Konstanze                                                 Herzogin der Bretagne
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1161-4.9.1201
 

Einzige Tochter des Herzogs Conan IV. der Kleine von der Bretagne und der Margarete von Schottland, Tochter von Erb-Prinz Heinrich
 

Thiele, Andreas: Tafel 93
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

CONSTANZE
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* um 1161, + 1201 (im Kindbett)

Herzogin der Bretagne

 1181
  oo Gottfried II.d'Anjou-Plantagenet, Sohn König Heinrichs II. von England
       * 1158, + 1186 gefallen

1166/81 Herzog der Bretagne und Graf von Richmond
Gottfried stand schroff gegen den Vater, war ein übler Fehdehahn und versuchte die Bretagne ganz aus der englischen Hoheit zu lösen und lehnte sich an Frankreich an, wurde fornal französischer Vasall und fiel auf einem Turnier in Paris.

 1187-1199
  oo Ranulf III. de Blundeville, Graf von Chester, Lincoln und Richmond
               + 1232

 1199
  oo Guido I. de Thoars, Vicomte de Thouars
              + 1213

(Zu den Großeltern vgl. Aquitanien IIb)
Vormund seines Stiefsohnes und seit 1203 Herzog der Bretagne; lehnt sich an Frankreich an, fällt 1204 in der Normandie ein und löst sich aus der englischen Hoheit.



Konstanze starb im Kindbett.

Pernoud Regine: Seite 14,37,64,245
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"Der Abenteurer auf dem Thron"

Gottfried wurde trotz seines jungen Alters bereits Constance von Bretagne versprochen.
Nachdem er 1174 die Ordnung wiederhergestellt sah, nahm Heinrich II. seine gefangene Gemahlin und den gesamten Hof, der sie in Poitiers umgeben hatte, mit nach England: die Frauen oder Verlobten seiner Söhne, Margarete und Adelaide, Constance von Bretagne, die Verlobte von Gottfried, und Alix von Maurienne, die Verlobte vonJohann.
Gottfried, der Herzog der Bretagne, folgte einer Einladung des französischen Königs und verbrachte den Sommer auf dessen Gütern. Einige Wochen hindurch besuchten sie gemeinsam junge Adlige und hielten Festessen, Jagden und Turniere ab. Dies nahm ein tragisches Ende, denn im August wurde auf einem solchen Turniere Gottfried von Bretagne getötet. Die Beerdigung geschah in der Kathedrale von Notre-Dame von Paris, die gerade neu erbaut wurde. Philipp empfing Constance, die Witwe Gottfrieds, mit allen Ehren. Sie war schwanger und brachte später einen Sohn zur Welt, den sie in Anspielung an die Ritterromane Arthur nannte. Der Junge wuchs hauptsächlich am französischen Hof auf, zusammen mit seiner älteren Schwester Eleonore.
Die Bretonen forderten ihre Unabhängigkeit, und der junge Arthur, der nachgeborene Sohn Gottfrieds Plantagenets, stellte sich auf die Seite des französischen Königs. Seine Mutter Constance haßte diePLANTAGENETS, und der noch nicht volljährige Arthur hatte Jahre seiner Jugend am Hof Philipp Augusts verbracht.

Berg Dieter: Seite 87,93
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"Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters."

Obwohl nicht anzunehmen ist, dass Löwenherz den Forderungen des Kaisers entsprach, ist dennoch von dessen ungebrochenen Willen zur Fortsetzung des Krieges gegen Philipp auszugehen, da er nach dem Ausbruch von Konflikten zwischen der bretonischen Fürstin Konstanze und ihrem Gatten Ranulf, Earl von Chester, im April 1196 in der Bretagne intervenierte, aber die Übergabe des Thronerben Arthur an den KAPETINGER nicht verhindern konnte.
Konstanze erreichte hingegen zu Ostern 1199 in Angers die Anerkennung ihres Sohnes Arthur als Erbe durch Große aus Anjou, Maine und Touraine sowie durch König Philipp, der zwar die Huldigung des Prinzen für Anjou, Maine und Touraine entgegennahm, aber umgehend in der Grafschaft Evreux einfiel.
So konnte Johann im Sommer 1199 die militärische Konfrontation mit dem KAPETINGER wagen, der schon im September eine Schwächung seiner Position hinnehmen musste, als Wilhelm des Roches und Konstanze mit Arthur überraschend ins angevinische Lager wechselten.

Appleby John T.: Seite 134,137,215,227,320
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"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket."

Dann schloß Heinrich mit dem unglückseligen Conan einen Vertrag. Der nun achtjährige dritte Sohn Heinrichs, Geoffrey, wurde mit Conans fünfjähriger Tochter Constance verlobt. Conan anerkannte Geoffrey als seinen Erben und bergab Heinrich die ganze Bretagne mit Ausnahme der Grafschaft Guingamp, und versprach, das Herzogtum bis zum Vollzug der Ehe für Geoffrey zu verwalten.
Johns Aufgabe war es, seine Absolution und seine Wiedereinsetzung in das Dekanat zu ereichen und Alexander um eine Dispens für die Ehe zwischen Geoffrey, dem Sohn des Königs, und Constance von der Bretagne, zu bitten. Sie waren nämlich Verwandte vierten Grades, da sie sowohl in Malcolm III. von Schottland, als auch in Heinrich von England gemeinsame Vorfahren hatten.
Die beiden Könige trafen am 25. September 1173 an ihrem traditionellen Konferenzort Gisors zusammen. Der junge Heinrich, Richard und Geoffrey begleiteten ihren obersten Lehnsherrn, den König von Frankreich. Heinrich bot die Bretagne dem eben fünfzehnjährigen Geoffrey an, vorausgesetzt, daß es ihm gelingen würde, die Genehmigung des Papstes für seine Heirat mit Constanze zu bekommen.
Er wagte nicht, seine Gefangenen zurückzulassen, damit sie vielleicht von König Ludwig befreit werden oder durch Verrat der Normannen entfliehen konnten. Er schickte den Grafen von Chester, den Grafen und die Gräfin von Leicester und eine Anzahl anderer in Ketten nach Barfleur, um sie zu Schiff über den Kanal bringen zu lassen. Ebenso nahm er seine Tochter Joan und seine Gemahlin, die unter strengster Bewachung stand; außerdem Königin Margaret, die Gemahlin des jungen Heinrich, udn die drei mit seinen Söhnen verlobten Mädchen, Alice von Frankreich, Constanze von der Bretagne und Alice von Maurienne. Mit diesen Familienmitgliedern und den Gefangenen ging Heinrich am Morgen des 8. Juli 1174 in Barfleur unter Segel. Am selben Abend ging Heinrich in Portsmouth an Land. Sein allererstes Anliegen war, seine Gefangenen in sicheren Gewahrsam zu bringen. Eleanor wurde in der Burg Salisbury in strenge Haft genommen. Margaret und die anderen jungen Mädchen wurden nach Devizes geschickt.
Inzwischen gebar Constanze von der Bretagne, die Witwe Geoffreys, am Ostersonntag, dem 29. März, einen Sohn. Der König befahl, dieser jüngste Enkelsohn solle nach ihm benannt werden, aber die Bretonen, wahnsinnig vor Freude darüber, daß ihnen dieses Kind geboren worden war, um sie von den verhaßten Normannen zu befreien, ließen ihn "durch feierliche Ausrufung" nach iheren Nationalhelden Arthur taufen. Später im Jahr gab Heinrich Constance Rannulf von Blondeville, dem jungen Grafen von Chester, zur Frau.

Gillingham John: Seite 285
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"Richard Löwenherz. Eine Biographie."

Richard strebte die Vormundschaft über den Thronerben des Herzogtums an. Der Thronfolger Arthur war neun Jahre alt, und es war Zeit, daß er die Fürsorge seiner Mutter verließ. Kaum aber hatte die Herzogin Konstanze den Fuß auf normannische Erde gesetzt, um an Richards Hof zu reisen, als sie auch schon von ihrem Gatten entführt und in seine Burg in St. James-de-Beuvron gebracht wurde. Konstanzes bretonische Ratgeber, die Arthur in ihrer Obhut hatten, waren alrmiert und machten Richard mit Recht oder Unrecht hierfür verantwortlich. Sie riefen Philipp um Hilfe an und widerriefen alle Loyalität für den Herzog der Normandie.
 
 
 
 

    1181
  1. oo Gottfried II. Graf von Anjou-Plantagenet
           23.9.1158-19.8.1186

   3.2.1188
  2. oo Ranulf III. von Bludeville Graf von Chester
           um 1172-   1232

Ranulf hielt seine Frau jahrelang wie eine Gefangene und mußte 1198 das Land verlassen.

    1199
  3. oo Guido I. Graf von Thouars
                  -13.4.1213
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Arthur I. Graf von Anjou
  13.4.1187-3.4.1203

  Eleonore Erb-Prätendentin
  1184-   1241

2. Ehe

  Margarete
          - um 1220

  oo Gottfried I. Vicomte de Rohan
              -15.9.1221

3. Ehe

  Katharina
  1201-   1237

 1212
  oo Andre III. Sire von Vitre
              -   1250

  Alice von Thouars
  1201-21.11.1221

 1213
  oo Peter I. "Mauclerc" Graf von Dreux
      1191-22.6.1250
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 134,137,215,227,235,288,299,320- Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 87,93 - Gillingham John: Richard Löwenherz. Eine Biographie. Classen Verlag GmbH Düsseldorf 1981 Seite 285 - Pernoud Regine: Der Abenteurer auf dem Thron. Richard Löwenherz König von England. Diedrichs Verlag München 1994 Seite 14,37,64,245 - Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 25 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 93 -