Maria von Frankreich                              Gräfin von Namur
---------------------------                            Herzogin von Brabant
1198-15.8.1223
 

Einzige Tochter des Königs Philipp II. August von Frankreich aus seiner 3. Ehe mit der Agnes von Meran, Tochter von Herzog Berthold VI.
 

Thiele, Andreas: Tafel 47
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

MARIE
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* 1198, + 1224

 1210
  oo Philipp I. Graf von Namur, Regent Flanderns
             + 1212

 1213
  oo Heinrich I. Herzog von Brabant-Nieder-Lothringen
              + 1235



Ausstellung in Bamberg 19.6-30.9.1998: Seite 121,282
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"Die Andechs-Meranier in Franken. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter."

Wie sehr Herzog Heinrich I. der Opposition nahestand, ergibt sich daraus, daß er nach seiner Verwitwung 1213 ein zweites Mal heiratete, nämlich Maria, die Tochter der Agnes von Andechs-Meran und Philipps von Frankreich.

KATALOG
1.30
Legitimierung der Kinder König Philipps II. von Frankreich und seiner Frau Agnes von Andechs-Meranien

Sens, Januar 1202
Pergament mit Siegel des Erzbischofs von Sens (aussteller) an Pergamentstreifen
Paris, Archives Nationales, J 362 nr. 2

Aus der 1196 geschlossenen Ehe von König Philipp II. von Frankreich und Agnes, der Tochter Herzog Bertholds IV. von Andechs-Meranien, waren zwei Kinder hervorgegangen, Maria und Philipp. Die Ehe mit Agnes von Andechs-Meranien war zustande gekommen, nachdem Philipp zuvor vergeblich an anderen Höfen geworben hatte; dort war man jedoch zurückhaltend gewesen, da der König bereits seit 1193 mit Ingeborg von Dänemark verheiratet war. Er hatte sich zwar scheiden lassen, doch hatte die Kurie dem von französischen Prälaten ausgesprochenen Scheidungsurteil nicht zugestimmt. 1200 zwang Papst Innozenz III. den König, sich von Agnes zu trennen und sich dem Spruch des päpstlichen Tribunals zu unterwerfen. Bevor die Angelegenheit entschieden war, starb Agnes 1201 nach der Geburt eines zweiten Kindes. Nach kurialer Auffassung galten die Kinder aus dieser Ehe als illegitim, Papst Innozenz erklärte jedoch auf Bitten Philipps wenige Monate nach Agnes' Tod die Kinder für ehelich, wobei er die nachweislich falsche Entschuldigung Philipps akzeptierte, der Agnes in Unkenntnis der rechtlichen Situation geheiratet haben wollte. Das päpstliche Legitimationsreskript wurde Anfang des folgenden Jahres auf extra einberufenen Synoden in den Kirchenprovinzen verlesen. Im Anschluß an die Verlesung stellten die Bischöfe gleichlautende Urkunden aus, mit denen sie über alle den Kirchenbann verhängten, die der päpstlichen Anordnung zuwiderhandeln sollten. Während die päpstliche Legitimationsurkunde nur noch als Abschrift in einer päpstlichen Registerhandschrift erhalten ist, existieren noch 14 Exemplare dieser bischöflichen Ausfertigung. Die vorliegende Urkunde wurde von Erzbischof Petrus von Sens ausgestellt, einem früheren Lehrer von Papst Innozenz. Die Urkunde nennt als Ausstellungsjahr noch 1201, da nach dem französischen Kalender der Jahreswechsel nicht zu Weihnachten, sondern zu Ostern eintrat.

Ehlers Joachim: Seite 147
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"Die Kapetinger"

Während Johann ein Bündnis mit seinem Neffen OTTO anbahnte, dem zweiten Sohn seiner Schwester Mathilde aus ihrer Ehe mit Heinrich dem Löwen und seit 1198 römischer König, verlobte Philipp II. seine Tochter Maria mit Arthur von der Bretagne: Legte der eine den Grund für die englisch-nordwesteuropäische Koalition von Bouvines, so lieferte der anderen den unmittelbaren Kriegsgrund für Johann, denn die angevinische Seite sah Philipps Konsultationspflicht bei dieser Heiratsabsprache verletzt.

Berg Dieter: Seite 97,108
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"Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters."

Zudem lud Johann seinerseits Arthur, der sich am 14. April mit Maria, der Tochter Philipps aus der Beziehung mit Agnes, verlobt hatte, zum 21. April nach Argentan vor Gericht, wo der Bretone ebenfalls nicht erschien.
So pflegte Johann seine Beziehungen zu OTTO IV. und Rainald von Boulogne, der im Herbst 1211 nach einem Urteil des kapetingischen Hofgerichts fliehen musste und Johann aufsuchte, während sich Philipp um den Landgrafen Hermann I. von Thüringen ebenso bemühte wie um Markgraf Philipp von Namur, den er mit seiner Tochter Maria verheiratete, und um Ferrrand von Portugal, der eine Tochter Balduins IX. von Flandern geheiratet hatte.
 
 
 

    1210
  1. oo 2. Philipp I. Graf von Namur
      x       3.1174-8.10.1212

  22.8.1213
  2. oo Heinrich I. Herzog von Brabant
          1165-5.9.1235
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe 2 K

  Elisabeth Erbin von Sprimont
  um 1215/20-23.10.1273

  1. oo Dietrich von Kleve, Herr zu Dienslaken
                 -23.10.1273

  2. oo 2. Gerhard von Limburg Herr zu Wassenberg
                    -   1254
 
 
 
 

Literatur:
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Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 97,108 - Die Andechs-Meranier in Franken. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter. Verlag Philipp von Zabern Mainz 1998 Seite 282 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 147 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 47 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 531 -