Balduin IX.                                           Graf von Flandern (1194-1205)
---------------                         als B. VI. Graf von Hennegau (1195-1205)
 7.1171-11.7.1205                  als B. I. Lateinischer Kaiser (1204-1205)
             Tirnovo
 

Ältester Sohn des Grafen Balduin VIII. von Flandern-Hennegau und der Margarethe von Flandern, Erbtochter von Graf Dietrich
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1368
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Balduin I., 1. lateinischer Kaiser von Konstantinopel;
-------------    Graf von Flandern als B. IX. und Hennegau als B VI.
* Juli 1171, + nach dem 20. Juli 1205

Sohn Balduins V. (VIII.) von Hennegau und Flandern

  oo 1186 Maria, Tochter Heinrichs I., Grafen der Champagne

Balduin regierte seit dem Tod seiner Mutter (+ 15.11.1194) in Flandern und nach dem Tod seines Vaters (+ 17.12.1195) im Hennegau. Obwohl der französische König Philipp II. August einen Teil seines Erbes (Artois, Boulogne, Hesdin und anderes) besetzt hatte, unterhielt Balduin mit ihm anfangs nach außen hin gute Beziehungen (Militärabkommen Juni 1196). Bald danach suchte er jedoch gegen den französischen Expansionsdrang Anlehnung bei England und dem Imperium. Gestützt auf Verträge mit der englischen Regierung (Juni-Juli und September 1197), vermochte er das Gebiet von Tournai, Aire und Saint-Omer zurückzuerobern. Auf Betreiben von Papst Innocenz III. schlossen Philipp August und Balduin am 2. Juni 1200 den Vertrag von Peronne, der die Besitzverhältnisse im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Flandern und der französischen Krondomäne im Sinne eines Kompromisses regelte. Im staufisch-welfischen Streit um die deutsche Königswürde (Doppelwahl von 1198) ergriff Balduin für den von England unterstützten Kandidaten, den WELFEN OTTO IV., Partei. - Balduins innere Politik war durch das Bestreben, die feudale Rechtsprechung zu regeln und die Verwaltung zu organisieren, geprägt; während der Hungersnot 1199 bekämpfte er Wucher und Preistreiberei. Balduin und seine Gattin zeichneten sich außerdem als Förderer der Dichtkunst aus. Am 14. April 1202 begab sich Balduin mit zahlreicher Gefolgschaft auf den 4. Kreuzzug. Er nahm an der Belagerung der christlichen Stadt Zadar (Zara) teil, welche die Kreuzfahrer unter dem Einfluss der Venezianer im November 1202 eroberten. Er beteiligte sich ebenfalls am Feldzug gegen das Byzantinische Reich, den die Kreuzfahrer zunächst nominell zugunsten des Thronprätendenten Alexios (IV.) Angelos unternahmen (erste Einnahme von Konstantinopel am 17. Juli 1203 und Erhebung des Alexios zum Kaiser). Nachdem Alexios IV. einem antilateinischen Aufstand zum Opfer gefallen war (+ 2. Februar 1204), schloss Balduin gemeinsam mit den übrigen Führern des Kreuzfahrerheeres ein Abkommen über die künftige Aufteilung des Byzantinischen Reiches. Nach der erneuten Einnahme von Konstantinopel (12. April 1204) und der nachfolgenden grausamen Plünderung der Stadt wurde Balduin - gegen seinen Konkurrenten Bonifaz von Montferrat - am 9. Mai 1204 von einem Zwölferausschuss aus 6 Venezianern und 6 Kreuzfahrern zum Kaiser gewählt und am 16. Mai in der Hagia Sophia gekrönt. Von seiner Residenz, dem Blachernenplatz, aus versuchte Balduin eine Neuordnung des Reiches, das nur zu einem Teil seiner direkten Herrschergewalt unterstand (weite Gebiete hatten sich die Venezianer sowie die übrigen Führer des Kreuzzuges, die in kurzer Zeit autonome feudale Fürstentümer errichteten, gesichert). Balduin geriet bald in Auseinandersetzungen mit dem bulgarischen Zaren Kalojan. Am 14. April 1205 unterlag Balduin dem bulgarisch-kumanischen Heer bei Adrianopel. Er geriet in bulgarische Gefangenschaft; sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Literatur:
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NBW I, 225-238 [W. Prevenier] E. Gerland, Gesch. des lat. Ksr.es v. Konstantinopel I, 1204-1226, 1905 M. Erbstösser, Die Kreuzzüge. Eine Kulturgesch., 1977 -



Brandenburg Erich: Tafel 22 Seite 45
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 513 b. BALDUIN VI. (IX.), Graf von Hennegau und Flandern, Kaiser von Konstantinopel ------------------------------------------
                  * 1171, + 1205 11. VII.

Gemahlin: 1186 6. I. Marie, Tochter Heinrichs I. Graf von Champagne (siehe XIV 80)
                                        + 1204 9. VIII.



Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 -

BALDUIN IX. (I.)
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* 1171, + 1205 (in bulgarischer Haft)

Balduin folgte 1195 seinem Vater, behauptete gegen Holland die Hoheit über Seeland, ging auf die englische Seite über und siegte 1194 mit in der Schlacht bei Frateval. Er erkannte trotzdem 1200 die französische Hoheit an und bekam von Philipp II. August den nördlichen Teile von Artois zurück. Er wählte 1198 OTTO IV. VON BRAUNSCHWEIG mit gegen PHILIPP VON SCHWABEN und war 1202 einer der Führer des 4. Kreuzzuges und eroberte 1204 mit Konstantinopel. Er wurde nach der Eroberung von Konstantinopel am 16.5.1204 zum Lateinischen Kaiser gewählt. Seine Macht war gering und er versuchte auch nicht, mehr aus seinem Amt zu machen, als ihm die Venetianer und die Barone zugestanden. Er nahm sofort den Krieg gegen Bulgarien auf und wurde am 14. April 1205 bei Adrianopel von den Bulgaren unter Kolojan vernichtend geschlagen und starb in bulgarischer Gefangenschaft.

 1186
  oo Marie von Blois, Tochter des Grafen Heinrich I. von Champagne
              + 1204



Thiele, Andreas: Tafel 208
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

BALDUIN I. (IX.)
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* 1171, + 1205

Balduin I. folgte 1195 im gesamten Erbe der Eltern und war einer der militärischen Anführer des 4. Kreuzzuges, der 1203/04 von Venedig und Papst Innocenz III. initiierte wurde und wurde nach der Eroberung von Konstantinopel 1204 Kaiser. Er gründete das sogenannte "Lateinische Kaiserreich", in dem Venedig dominierte. Er war nur formal Herrscher; sein Reich - auch "Romanien" genannt - umfasste unmittelbar nur den engeren Raum um den Bosporus und Hellespont, Lesbos und Chios; dazu kamen die Vasallenfürstentümer auf der Peloponnes und die Herzogtümer Theben und Athen. Balduin I. geriet sofort schroff gegen die anderen Teilreiche zu Nikäa und Thessalonich und gegen Bulgarien. Er stellte formal die Kirchenunion her, doch wurde durch hemmungslosen Vandalismus die Kluft nur verstärkt und die Bevölkerung wurde nie gewonnen. Er verlor 1205 die Schlacht bei Adrianopel gegen die Bulgaren, wurde gefangen und starb in bulgarischer Haft.

 1186
  oo Marie de Blois, Tochter des Grafen Heinrich I. von Blois-Champagne
               + 1204



Mohr Walter: Band II Seite 113-120
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"Geschichte des Herzogtums Lothringen"

Die Frage von Namur hat sich in der Folge ohne größere Verwicklung gelöst. Graf Heinrich von der Champagne ist im Frühjahr 1191 zum Kreuzzug aufgebrochen und in Palästina geblieben, wo er durch die Heirat mit Isabella, der Tochter König Amalrichs von Jerusalem, im dortigen Königtum nachfolgte. Nach dem Tode des Grafen Heinrich von Namur im Jahre 1196 wurde die Vereinigung mit dem Hennegau durchgeführt. Schon vorher hatte übrigens Balduin V. eine neue Regelung getroffen, als sein jüngerer Sohn Philipp die Tochter des Grafen von Nevers geheiratet hatte. Für diese Gemahlin sollte nämlich als Heiratsgut die Hälfte der Grafschaft Namur gegeben werden. Gislebert von Mons hat uns das als Testament des alten Grafen von Namur überliefert. Danach hatte der älteste Sohn Balduindie Grafschaft Namur als unmittelbares Lehen vom Kaiser zu führen und hatte sie an seinen Bruder Philipp weiterzuverleihen. Die ursprünglich vorgeschriebene untrennbare Verbindung der Markgrafschaft Namur mit dem Hennegau blieb also erhalten, der neue Graf Balduin VI. vom Hennegau war auch Markgraf von Namur, obwohl sein Bruder Philipp sich gelegentlich ebenfalls Markgraf titulierte. Außerdem hat der Kaiser die Grafschaften Laroche, Durbuy und Luxemburg vom Namurschen Erbe abgetrennt und dem Grafen Otto von Burgund übertragen. Andererseits hat Graf Heinrichs Tochter Ermesinde in ihrem Gemahl, dem Grafen Theobald von Bar, einen Verfechter ihrer Ansprüche gefunden, der im Vertrag von Dinant am 26. Juli 1199 eine Teilung des Namurschen Besitzes durchsetzen konnte, die die Markgrafschaft Namur zur Bedeutungslosigkeit verurteilte.
In der Zwischenzeit war Balduins Gemahlin Margarethe gestorben, so dass nun die Grafschaft Flandern an den Sohn dieser Ehe, Balduin, ging, und der alte Graf Balduin V. sich nur noch Graf vom Hennegau und Markgraf von Namur nannte. Nach der Entscheidung im Lütticher Bischofsstreit begann sich die politische Situation weitgehend zu ändern. Es war ja schon vorher zu einer Annäherung zwischen Herzog Heinrich und dem Grafen Balduin und dessen gleichnamigem Sohn gekommen, die in ein Bündnis ausgelaufen war. Bedingt war diese Annäherung wohl zum guten Teil durch die jetzt aufgekommenen Spannungen zwischen Nieder-Lothringen einerseits, Geldern und Limburg andererseits.
Nun kam es gleich nach den Friedensverhandlungen mit dem Hennegau zu einem Krieg zwischen Herzog Heinrich einerseits und dem Grafen von Geldern und dem Herzog von Limburg andererseits. Die Gründe für die Auseinandersetzung sind nicht bekannt. Herzog Heinrich erhielt auf sein Ersuchen hin die Unterstützung des älteren und des jüngeren Balduin. Sobald er mit einem starken Heere die Maas bei Maastricht überschritten hatte, unterwarfen sich jedoch seine Gegner. Eine ganze Reihe Limburger Besitzungen ging jetzt zu Lehen an Herzog Heinrich, darunter Arlon und Rolduc. Außerdem trat der Limburger die wichtige Vogtei über St. Truiden ab. Er erhielt sie zwar als Lehen von Heinrich zurück, durfte sie aber ohne dessen vorherige Zustimmung an niemand weiterverleihen. Dadurch kam der Herzog in seinen Plänen zum Ausbau Brabants ein gutes Stück voran.  Anschließend zeigte sich eine Linie der Neugestaltung in seiner Politik gegenüber dem Kaiser. Er vereinigte sich im August 1195 mit dem Erzbischof von Köln und den beiden Balduinen zu einem gemeinsamen Besuch an den kaiserlichen Hof. Ein äußerer Anlass war dadurch gegeben, dass der jüngere Balduin die Belehnung mit Reichsflandern benötigte, hinter dieser Reise standen aber wohl noch bedeutendere Absichten, über die wir nicht unterrichtet sind. Auf solche Faktoren weist das militärische Bündnis, das in diesen Tagen der jüngere Balduin mit Herzog Heinrich abschloss. Sie fanden den Kaiser bei Straßburg. Die Belehnung des jungen Balduin wurde ohne weiteres erteilt. Indessen erkrankten alle 4 und mussten die Heimreise beschleunigen. Der alte Graf Balduin V. hat sich nicht mehr erholt, er starb am 17. Dezember 1195 in Mons. Damit wurden Flandern und Hennegau unter seinem Sohn wieder vereinigt.
Die Feindseligkeiten zwischen Frankreich und England begannen schon im September 1198. Militärische Hilfe für England leistete vor allem Graf Balduin IX. von Flandern. Der niederlothringische Herzog hielt sich noch zurück. Für die welfische Partei in den Niederlanden war es nun ein großes Hindernis, dass Bischof Albert von Lüttich zur staufischen Seite hielt, deshalb bemühten sich Herzog Heinrich und der flämische Graf, ihn für OTTO IV. zu gewinnen. Das gelang ihnen offensichtlich soweit, dass sie ihn dieser politischen Linie geneigt machten, doch blieb er im Ganzen noch vorsichtig. Als nämlich Heinrich und Balduin die Stadt Lüttich dazu brachten, OTTO IV. aufzunehmen, griff der Bischof zu unfreundlichen Maßnahmen, durch die der König schon bald wieder zum Verlassen der Stadt gezwungen wurde. Auf diese Entwicklung hat wohl auch der Tod des englischen Königs Richard eingewirkt, denn es schien, dass sein ihm nachfolgender Bruder Johann die gesamte Politik ändern werde, obwohl noch im Jahre 1198 Herzog Heinrich und eine Reihe anderer niederländischer Großen ihr Bündnis mit König Richard erneuert hatten. Indes wurde Johann dann doch durch die weitere feindliche Haltung Frankreichs gezwungen, die bisherige politische Linie gegenüber den deutschen Fürsten fortzusetzen. Ende Mai 1199 gingen der Herzog von Nieder-Lothringen und die Grafen von Boulogne und Guines nach England, um dort für ihre von England abhängigen Lehen die Huldigung zu leisten. Etwas später tat das der Graf von Flandern gegenüber dem inzwischen auf das Festland gekommenen König. Herzog Heinrich hat zusammen mit dem Erzbischof von Köln im Sommer 1199 an OTTO IV. aktive militärische Unterstützung geleistet. Der Misserfolg dieser Aktion führte zu einem Gegenzug PHILIPPS VON SCHWABEN zum Niederrhein, den Herzog Heinrich im September auffangen konnte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Sache OTTOS IV. allerdings im Rückgang. Der englische König nahm Verhandlungen mit dem französischen auf und schloss mit ihm einen Waffenstillstand, worauf Graf Balduin von Flandern auf die französische Seite wechselte. Demzufolge machten sich auch stärker wieder die lokalen Interessen in den Niederlanden geltend. Die führende Rolle, die der Erzbischof von Köln und neben ihm Herzog Heinrich innehielten, erregte die Unzufriedenheit der Grafen von Loon, Geldern und Holland und des Bischofs von Utrecht, die sich besonders vom Herzog bedroht erachteten. Diese Gegensätze kamen nach dem Tode Bischof Alberts von Lüttich am 2. Februar 1200 zum Ausdruck, als über die Wahl des Nachfolgers Uneinigkeit aufkam, die sich letzten Endes am Gegensatz zwischen WELFEN und STAUFERN nährte. So war die Wahl des Propstes Hugo von Pierrepont am 3. März 1200 nicht einstimmig. Wegen der Wichtigkeit des Vorgangs war OTTO IV. nach Lüttich gekommen und erteilte ihm sofort die Regalien. Zu seiner Unterstützung waren auch Herzog Heinrich und Graf Balduin von Flandern bereit. Die Gegenseite, gestützt hauptsächlich auf die Archidiakone, die auch die Träger der antikölnischen Politik des verstorbenen Bischofs gewesen waren, appellierten nach Rom.
Nach dem Sieg der welfischen Seite kam indes in der Reichspolitik die Idee eines Schiedsgerichtes zwischen den beiden Bewerbern um die Krone auf. OTTO IV. benannte von seiner Seite aus dazu neben dem Erzbischof von Köln, den Bischöfen von Münster, Lüttich, Utrecht und Paderborn, dem Abt von Korvey und dem Grafen von Flandern auch Herzog Heinrich von Nieder-Lothringen. Indes wurde dieses Schiedsgericht von staufischer Seite schließlich abgelehnt. Der Papst zeigte sich in dieser Zeit den speziellen Plänen Herzog Heinrichs geneigt, indem er die Dispens wegen zu naher Verwandtschaft für die vorgesehene Eheschließung zwischen dessen Tochter und OTTO IV. erteilte. Die welfische Seite erhielt jetzt wieder einen Auftrieb in den Niederlanden. Im Gegenzuge bemühte sich der französische König, dort welfische Anhänger für sich und die STAUFER zu gewinnen. So fanden Verhandlungen mit Herzog Heinrich und dem Grafen Balduin von Flandern in Compiegne statt. Herzog Heinrich ließ sich nicht gewinnen, aber der Gegensatz zu Nieder-Lothringen brachte wohl um die Wende von 1200 zu 1201 den Bischof von Utrecht und die Grafen von Holland, Geldern und Loon auf die staufische Seite.

Ehlers Joachim: Seite 135,144
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"Die Kapetinger"

Ein solches Bündnis bahnte sich im Mai 1181 an, als der Graf von Flandern die doppelte Eheverbindung zwischen den Häusern FLANDERN-HENNEGAU und CHAMPAGNE aushandelte, wonach der junge Graf Heinrich von Troyes Jolanthe von Hennegau heiraten sollte, Nichte des Grafen von Flandern und Schwester der französischen Königin Elisabeth; im Gegenzug wurde ihr Bruder Balduin mit Maria von Troyes verlobt, der Schwester des Grafen Heinrich.
Der deutsche Thronstreit war ersichtlich ein Ableger des angevinisch-kapetingischen Konflikts, in dem Philipp II. fortan mit einer angevinisch-welfischen Koalition rechnen mußte, der sich Graf Balduin IX. von Flandern schon angeschlosen hatte.

Erbe Michael: Seite 38
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"Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen Raumes."

Sein Sohn Balduin IX. nahm am vierten Kreuzzug und der Eroberung von Konstantinopel teil und hatte 1204/05 den Thron des dort geschaffenen Lateinischen Kaiserreiches inne. Er hinterließ zwei Töchter, von denen die erste trotz zweier Ehen keine Nachkommen hinterließ. Die zweite, Margarethe von Konstantinopel (+ 1229), war gleichfalls zweimal verheiratet. Die erste Ehe mit Burkhardt von Avesnes aus hennegauischem Rittergeschlecht wurde annulliert, weil der Ehemann ursprünglich zum Priester bestimmt gewesen war und bereits die niederen Weihen erhalten hatte. Die zweite wurde mit Wilhelm von Dampierre, dem Spraoß eines Adelshauses aus der Champagne, geschlossen. Über die Erbansprüche der Kinder aus diesen Ehen fällte König Ludwig IX. von Frankreich 1246 einen Schiedsspruch: die DAMPIERRE erhielten Flandern, die AVESNES Henengau.

Leo Heinrich Dr.: Seite 78-87
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"Zwölf Bücher niederländischer Geschichten"

Seitdem Balduin V. (oder der Mutige) von Hennegau seinem Sohne Balduin VI. (in Flandern VIII.) nach dem Tode seiner Gemahlin in Flandern hatte huldigen lassen, führte dieser auch allein die Regierung der Markgrafschaft, und schloß nun mit Heinrich von Brabant zu Rupelmonde ewigen Frieden und ein Schutz- und Trutzbündnis. Hierauf stellte Balduin von Hennegau den jungen Markgrafen von Flandern in Straßburg dem Kaiser vor, und ließ ihn mit den deutschen Lehen bei Flandern investieren, erkrankte aber während der Hitze des Hochsommers. Der junge Balduin traf Vorbereitungen zur Teilnahme an einem Krieg des Königs von Frankreich, während sich der Vater zum Tode bereitete und seinem jüngeren Sohne Philipp die Markgrafschaft Namur als hennegauisches Afterlehen übertrug.
Nach dem Tode seines Vaters nahm Balduin Besitz auch von Hennegau, und belehnte seinen Bruder Philipp mit Namur. Im Februar 1196 zog er hierauf nach Huy, und erhielt die Belehnung mit Hennegau von Bischof Albert. Immer noch konnten die Fläminger den Verlust des Artois nicht verschmerzen, und da nun jene Streitigkeiten aufgehört hatten, welche früher seinen Vater von allen Seiten bedrohten und zum Nachgeben gegen Frankreich geneigt machten, da überdies die Feindschaft Englands gegen Frankreich einen guten Anhalt bot, wandte Balduin seine Waffen statt für Frankreich gegen England vielmehr gegen seinen Lehensherrn , den König selbst, indem er an der Spitze eines streitgerüsteten Heeres, das Artois zurückforderte, und, da es verweigert ward, den Krieg begann. Von Gent zog er im Julius über Doornik und Cambray gegen Douay, was er einnahm; von Arras, vor welcher Stadt er sich lagerte, zog er wieder ab, als sich ein französisches Heer nahte; dies konnte in der Richtung von Douay nicht vordringen, und ging also bei Aire über den Leje, um W-Flandern zu verwüsten. Das flämische Heer zog sich nun nach Ypern. Der König unterhandelte und führte endlich sein Heer, ohne weitere Vorteile errungen zu haben, wieder zurück. Um diese Zeit wurde Balduinauch in die deutschen Reichsangelegenheiten verflochten, welche wir übergehen, und nur bemerken, daß er sich für die welfische Seite entschied, während die Limburger die weiblingische hielten. Es scheint, daß ihn diese Verhältnisse von weiteren Versuchen gegen Frankreich abhielten. Erst im September 1198 finden wir ihn mit einem neuen Angriff auf Artois beschäftigt. Diesmal nahm er Aire; St. Omer mußte sich nach sechswöchiger Verteidigung ergeben: und nun öffneten Lilliers, ohne Widerstand zu versuchen, die Tore. Dann ward der Krieg in den Gegenden von Therouenne fortgeführt, bis der König von Frankreich und Graf Balduin zu Weihnachten des Jahres 1200 in Peronne zusammentrafen, und durch die Vermittlung der Gräfin Maria [Daß sich Balduin fügte, hatte auch den Grund, daß sein Bruder Philipp von Namur 1199 in der Nähe entweder von Lens oder von Leuze, nebst 12 Rittern durch die Franzossen gefangen worden, und dann vom König von Frankreich, gegen Zusage großen Lösegeldes, freigegeben worden war.] ein Friede dahin zustande kam, daß ein Teil des Artois wieder für flämisches Lehen erklärt ward, nämlich St. Omer, Aire, Guines, Ardres, Lilliers, Rochebourg, La Gorgnes, die Vogtei von Bethune, die Burg von Mortagne usw. Hingegen alles Übrige, was (von Flandern aus gerechnet) jenseits des neuen Grabens lag, blieb bei Frankreich. Der Friede ward im Februar publiciert.
Um dieselbe Zeit hatte Balduin das Kreuz genommen, und auch seine Gemahlin Maria wollte an dem Zuge teil nahmen. Sein Bruder Heinrich entschloß sich ebenfalls zu seiner Begleitung, nebst vielen von Adel aus Flandern und Hennegau, namentlich auch Dietrich, ein natürlicher Sohn des früher verstorbenen Grafen Philipp von Flandern. Vor seiner Abreise bestätigte Balduin noch die Stadtrechte von Geersbergen und von anderen Orten, und schaffte  im März einen für alle Weinbauern in Flandern drückenden Mißbrauch ab.
Zur Verwaltung seiner Lande in seiner Abwesenheit ordnete Balduin eine Regentschaft, bestehend aus seinem Oheim (dem Bruder Balduins des Mutigen) Wilhelm Herrn von Chateau Thierrey, aus seinem Bruder Philipp von Namur und aus Herrn Bouchard d'Avesnes (dem Sohne Jacques d'Avesnes). Die Sorge für seine Tochter Johanna übertrug er der verwitweten Gräfin von Flandern Mathilde; seine Gemahlin wollte ihm selbst folgen, sobald sie ein zweites Kindbett überstanden hätte [Sie gebar ihm die zweite Tochter Margaretha.]; und nach allen diesen Anordnungen brach er gegen Pfingsten 1202 auf, um nach Venedig zu ziehen. Die Geschichte des Kreuzzuges übergehen wir hier. Es ist bekannt, daß derselbe sich durch eine Reihe eingreifender anderweitiger Verhältnisse zu letzt gegen das griechische Reich kehrte, und daß Balduin in Folge davon am Sonntag Misericordia nach Ostern des Jahres 1204 zum lateinischen Kaiser des griechischen Reiches erwählt und Sonntags darauf am 16. Mai gekrönt wurde. Er regierte nur bis zum 14. April 1205, wo er in der Schlacht von den Bulgaren gefangen wurde, in deren Gewahrsam er sein Leben endigte [Ibid. Seite 396 "Die Barone erhielten die sichere Nachricht von dem Tode des Kaisers erst im Sommer des Jahres 1206."].
Da die Kaiserin Maria, die ihrem Gemahl Balduin voraus nach Palästina geeilt war, inzwischen zu Accon gegen Ende Augusts 1203 gestorben war, waren die Erbinnen Balduins in Flandern, seine beiden Töchter Johanna und Margaretha, vielfachen Gefahren ausgesetzt. Von Frankreich war am meisten zu fürchten; dennoch hielt es Philipp von Namur im Einverständnis mit Mathilden für die geratenste Maßregel, zum Schutz der Fräulein, sie von Gent weg und an den französischen Hof unter Vormundschaft des Königs zu bringen [Wenigstens faßte er die Sache so, obgleich seine Heirat mit Marien, der Tochter des Königs, und die Erlassung des noch rückständigen Lösegeldes die Folge war. Allerdings hatte der König als oberster Lehensherr einen Anspruch auf die vormundschaftliche Regierung.]. Fläminger nd Hennegauer waren über diese Maßregel gleich sehr erbittert und entzogen Philipp allen Anteil an der vormundschaftlichen Regentschaft, welche nun Bourchard d'Avesnes allein weiter führte.

Mayer Hans Eberhard: Seite 174,180,182
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Bald nach einigen französischen Großen gelobte auch Graf Balduin von Flandern und Hennegau die Kreuzfahrt, und viele Adlige N-Frankreichs folgten dem Beispiel ihrer Herren. Die drei Grafen schickten sechs Gesandte nach Italien, die mit einer der Seerepubliken einen Vertrag über den Transport des Heeres aushandeln sollten. Die Verhandlungen sind ein Meilenstein in der Geschichte der Diplomatie, den wir begegnen hier erstmals Generalbevollmächtigten mit völliger Handlungsfreiheit. Die Gesandten waren es, die sich Venedig als Partner aussuchten. Der Vertrag sah vor, dass Venedig den Schiffsraum und die Verpflegung auf ein Jahr für 4.500 Ritter, 9.000 Knappen und 20.000 Fußsoldaten stellen und sich überdies mit 50 Kriegsschiffen aktiv am Kreuzzug beteiligten solle. Als Fahrpreis vereinbarte man 85.000 Mark Silber, zahlbar in vier Raten. Die Heeresziffern beruhten auf Schätzungen der Gesandten und erwiesen sich später als weit überhöht. In einem geheimen Zusatzabkommen vereinbarte man Ägypten als Angriffsziel, doch kamen die Parteien überein, die Kreuzfahrer zunächst in dem Glauben zu lassen, es gehe ins Heilige Land.
Kaum waren die Gesandten mit dem Vertrag heimgekehrt, als Theobald von der Champagne starb. Auf der Versammlung in Soissons (Juni 1201) wählten die Barone nunmehr den Markgrafen Bonifaz von Montferrat zum Anführer, eine Stellung, die Theobald nicht gehabt hatte. Die Wahl eines Italieners muss überraschen, wenn sie auch vom französischen König gefördert worden war.
Der Reisetermin im April 1202 verstrich ungenutzt. Die Burgunder und Provenzalen entschieden sich für das nähere Marseille als Verschiffungshafen und schwächten dadurch das Hauptheer. Die Nordfranzosen und ein kleines deutsches Kontingent unter dem elsässischen Zisterzienserabt Martin von Paris zogen nach Venedig. Hier geriet das Heer bald in die peinlichste Geldverlegenheit, weil nur etwa 11.000 Mann zusammengekommen waren, die Venezianer aber den auf der Grundlage von 35.000 Mann kalkulierten Preis nicht herabsetzten. Trotz aller Bemühungen musste man 34.000 Mark schuldig bleiben. Da schlug der Doge ein Schuldenmoratorium vor, falls die Kreuzfahrer bereit seien, die 1186 von Venedig abgefallene Stadt Zara an der dalmatischen Küste vom König von Ungarn zurückzuerobern.
Nach der Eroberung Konstantinopels wurde das byzantinische Reich gemäß den Bestimmungen des Vertrages vom März 1204 mit größter Kaltblütigkeit und Methodik zerlegt, die die kühle Staatsraison der Venezianer erkennen lässt. Von der Beute im Wert von etwa 900.000 Mark Silber gingen 500.000 an die Venezianer. Dann trat das vorgesehene Wahlkonzil aus 6 Venezianern und 6 Franzosen zusammen, um einen neuen Kaiser zu wählen. Der venezianischen Einheitsfront gelang es mühelos, die Kandidatur des Bonifaz von Montferrat zu blockieren und statt dessen den schwächeren Balduin von Flandern (1204-1205) wählen zu lassen, der am 16. Mai mit byzantinischem Gepränge, aber durchaus nach lateinischem Ritus in der Hagia Sophia zum 1. Kaiser von Romania, dem lateinischen Kaiserreich von Konstantinopel, gekrönt wurde und nach byzantinischem Vorbild seine Urkunden mit roter Tinte unterschrieb. Dennoch besaß er nur einen Schatten der Herrschaftsfülle seiner byzantinischen Vorgänger. Der Vertrag von 1204 entmachtete ihn von vornherein dadurch, dass er von der Verteilung der rund 600 Lehen und der hohen Ämter ausgeschlossen wurde, sich also keine Hausmacht schaffen konnte. Die Verteilung erfolgte durch eine paritätisch besetzte venezianisch-fränkische Kommission. Vertragsgemäß erhielt der Kaiser den Blachernenpalast und den Bukoleonpalast in Konstantinopel sowie ein Viertel des Reiches und zwar Thrakien und das nordwestliche Kleinasien nebst den Inseln Lesbos, Chios und Samos.
Man kannte im Kaiserreich vermutlich nur mündlich tradiertes Gewohnsheitsrecht. Die Amtssprache war Latein, selten und nur seit Balduin II. Französisch, das aber von Anfang an die Umgangssprache des Hofes war.
Gleich beim ersten Zusammentreffen mit den Bulgaren verloren die Lateiner 1205 die Schlacht bei Adrianopel. Der Kaiser geriet in Gefangenschaft und blieb verschollen.

Norwich John Julius: Band III Seite 218-248
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"Byzanz"

Neben Doge Dandolo, der sich jetzt stolz "Herr eines Viertels und eines halben Viertels des Römischen Reichs" nannte, gab Kaiser Balduin eine beklagenswerte Figur ab. Da weitere drei Achtel des Reichs als kaiserliche Lehen an die fränkische Ritterschaft verteilt worden waren, blieb ihm gerade noch ein Viertel des Territoriums, über das seine unmittelbaren Vorgänger geherrscht hatten. In der Hauptsache handelte es sich um Thrakien - allerdings ohne die wichtige, an Venedig gefallene Stadt Adrianopel - und den Nordwesten Kleinasiens sowie einige Inseln in der Ägäis wie Lesbos, Samos und Chios. Doch selbst dieses drastisch verkleinerte Patrimonium war umkämpft. Vor allem Bonifaz von Montferrat, der sich des Thrones allzu sicher gewesen und wütend darüber war, dass man ihn übergangen hatte, schlug die anatolischen Ländereien, die ihm angeboten wurden, zornig aus und nahm sich statt dessen Thessalonike; er machte die Stadt zum Sitz eines Königreichs, welches große Teile Makedoniens und Thessaliens umfasste. Irgendwie gelang es ihm auch, die Oberherrschaft über die kleinen fränkischen Herrscher zu gewinnen, die sich im Süden aufgeschwungen hatten, namentlich über den Burgunder Otto de la Roche in Böotien und Attika (dem sogenannten Herzogtum Athen) sowie den Franzosen Wilhelm von Champlitte auf dem Peloponnes, auf den schon bald das Haus VILLEHARDOUIN folgen sollte.
Es versteht sich beinahe von selbst, dass die neuen Herrscher in den ehemaligen byzantinischen Gebieten durchweg verhasst waren. Ökonomisch fanden keine großen Umwälzungen statt. Abgesehen davon, dass die Steuern künftig an eine lateinische Grundbesitzerfamilie statt eine griechische gezahlt wurden, gestaltete sich das provinzielle und ländliche Leben beinahe so wie eh und je. Was Moral und Gesinnung betraf, hatte sich das Klima jedoch vollkommen verändert. Die fränkischen Feudalherren gebärdeten sich tyrannisch und arrogant, und sie machten aus ihrer Verachtung für die Menschen, die sie nicht nur für unterworfen, sondern auch für minderwertig hielten, keinen Hehl; außerdem setzten sie als unbeugsame Bewahrer der römischen Kirche den lateinischen Ritus überall durch, wo es eben möglich war. Die arme Landbevölkerung konnte dagegen nichts ausrichten. Mürrisch, widerwillig und mit Bitterkeit im Herzen schickte sie sich in das Unvermeidliche. Der Adel dagegen zeigte sich längst nicht so unterwürfig. Viele griechische Adlige verließen angewidert das Land ihrer Vorfahren und zogen in einen der Nachfolgestaaten von Byzanz, wo der nationale Geist und der orthodoxe Glaube noch lebendig waren.
Als Herrscher eines Reichs, das allgemein als byzantinisches Exil galt, hatte Theodor I. Laskaris von Nikäa Anfangsschwierigkeiten zu meistern, die eine schwächere Persönlichkeit nicht bewältigt hätte. Abgesehen von seinen Rivalen in Epiros und Trapezunt, von wo David Komnenos im Herbst 1204 mit besorgniserregender Schnelligkeit westwärts eilte, schossen auf seinem eigenen Gebiet kleine griechische Fürstentümer wie Pilze aus dem Boden: eines in Philadelphia, ein weiteres im Mäandertal, ein drittes in der unbedeutenden kleinen Stadt Sampson in der Nähe von Milet. Als dieses schlimme Jahr sich dann dem Ende zuneigte, überquerte zudem ein von Balduin, dessen Bruder Heinrich und Graf Ludwig von Blois geführtes Frankenheer den Bosporus und durchstreifte Kleinasien. Zwar hatte sich Theodor verpflichtet, außer der Verwaltung auch das Heer wiederaufzubauen, doch war dieses zu dem Zeitpunkt noch völlig unvorbereitet. Am 6. Dezember 1204 erlitt es bei Poimanenon (heute vermutlich Eski Manyas), etwa 60 Kilometer südlich des Marmarameeres, denn auch eine vernichtende Niederlage, und die Franken erhielten dadurch die Kontrolle über die gesamte Küstenregion Bithyniens bis nach Brussa (Bursa). Wären sie nur 100 Kilometer weiter bis Nikäa marschiert, hätten sie Theodors Kaiserreich vielleicht schon kurz nach seiner Entstehung vernichtet. Er hatte jedoch Glück, denn sie mussten ihren Feldzug wegen einer bedrohlichen Balkankrise überstürzt abbrechen.
Nun sollte Balduins Arroganz sich rächen. Die griechischen Landbesitzerfamilien in Thrakien, die vorerst bereit gewesen waren, die fränkische Oberherrschaft zu akzeptieren, fühlten sich inzwischen als Menschen zweiter Klasse. Sie rebellierten, konnten sich der Hilfe des Bulgaren-Zars Kalojan versichern und boten ihm die Kaiserkrone für den Fall an, dass er die Lateiner aus Konstantinopel vertreibe. Nichts konnte Kalojan gelegener kommen. Zu Anfang des Jahres 1204 war er zwar von einem Gesandten Innozenz' III. bereits zum König (jedoch nicht zum Kaiser) gekrönt worden und hatte die römische Oberhoheit anerkannt, doch hatte dies seine Besorgnis über die Ausweitung des lateinischen Machtbereichs auf die gesamte Halbinsel nicht vermindert. Ihm lag ebensoviel daran wie der byzantinischen Bevölkerung, das Land von der Kreuzfahrerpest zu befreien. Zu Beginn des Jahres 1205 marschierten die Zarentruppen los; am 14. April vernichteten sie das fränkische Heer vor Adrianopel. Ludwig von Blois kam um, Balduin geriet in Gefangenschaft; er starb kurze Zeit später, ohne die Freiheit wiedererlangt zu haben. So war schon ein Jahr nach dem Fall Konstantinopels die lateinische Macht wieder gebrochen. In Kleinasien blieb einzig die Kleinstadt Pegae (Karabiga) an der Südküste des Marmarameers in fränkischer Hand.
 
 
 
 

6.11.1186
   oo Marie von Blois-Champagne, Tochter des Grafen Heinrich I.
        ca. 1174-29.8.1204
                      Acco
 
 
 
 

Kinder:

  Johanna
  1188 oder 1200-5.12.1244

  Margarete I. die Schwarze
  1202- 10.2.1280
 
 
 
 

Literatur:
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Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 88,90,94,97,108 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 135,144 - Erbe Michael: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederländischen Raumes. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1993 Seite 38 - Favier, Jean: Frankreich im Zeitalter der Landesherrschaft 1000-1515. Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1989 Seite 184,186,225 - Leo Heinrich Dr.: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten, Eduard Anton Verlag Halle 1832 Seite 78-87 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995  Seite 174,180,182 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 218-248 - Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frankreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 46,204,264 - Roosbroeck, Robert van: Die Geschichte Flanderns, Eugen Diederichs Verlag Jena 1942 Seite 14-15 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 886,900-901,903-905, 913 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 28 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 208 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 402-409,458,499,539 -