Gottfried VI.                                 Graf von Anjou und Maine
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1./3.6.1134-26.7.1158
Rouen        Nantes
 

2. Sohn des Grafen Gottfried V. Plantagent von Anjou und der Mathilde von England, Tochter von König Heinrich I.
 

Brandenburg Erich: Tafel 21 Seite 43
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 306. GOTTFRIED, Herzog der Bretagne 1156
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* ..., + 1158



Thiele, Andreas: Tafel 199
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

GOTTFRIED VI.
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    + 1158

Graf d'Anjou und Maine



Appleby John T.: Seite 33,37,51-53,65
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"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket."

Als sie so dahinritten, klagte Geoffrey darüber, daß er sich nicht wohl fühle. Sie rasteten in Chateau-du-Loir, 25 Meilen südlich und etwas östlich von Le Mans. Der Graf bekam hohes Fieber und machte sich zum Sterben bereit. Er bestimmte Heinrich zu seinem Nachfolger als Graf von Anjou und Maine und vermachte seinem zweiten Sohn, Geoffrey, drei Burgen in Anjou. Falls es Heinrich gelingen sollte, England zu erobern, sollte er auf Wunsch seines Vaters Anjou und Maine an seinen Bruder abtreten. Der tapfere Graf Geoffrey der Schöne starb am 7. September 1151 und wurde in der St-Julians-Kirche in Le Mans beigesetzt.
Im Spätsommer des Jahres 1152 schloß Ludwig ein Bündnis, dem auch Eustace und Heinrichs Bruder Geoffrey, der zweite Sohn der Kaiserin angehörten. Geoffrey war mit den drei Burgen, die sein gesamtes Erbe darstellten, nicht zufrieden und hoffte, er könne seinen Bruder nach einer Niederlage zwingen, ihm einen Teil seines Landbesitzes überlassen. Ende des Jahres 1152 hatte Heinrich seinen Bruder gründlich besiegt und die Normandie so geschickt gegen Ludwig verteidigt, daß die Verbündeten bereitwillig einem Waffenstillstand zustimmten.
Zu Michaelis, am 29. September 1155, hielt Heinrich in Winchester einen Großen Rat, wobei er den Plan zur Sprache brachte, Irland zu erobern und seinem Bruder William zu Lehen zu geben, für dessen Versorgung noch keine Vorkehrung getroffen worden war. Heinrichs unstillbarer Hunger nach Land und immer noch mehr Land war wahrscheinlich der Hauptbeweggrund für diesen Plan. Dazu kam, daß Geoffrey, der, dem Willen seines Vaters entsprechend, Anjou und Maine hätte bekommen sollen, nach Anjou zurückgekehrt und gerade dabei war, dort Unruhe zu stiften. Zweifellos hoffte Heinrich auf Williams Unterstützung gegen Geoffrey, wenn er ihm Irland verpsrach. Kaiserin Mathilde wohnte dem Großen Rat bei und widersetzte sich dem Plan, da ihrer Ansicht nach Irland viel zu arm war, um die Eroberung zu lohnen und außerdem Geoffreyin Anjou und Touraine so viel Ungelegenheiten machte, daß sie es für klüger hielt, wenn Heinrich ihn zur Vernunft brächte.
Heinrich erhielt mittlerweile so alarmierende von Geoffreys Tätigkeit, daß er beschloß, sich nach Frankreich zu begeben und sich mit ihm zu befassen, bevor es diesem gelingen konne, ihm Anjou wegzunehmen. Geoffrey hatte seine Festungen in Chinon, Loudun und Mireberau in Vorbereitung eines Krieges mit Vorräten versehen und gab sich offensichtlich der Hoffnung hin, seinem Bruder sein rechtmäßiges Erbe entreißen zu können. Heinrich setzte im Januar 1156 in die Normandie über und begab sich zu König Ludwig, dem er für alle seine französischen Besitzungen huldigte. Geoffrey kam daraufhin nach Rouen, um seinen Bruder zu treffen, und die Gespräche überGeoffreys Erbe nahmen einen recht stürmischen Verlauf. Geoffreys Anspruch auf Anjou und Maine stand auf Grund des väterlichen Testaments außer Zweifel. Heinrich jedoch gab niemals Land auf, das er einmal besessen hatte, und er hatte auch in diesem Fall nicht die Absicht, auf Anjou und Maine zu verzichten.
Geoffreyging nach Anjou zurück und bereitete den Krieg vor. Heinrich sammelte eine Armee, folgte seinem Bruder und belagerte dessen Festungen. Im Juli gab Geoffrey den Kampf auf und ergab sich seinem Bruder. In dem Friedensvertrag, den die beiden miteinander aushandelten, versprach Heinrich seinem Bruder, ihm jährlich 1.000 englische Pfund und 2.000 Pfund in der Währung Anjous zu bezahen (das damals ein Viertel des englischen Pfundwertes ausmachte). Was diese Versprechungen über die Zahlung großer Summen wert waren, geht allein schon daraus hervor, daß in der "Pipe Roll" [dem Staatshaushalt] für das Jahr 1157 die Summe von 40 Pfund, 10 Shilling und 10 Pennies für Geoffreyvermerkt ist. Die gleiche Summe wurde ihm im darauffolgenden Jahr ausbezahlt.
Die Bürger von Nantes verjagten ihren Grafen und boten die Stadt Geoffrey an. Es ist nur natürlich, daß dieser das Angebot, das ihn von der Abhängigkeit seinem Bruder gegenüber befreite und ihm einiges Ansehen in der Welt verlieh, mit Freuden annahm.
Heinrichs Bruder Geoffreystarb am 26. Juli.

Jäschke Kurt-Ulrich: Seite 204,205
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"Die Anglonormannen"

Doch seine angestrengten Vorbereitungen für eine entscheidende England-Invasion zerrannen, als am 7. September 1151 Gottfried Plantagenet im Alter von erst 39 Jahren starb und Erbfragen in den Vordergrund traten: Mit dem Hinterlassen seiner gesamten Lehen an seinen ältesten Sohn Heinrich hatte Gottfried den Rat verbunden, die regionalen Rechtsgewohnheiten zu beachten und dem jüngeren Bruder Gottfriedvielleicht nicht nur drei oder vier Burgen, die ihm direkt zugesprochen waren, sondern auch Anjou und Maine als väterliches Erbe zu überlassen.
Im Wettlauf um Eleonores Hand stach der 19-jährige Heinrich Plantagenet sowohl seinen Bruder Gottfried als auch Graf Theobald IV. von Blois und Chartres aus.
Bereits Ende Juni 1152 stand Heinrich Plantagenet zu Barfleur bereit. Dies scheint so wenig bekannt gewesen zu sein, daß König Ludwig der Jüngere und Graf Eustachius IV. von Boulogne zusamemn mit Theobald IV. von Blois und Gottfried Plantegenet dem Jüngeren vorzeitig gegen ihn zu den Waffen griffen. Aber bereits Ende August 1153 waren sie aus dem Felde geschlagen.
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 19,33,37,43,51-53,65 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 21,26,32 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 9 Seite 19 - Ehlers Joachim: Die Kapetinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 121 - Jäschke Kurt-Ulrich: Die Anglonormannen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln Mainz 1981 Seite 204,205 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 191,197 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 199 -