Balian II. von Ibelin                        Herr von Ramleh
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um 1131 1193
 

Jüngster Sohn des Herrn Balian I. der Alte von Ibelin und der Helvis von Ramleh, Erbtochter vom Herrn Balduin
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 311
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Ibelin
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Nicht zuletzt dank erfolgreicher Heiratspolitik (unter anderem Ehe Balians II. mit Maria Komnena, der Witwe König Amalrichs I.) erweiterten die IBELIN ihren Landbesitz (Ramle, Samaria, Beirut). Nach der Katastrophe von Hattin (1187) versuchte Balian II. ( 1193), Jerusalem gegen Saladin zu halten und konnte nach dem Fall der Stadt den Abzug eines Teils der Christen gegen Lösegeld aushandeln.


Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 669
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Isabella I., Königin von Jerusalem
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* 1172, 1205

Tochter König Amalrichs I. von Jerusalem (aus dem Hause ANJOU) aus dessen 2. Ehe mit Maria Komnena

Um Guidos Absetzung zu erreichen, betrieben seine Gegner, allem voran Balian von Ibelin und dessen Gemahlin Maria Komnena, Isabellas Mutter, den Plan, die Prinzessin Isabella mit dem von ihnen begünstigten Thronkandidaten Konrad von Montferrat zu verheiraten, was nach Auflösung der Ehe Isabella mit Humfried von Toron gelang (14. November 1190).


Runciman, Steven: Seite 708,718,724,746-748,750-753,761,762-766
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Königin Maria Komnene hatte sich bald wieder verheiratet, und zwar mit Hugo von Ibelins Bruder Balian, den sie ihr Leibgedinge, das Lehen Nablus, in die Ehe brachte. Diese Ehe war glücklich, und die Königin-Mutter spielte in der Partei ihres Gatten eine große Rolle.
Die Tapferkeit der Brüder Balduin und Balian von Ibelin und der Stiefsöhne Raimunds, Hugo und Wilhelm von Galiläa, beförderte 1177 den Sieg bei Montgisard.
Ibelin selbst wurde beim Tod Balians des Alten, des Begründers der Familie, den Hospitalitern übergeben; aber Ramleh ging auf seinen ältesten Sohn Hugo über und bei Hugos Tod auf seinen Bruder Balian, der die Erbin von Beisan geheiratet, dann unter dem bequemen Vorwand der Blutsverwandtschaft wieder verstoßen hatte.
Raimund entdeckte, dass er hinters Licht geführt worden war. Er ritt hinab nach Nablus, zur Burg Balians von Ibelin und berief als rechtmäßiger Regent des Königreichs das Hochgericht der Barone ein. Alle seine Anhänger eilten herbei. Balian und seine Gattin, Königin Maria, sowie ihre Tochter Isabella und Humfried waren zur Stelle, desgleichen Balduin von Ramleh und sämtliche Kronlehensleute mit Ausnahme Rainalds von Chatillon. Der Abfall Humfrieds von Toron machte den Plan der Barone zunichte. Raimund entließ sie aus ihrem Eid, und sie begaben sich einer nach dem anderen nach Jerusalem und boten Guido ihre Unterwerfung an. Selbst Balian von Ibelin, der höchstgeachtete von allen, erkannte, dass sich jetzt nichts anderes mehr tun ließ.
Balian brachte die Aussöhnung zwischen König Guido und Graf Raimund von Tripolis zustande.
Balian von Ibelin und Reinhold von Sidon brachen als letzte aus dem bei den Hörnern von Hattin (4.7.1187) eingeschlossenen Heer durch.
In Nablus hielt Balians Besatzung einige Tage lang aus und erlangte ehrenvolle Bedingungen, als sie sich ergab. Die meisten Überlebenden von Hattin waren mit Balian nach Tyros geflohen.
Mittlerweile traf in Jerusalem ein unerwarteter Helfer ein. Balian von Ibelin, der sich bei den fränkischen Flüchtlingen in Tyros befand, schickte einen Boten zu Saladin, um sicheres Geleit für sich nach Jerusalem zu erbitten. Seine Gattin, Königin Maria, hatte sich mit ihren Kindern aus Nablus dorthin zurückgezogen, und er wollte sie zu sich nach Tyros holen. Saladin gab dem Ansuchen statt unter der Bedingung, dass Balian nur eine Nacht in der Stadt verbringe und keine Waffe trage. Bei seiner Ankunft in Jerusalem fand Balian den Patriarchen Heraklios und die Beamten der Ritterorden damit beschäftigt, die Stadt in Verteidigungszustand zu setzen; aber es war kein Führer da, dem das Volk vertraute. Alle verlangten, Balian solle bleiben und die Führung übernehmen, und man wollte ihn nicht wieder ziehen lassen. Balian schrieb in großer Verlegenheit an Saladin, um die Verletzung seines Eides zu erklären. Saladin verzieh nicht nur Balian, sondern schickte selbst eine Geleittruppe, um Königin Maria, ihre Kinder, ihren Hofstaat und ihre gesamte Habe hinab nach Tyros zu befördern. Balian tat in Jerusalem, was er konnte. Am 20. September 1187 schlug Saladin sein Feldlager vor der Stadt auf und am 30. September begab sich Balian ins feindliche Lager, um von Saladin Bedingungen zur Übergabe zu erbitten. Auf Balians Befehl legte die Besatzung ihre Waffen nieder, und am 2. Oktober 1187 zog Saladin in Jerusalem ein.

Mayer, Hans Eberhard: Seite 118,124
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Durch eine Ehe zwischen Maria Komnena, der Witwe des Königs Amalrich, mit Barisan, dem jüngsten der IBELIN-Brüder wuchs der Einfluß der Agnes von Courtenay, weil die Ehe das Ende von Marias Stellung als ehemaliger Königin bedeutete.
Am 2. Oktober 1187 kapitulierte die Stadt Jerusalem, die unter der Führung der Königin Sibylle, des Patriarchen Eraclius und Barisans von Ibelin stand.
 
 
 
 

  1. oo N.N., Erbin von Beisan
                

     1177
  2. oo 2. Maria Komnena von Byzanz, Witwe von König Amalrich I.
               um 1150/55 um 1217
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Johann I. der Alte von Ibelin
  1177/78 1236

  Philipp von Ibelin
  um 1180 1227

  Helvis
  vor 1180 1216

  oo 2. Reinhold Herr von Sidon
                um 1197

  Margarete
  um 1185 nach 1240

  1. oo Hugo Herr von Tiberias
                

  2. oo Walter III. Herr von Caesarea
                 1229
 
 
 
 

Literatur:
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Großer Bildatlas der Kreuzzüge. Sechs Jahrhunderte abendländischer Kultur- und Glaubensgeschichte. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1992 Seite 57 - Jones Terry/Ereira Alan: Die Kreuzzüge. Bechtermünz Verlag 2000 Seite 150,155,158,161 - Lehmann Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach 1991 Seite 260,266,281 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 118,124 - Payne Robert: Die Kreuzzüge. Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag Düsseldorf 2001 Seite 223,224 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 708,724,746-748,750-753,756-758,762-766,792,801-802,836,838,847,858,870,880,1167 -