Johanna von England                     Königin von Sizilien
--------------------------                    Gräfin von Toulouse
 10.1164/65-24.9.1199
Angers         Fontevraud

Begraben: Fontevraud
 

Jüngste Tochter des Königs Heinrich II. von England und der Eleonore von Aquitanien, Tochter von Herzog Wilhelm X.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Seite 526
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Johanna, Königin von Sizilien, Gräfin von Toulouse
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* 1165, + 1199 im Kindbett

3. Tochter von König Heinrich II. von England und der Eleonore von Aquitanien

  1. oo 1177 (1169 verlobt) Wilhelm II. König von Sizilien

  2. oo 1196 Raimund VI., Graf von Toulouse

Nach dem Tode Wilhelms (1189) behandelte sein Nachfolger Tankred sie mit Verachtung. Ihr Bruder Richard Löwenherz forderte 1190 Wiedergutmachung, als er sich auf dem Weg zu den Kreuzfahrern befand. Johanna begleitete Richard, der während seiner Verhandlungen mit Saladin 1191 die Heirat Johannas mit Saladins Bruder anregte. Doch kehrte sie nach Europa zurück und heiratete Graf Raimund VI. von Toulouse.



Brandenburg Erich: Tafel 9 Seite 19
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIV. 120 b. JOHANNA
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* 1164, + 1199 IX.

Gemahl: a) 1177 13. II. Wilhelm II. König von Sizilien
                                             + 1189 16. XI.

             b) 1196 X. Raimund VI Graf von Toulouse (siehe XIV 412)
                                       + 1222 2. VIII.



Thiele, Andreas: Tafel 200
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

JOHANNA
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* 1164, + 1199

 1177
  oo Wilhelm II. König von Neapel-Sizilien
              + 1189

 1196
  oo Raimund VI. Graf von Toulouse
              + 1222



Houben Hubert: Seite 174,175
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"Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident"

Auf Vermittlung des Papstes heiratete Wilhelm II. einige Jahre später 1177 Johanna, eine Tochter König Heinrichs II. von England. Dadurch wurde er zum Schwager Heinrichs des Löwen und des Königs Alfons VIII. von Kastilien.
Obwohl beim Abschluß des Heiratsvertrages (1184) zwischen Konstanze und HEINRICH VI. die bisherige Kinderlosigkeit Wilhelms II. noch lange nicht endgültig war - er war 31, seine Gemahlin erst 19 Jahre alt -, wurde ein solcher Eventualfall mit einbezogen. Am 18.11.1189 starb Wilhelm II. im Alter von erst 36 Jahren.

Csendes Peter: Seite 52,53,118
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"Heinrich VI."

Wilhelm, ein Enkel des großen Roger, hatte im Jahr 1177 Johanna, die Tochter des englischen Königs Heinrich II. Plantagenet geheiratet.
König Wilhelms II. Ehe war mit der Engländerin Johanna war 1184 noch immer kinderlos. Wohl war die Prinzessin bei ihrer Eheschließung erst 13 Jahre alt gewesen, doch waren seither bereits sieben Jahre vergangen. Wenngleich es natürlich müßig ist, heute Spekulationen darüber anzustellen, ob Wilhelm noch Nachkommenschaft erwarten durfte oder bereits über deren Ausbleiben Bescheid wußte, so scheint die reiche Dotierung für seine Gründung Monreale und schließlich sogar deren Erhebung zum Erzbistum darauf, dass sich der König um die zukünftige Entwicklung seines Reiches sorgte.
Richard Löwenherz hatte bereits bei seiner prunkvoll inszenierten Ankunft dokumentiert, dass er eine Vorrangstellung für sich in Anspruch nahm. König Tankred, der seiner eigenen Herrschaft noch längst nicht sicher sein konnte, vor allem aber den Angriff des STAUFERS HEINRICH VI. erwarten mußte, war daher auch sofort bereit, der Forderung Richardsnachzukommen, Johanna, die Witwe Wilhelms II., die er bisher in Palermo festgehalten hatte, ihrem Bruder auszuliefern. Um seiner Schwester eine entsprechende Unterkunft zu verschaffen, scheuteRichard nicht davor zurück, das Kloster La Bagnara an der kalabrischen Küste zu besetzen und die Mönche daraus zu vertreiben.
Richard verschärfte die Situation, indem er hohe Forderungen, zum Teil im Namen seiner Schwester Johanna, an Tankredrichtete, doch kam schließlich am 11. November - nicht zuletzt durch Vermittlung König Philipps, der während dieser Vorgänge eine reservierte bis feindselige Haltung gegenüber dem Engländer an den Tag gelegt hatte - ein Friedensschluß zustande. Richard nahm seine Forderungen zurück, auch eine künftige Eheverbindung zwischen den Königshäusern - ein Neffe Richards sollte eine Tochter des Normannen heiraten - wurde verabredet. Tankredbezahlte dafür 40.000 Unzen Goldes, was mit mehr als 1.000 Kilogramm zu beziffern wäre, nachdem Johanna bereits zuvor eine Abfindung in Höhe von 1 Million Tarenen, also Goldmünzen, erhalten hatte.

Pernoud Regine: Seite 236
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"Königin der Troubadoure"

Außer Richard traf Königin-Witwe Eleonore in Sizilien auch ihre Tochter Johanna, die sie seit 14 Jahren nicht gesehen hatte. Sie war inzwischen eine schöne junge Frau von 25 Jahren geworden; sie ähnelte Eleonore am meisten von all ihren Töchtern. Seit einem Jahr war sie verwitwet und befand sich in ziemlichen Schwierigkeiten. Tankred hatte sich zunächst der Person der Königin Johanna bemächtigt, aus Angst vor Richard, und um sie eventuell als Geisel zu benutzen, und sie auf der Festung von Palermo eingesperrt. Dort saß sie gefangen, als die Flotte des englischen Königs in den Hafen von Messina einlief. Tankred beeilte sich, die Prinzessin wieder freizulassen.
Berengaria, Braut Richards I., wurde der Obhut Johannas anvertraut, und die beiden jungen Frauen bestiegen ein paar Tage nach Eleonores Abreise ebenfalls ein großes Transportschiff, das sie in den Orient bringen sollte. Von einem Sturm in die Nähe von Zypern wurde das Schiff an die Küste verschlagen. Innerhalb von drei Wochen wurde die Insel erobert, da Kaiser Isaak Angelos es gewagt hatte, Richards I. Schwester und seine Braut in Gefangenschaft zu halten und ihr Hab und Gut zu beschlagnahmen.
Bei Verhandlungen mit Saladin zeichnete sich vorübergehend sogar eine ganz romantische Lösung ab: Richard schlug vor, seine SchwesterJohannamit Saladins Bruder Malik-al-Adil zu verheiraten. Zusammen sollten sie in Jerusalem regieren; die Städte an der Küste würde man ihnen abtreten.
Johanna weilte 1194 gemeinsam mit Berengaria noch in Rom und wurde später von ihrem Bruder mit Raimund VI. von Toulouse verheiratet.

Pernoud Regine: Seite 42,109,245,255
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"Der Abenteurer auf dem Thron"

Am 9. November wurde in Palermo die Hochzeit der jüngsten Königin Siziliens, Johanna von England, gefeiert, sie war erst 11 Jahre alt. Am 13. Februar des folgenden Jahres wurde sie in derselben Stadt gekrönt.
Auf den jungen Witwer Philipp August von Frankreich hinterließ die aus der Gefangenschaft Tankreds entlassene Johannaeinen bleibenden Eindruck und man sprach von Liebe auf den ersten Blick, doch ihr Bruder Richard I. hatte andere Pläne mit ihr und brachte sie sofort außer Reichweite.
Richards Schwester Johanna, die einige Jahre zuvor den Bruder Saladins hatte heiraten sollen, war 1193 in Poitiers eingetroffen. Vorher hatte sie in Begleitung Königin Berengualas Rom verlassen und über Genua, Marseille und Saint-Gilles das Poitou erreicht. Erneut wurde Johanna Mittelpunkt eines Vertrages, der diesmal mit Raymond VI. von Toulouse geschlossen wurde. Sie sollte die 5. Ehefrau Raymonds VI. werden, mit dem sich Richard jedoch gegen das Haus FRANKREICH verbünden wollte. Die Hochzeit fand im Oktober 1196 in Rouen statt, und im Jahr danach, im Juli 1197 gebar Johanna in Beaucaire den späteren Raymond VII. von Toulouse.
Auf jener Reise traf Eleonore ihre Tochter Johanna in der Stadt Niort in einem bemitleidenswerten Zustand der Erschöpfung und Depression an. Diese hatte im 5. Monat einer Schwangerschaft fast auf sich allein gestellt aus dem Lauraguais fliehen müssen, weil ihr Mann unfähig war, eine Revolte kleiner Barone niederzuschlagen. Sie war auf den Gedanken gekommen, ihren Bruder um Hilfe zu bitten, hatte dann aber von dessen Tod erfahren. Eleonore nahm sie mit sich nach Rouen, wo Johanna ihre verblüffte Umgebung wissen ließ, sie wolle als Nonne in den Orden von Fontevraud eintreten. Der Erzbischof von Canterbury versuchte, sie von diesem Vorhaben abzuhalten, aber Johanna hatte ja auch schon bei anderen Gelegenheiten gezeigt, welchen Starrsinn sie besaß. Jetzt war ihre Besessenheit so groß, dass man die Äbtissin von Fontevraud rufen und die kanonischen Regeln außer acht lassen mußte.Johannawurde zur Nonne geweiht und äußerte, bevor sie starb, ihre letzten Wünsche. Erst nach ihrem Tod konnte man ihr Kind zur Welt bringen, das gleich nach der Taufe starb. Johanna war 34 Jahre alt geworden. Ihr Leichnam wurde in Fontevraud nie gefunden, dafür aber der ihres ersten Sohnes Raymonds VII. von Toulouse, der in seiner Todesstunde den Wunsch äußerte, neben seiner Mutter, die er nicht gekannt hatte, bestattet zu werden.

Kölzer Theo: Seite 52,56
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"Die Staufer im Süden"

So gesehen ist auf sizilischer Seite die deutliche Betonung des königlichen Ranges von Adelheid, in zweiter Ehe mit Balduin von Jerusalemverheiratet, wohl kein Zufall. Die Königserhebung Rogers II. hat vielleicht eine weitere Entwicklung aufgehalten. Wilhelm I. konnte eine Königstochter aus Navarra heiraten, aber erst Wilhelm II. war es gelungen, auf ähnliche Weise die volle Anerkennung der internationalen Gesellschaft zu erlangen. Die geplante Ehe mit einer Tochter des Manuel Komnenos, die Ehe mit Johanna von England, die Ehe Konstanzes mit HEINRICH VI. waren, mit erheblicher Verspätung, eine Bestätigung der Königserhebung des Jahres 1130.
Die nächsten wirklich nachweisbaren Kontakte zwischen den beiden Königreichen nach der Eheschließung 1177 sind aber erst ein Jahrzehnt später zu finden, als der Einfluß des sizilischen Hofes beim Papst im Streit zwischen Erzbischof Balduin von Canterbury und dem dortigen Kloster und 'Domkapitel' Christ Church eingesetzt werden sollte. Nach engem und kontinuierlichem Kontakt sieht das nicht aus. Selbst die Beziehungen zwischen Richard I., Philipp und Tankred1190-1191 sind, falls es sich um 'Alliierte' und 'Feinde' im Sinne einer modernen Diplomatie handeln sollte, nicht sonderlich eindrucksvoll. Philipp hat mehr oder weniger passiv auf die Aktivitäten seines Gegenspielers Richard I. reagiert. Aber auch Richard hat sich hauptsächlich für die dos seiner verwitweten Schwester und für die im Testament Wilhelms II. seinem Vater vermachten Gelder interessiert; weder Richard noch Philipp wollten in die sizilischen Nachfolgestreitigkeiten verwickelt werden.

Berg Dieter: Seite 48,69,71,76,87
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"Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters."

Welch hohes Ansehen Heinrich seit den 70-er Jahren im gesamten Abendland erlangt hatte, verdeutlichen nicht nur die zahlreichen gesandtschaftlichen Kontakte zu auswärtigen Monarchen wie etwa Kaiser Manuel Komnenos von Byzanz, sondern auch das Angebot eines Ehebündnisses, das ihm König Wilhelm II. von Sizilien unterbreitete, so dass es am 13. Februar 1177 zur Heirat des Normannen mit der jüngsten englischen Königs-Tochter, Johanna, kam.
Diese komplizierte politische Situation wurde für Richard noch verwirrender, da seine Schwester Johanna, die Witwe König Wilhelms II., von Tankred inhaftiert worden war, der ihr ein beachtliches Wittum ebenso verweigerte wie die Aushändigung eines wertvollen Legates Wilhelms an Heinrich II. zur Durchführung von dessen Kreuzzug.
Da rasch Konflikte zwischen den Kreuzfahrern und der einheimischen Bevölkerung ausbrachen und diese am 4. Oktober 1190 das Quartier des englischen Kreuzfahrers und Grafen von La Marche, Hugo IX., angriff, intervenierte Richard und eroberte anschließend die Stadt Messina. Die Wirkung dieser Aktion auf Tankred war beachtlich, da er umgehend Johanna freiließ und dem PLANTAGENET als Rechtsnachfolger Heinrichs II. 20.000 Unzen Gold als Kompensation für das Wittum Johannas überstellte.
Dies wird auch durch das anschließende Verhalten des PLANTAGENETS deutlich, der nach der Abreise Eleonores und Philipps bereits am 10. April in Begeitung der jungen Braut sowie seiner Schwester mit zahlreichen Schiffen die Reise ins Heilige Land antrat, ohne dass zuvor die Eheschließung mit Berengaria erfolgt war.
Richard selbst, der von Berengaria und Johanna begleitet wurde, beharrte auf der baldigen Überfahrt nach Outremer, in deren Verlauf das Schiff mit den Fürstinnen an Bord im Sturm vom Kurs abkam und an der Küste Zyperns landete. Dort sahen sich die adligen Damen und ihre Begleiter den Pressionen des selbst ernannten Kaisers Isaak Komnenos ausgesetzt.
Zugleich führte der König seit September 1191 mit Al-Adil, dem Bruder Saladins, intensive Friedensgespräche, in denen bemerkenswerte Perspektiven christlich-muslimischen Zusammenlebens entwickelt wurden, unter anderem die Heirat Al-Adils mit der Schwester Richards, Johanna, vorgesehen war, die als Mitgift die Küstenstädte von Akkon bis Askalon erhalten und mit ihrem Gatten in Jerusalem residieren sollte, das christlichen Pilgern frei zugänmglich bleiben musste.
Während die Kämpfe um Festungen in der Normandie anhielten, entschloss sich Richard zu einer außenpolitischen Neuorientierung, indem er eine Vereinbarung mit dem Grafen von Toulouse, Raimund VI., traf. Hierbei verzichtete der König auf Herrschaftsansprüche über Toulouse und überließ Quercy dem Grafen, der die verwitwete Schwester Richards, Johanna, heiraten und militärische Dienstleistungen in der Gascogne erbringen sollte.

Runciman, Steven: Seite 806,808-809,811-812,814-816,832-833,848
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Richard war der Liebling seiner Mutter und haßte folglich seinen Vater; er mißtraute seinen Brüdern, liebte aber seine jüngste Schwester Johanna.
1190
Auf seinem Zug durch Italien hatte Richard zahlreiche Dinge über Tankred in Erfahrung gebracht, die ihm mißfielen. Seine Schwester, die Königin-Witwe Johanna, befand sich in Haft, und ihr Leibgedinge wurde ihr vorenthalten. Sie besaß einen gewissen Einfluß im Königreich, und Tankred traute ihr offensichtlich nicht. Überdies hatte Wilhelm II. seinem Schwiegervater Heinrich II. eine große Erbschaft vermacht, die aus goldenem Tafelgeschirr und goldenen Möbelstücken, einem seidenen Zelt, zwei bewaffneten Galeeren und zahlreichen Säcken mit Lebensmitteln bestand. Da Heinrich tot war, gedachte Tankred, dies alles für sich zu behalten. Richard hatte bereits von Salerno aus Abgesandte zu Tankred geschickt und die Freilassung seiner Schwester sowie die Abtretung ihres Leibgedinges und der Erbschaft verlangt. Diese Forderungen, die auf die Nachricht von Richards Betragen in Kalabrien folgten, machten Tankred ängstlich. Er sorgte dafür, daß Richard in einem Palast außerhalb der Stadtmauern von Messina untergebracht wurde, schickte jedoch, um ihn versöhnlich zu stimmen, Johanna mit einer königlichen Begleitmannschaft zu ihm und leitete Verhandlungen über Geldzahlungen an Stelle des Leibgedinges und der Erbschaft ein.
Nach der Eroberung der Stadt Messina durch die Soldaten Richards bot Tankred Richard 20.000 Unzen Goldes anstelle der Heinrich II. zustehenden Erbschaft, und Johanna die gleiche Summe als Ersatz für ihr Leibgedinge. Richard nahm das Angebot in seinem eigenen und seiner Schwester Namen an.
Nach der Abreise der Königin-Mutter Eleonore blieb Berengaria unter der Obhut der Königin Johanna zueück.
Mittlerweile ging eines der Schiffe in einem Sturm unter, und drei weitere, darunter das Schiff, welches Johanna und Berengaria an Bord führte, wurden anch Zypern abgetrieben. Zwei dieser Schiffe erlitten an der Südküste der Insel Schiffsbruch, aber Königin Johanna konnte bei Limasol einen Ankerplatz erreichen.
Als Richards schiffsbrüchige Leute sich ans Ufer kämpften, verhaftete sie Kaiser Isaak Dukas Komnenos und beschlagnahmte alle Güter und Waren, die geborgen werden konnten. Sodann schickte er einen Boten auf das Schiff der Königin Johanna und lud sie und Berengaria ein, an Land zu gehen. Johanna, der aus Erfahrung der Wert der eigenen Person als einer möglichen Geisel bekannt war, erwiderte, daß sie ohne Erlaubnis ihres Bruders das Schiff nicht verlassen könne. Am 8. Mai, eine Woche nach Johannas Ankunft vor Limasol, tauchten Richard und seine Hauptflotte vor der Insel auf.
1191
Einige Tage später, am 20. Oktober, machte Richard neue Vorschläge. Gleich allen Kreuzfahrern bewunderte er el-Adil und schlug vor, el-Adil solle das ganze gegenwärtig in Saladins Hand befindliche Palästina erhalten und des Königs Schwester, Königin Johanna von Sizilien, heiraten, die ihrerseits die von Richard eroberten Küstenstädte einschließlich Askalons als Mitgift erhalten solle. Das Ehepaar solle seinen Wohnsitz in Jerusalem aufschlagen, wohin den Christen uneingeschränkter freier Zutritt zu gestatten sei. Königin Johanna, die sich zusammen mit Königin Berengaria bei ihm in Jaffa befand, war entsetzt, als sie den Vorschlag hörte. Nichts, so erklärte sie, werde sie dazu bewegen, einen Muselmanen zu heiraten.
Ein päpstlicher Dispens, so meinte Richard, werde Johanna möglicherweise zu einer Sinnesänderung bewegen. Wenn nicht, so könne el-Adil seine Nichte Eleonore von Bretagne erhalten, die als Mündel des Königs ohne Einmischung des Papstes verheiratet werden konnte.
Am 29. September 1192 gingen Königin Berengaria und Königin Johanna von Akkon in See, um vor den Winterstürmen wohlbehalten nach Frankreich zu gelangen.
 
 
 
 

13.2.1177
  1. oo Wilhelm II. der Gute  König von Sizilien
      x   1154-16.11.1189

    1196
  2. oo 4. Raimund VI. Graf von Toulouse
               27.10.1156-2.8.1222
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Raimund VII. Graf von Toulouse
   7.1197-27.9.1249
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutgart 1962 Seite 124,227,254 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 48,69,71,76,87 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 9 Seite 19 -
Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990, Seite 121 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 52,53,115,118 - Die Staufer im Süden. Sizilien und das Reich, hg. von Theo Kölzer, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 52,55,55 A.41,56 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 109 - Gillingham John: Richard Löwenherz. Eine Biographie. Classen Verlag GmbH Düsseldorf 1981 Seite 160,164,175,209,212,292,326 - Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus Verlag Darmstadt 1997, Seite 174,175,Tafel 1 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 224 - Pernoud Regine: Der Abenteurer auf dem Thron. Richard Löwenherz König von England. Diedrichs Verlag München 1994 Seite 42,109,245,255 - Pernoud Regine: Königin der Troubadoure. Eleonore von Aquitanien. Diederichs Verlag München 1991 Seite 236 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 198 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 806, 808-809, 811-812,814-816,832-833,848 - Stürner, Wolfgang: Friedrich II. Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220, Primus-Verlag Darmstadt 1997, Seite 370 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 200 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 127,151,153,161,256,257,274 - Wies, Ernst W.: Friedrich II. von Hohenstaufen. Messias oder Antichrist, Bechtle Esslingen 1998, Seite 20 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig 2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 289 -