die explosive Nachfolgeklausel, die auf eine mögliche Ablösung der lothringischen Herrschaft hinauslief, nur zähneknirschend. Die Ehe war bigam, weil die zweite Gemahlin noch lebte, woran sich auch dadurch nichts änderte, dass man ihr in Jerusalem den Lebenswandel einer Prostituierten nachsagte. Als die normannische Erbfolge angesichts einer schweren Erkrankung des Königs im Winter 1116/17 akut zu werden drohte, erzwang die Opposition, jetzt auf päpstliches Drängen auch unterstützt vom Patriarchen, in öffentlichem Konzil die Verstoßung Adalasias, die im Frühjahr 1117 nach Sizilien zurückging. Es war die erste ernsthafte Niederlage des Königs im Inneren und ein schwerer außenpolitischer Fehler, weil der sizilische Hof ernsthaft empört und auf lange nicht mehr zur Unterstützung Jerusalems bereit war. Hatten die Vasallen gehofft, der mindestens 46 Jahre alte König werde erneut heiraten, um endlich einen Thronerben zu produzieren, so sahen sie sich getäuscht. Balduin bestand darauf, der Gemahl seiner unerreichbar fernen und hoffnungslos diskredidierten zweiten Frau zu sein, lebte also frauenlos. Die Vasallen hatten ihn zur Eheauflösung zwingen können, hinsichtlich einer neuen Ehe waren sie machtlos.
Im Jahre 1118 unternahm Balduin I. dann eine Expedition nach Ägypten, die ihn bis an den Nil führte, wo er erneut schwer erkrankte. Auf der Heimreise starb er am 2. April unweit Askalons. Er war ein großer Eroberer gewesen und hinterließ, als man ihn neben seinem Bruder Gottfried zur letzten Ruhe bettete ein gefestigtes Reich mit hohem Ansehen. Im Innern hatte er mit fester Hand regiert und dafür gesorgt, dass die großen Kronlehen nicht erblich wurden, sondern im Todesfall an den König zur freien Verfügung zurückfielen. Seit er sich Daimberts von Pisa entledigt hatte, war er auch mit der Kirche gut ausgekommen, vor allem nachdem Arnulf von Chocques (+ 1118), der sich seit 1099 als Archidiakon von Jerusalem durchgebracht hatte, endlich 1112 das Patriarchat, das alte Ziel seines Ehrgeizes, erlangt hatte. Gottfried hatte kaum Zeit für den Aufbau gehabt. Balduin aber eroberte die Küste, brachte die ägyptischen und seldschukischen Angriffe zum Stehen, stellte einen modus vivendi mit Damaskus her und betrieb die Expansion nach Süden. Er muß als der eigentliche Gründer des Königreiches Jerusalem gelten. Seiner Bedeutung entsprach seine Stellung als kaum angefochtener Oberherr aller christlichen Kreuzfahrerstaaten.
 
 
 
 

  1. oo 2. Gontrana (Godehilde) von Toeny, Tochter des Ralph III.
               um 1065-   1097
                            Marasch

  2. oo Orianta aus Melitena (Arda, Tochter des Fürsten), verstoßen
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    1113
  3. oo 2. Adelheid di Savona, Witwe Rogers I. von Sizilien
  - 1116   1072-16.4.1118

Adelheids Sohn aus 1. Ehe, Roger II. Graf von Sizilien, sollte ursprünglich Balduins Erbe werden.

  (4. oo Theodora)
                  -
 
 
 
 

Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 27 Seite 54 - Erbstösser Martin: Die Kreuzzüge. Eine Kulturgeschichte. Bertelsmann Lexikon-Verlag 1977 Seite 93 - Großer Bildatlas der Kreuzzüge. Sechs Jahrhunderte abendländischer Kultur- und Glaubensgeschichte. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1992 Seite 30 - Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus Verlag Darmstadt 1997, Seite 19,30,31,37,185 Tafel 2 - Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 22, 24,40,52,56,79,83,86,92,94 - Kugler Bernd: Geschichte der Kreuzzüge. Reprint-Verlag-Leipzig 1880 -
Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite 157 - Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 67,74,102,131,155,161,176 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 44-46, 50-52,61-64,66,68-73,85, 139,140 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seiite 50,57,59,61 - Payne Robert: Die Kreuuzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 - Prutz Hans: Die Ritterorden. Mönche als Kämpfer, Helden, Abenteurer Bechtermünz Verlag Berlin 1908 Seite 24,62- Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 110-614 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 170 - Zöllner Walter: Geschichte der Kreuzzüge. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1977 Seite 57,69-72,74,78,87,91-94,138,173,195, 224 -