Eleonore von Anjou-Bretagne            Erb-Prätendentin der Bretagne
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1184-   1241
 

Einzige Tochter des Grafen Gottfried II. von Anjou-Plantagenet und der Konstanze von Bretagne, Tochter von Herzog Conan IV. dem Kleinen
 

Thiele, Andreas: Tafel 93
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ELEONORE D'ANJOU
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* 1184,  + 1241

Erbprätendentin

Eleonore sollte zuerst die Frau Ludwigs VIII. von Frankreich werden und wurde ab 1203 gefangengehalten.



Runciman, Steven: Seite 833
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Ein päpstlicher Dispens, so meinte Richard, werde Johanna möglicherweise zu einer Sinnesänderung bewegen. Wenn nicht, so könne el-Adil seine Nichte Eleonore von Bretagne erhalten, die als Mündel des Königs ohne Einmischung des Papstes verheiratet werden konnte.

Berg Dieter: Seite 58,81
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"Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters."

Hinzu kam, daß der französische König nach dem Tode Gottfrieds gegenüber Heinrich nicht mehr nur auf der Heirat Alices mit Richard und den Entschädigungszahlungen an Margarethe bestand, sondern auch die Vormundschaft für die unmündigen Kinder des verstorbenen bretonischen Fürsten - Eleonore und später Arthur - und die Verwaltung der Bretagne für sich beanspruchte.
Vielmehr einigten sich HEINRICH und Leopold am 14. Feabruar 1193 in Würzburg auf eine vertragliche Regelung der Auslieferung des PLANTAGENET. Dieser sollte dem Kaiser 100.000 Mark Silber in zwei Raten zahlen, von denen die Hälfte ab den BABENBERGER weiterzuleiten war, der die Gelder als Mitgift für Eleonore, die Schwester Arthurs von der Bretagne, zu verstehen gedachte, die einen der Söhne Leopolds heiraten sollte.

Appleby John T.: Seite 319
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"Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket."

Obwohl Geoffreys Tod König Philipps Plänen, ihn als Unruhestifter in der Normandie und der Bretagne und eventuell als Anführer einer neuen Revolte zu benutzen, ein Ende setzten, gab er ihm Grund zu einer neuen Klage gegen Heinrich. Zusätzlich zu einer Heirat zwischen Richard und Alice verlangte Philipp nun, als Geoffreys oberster Lehensherr, die Vormundschaft über dessen kleine Tochter Eleonore und die Verwaltung der Bretagne bis zu deren Heirat.

Csendes, Peter: Seite 125
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"Heinrich VI."

Danach sollte die Auslieferung zustande kommen und Richard dem Kaiser 100.000 Mark Silbers bezahlen. Die Hälfte davon war für Leopold bestimmt. Dieser enorme Betrag wurde freilich nicht als Lösegeld deklariert, sondern sollte als Heiratsgut für Richards Nichte, Eleonore von der Bretagne, dienen, die als Braut für einen der österreichischen Herzogssöhne ausersehen wurde.

Csendes Peter: Seite 128
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"Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht."

Wohl wurde für die beiden LUSIGNANS sehr bald Lösegeld bezahlt, doch sollen 22 auf der englischen Burg Corfe Inhaftierte verhungert sein. Auch Johanns eigene Verwandte verfielen seiner Rache. Arthur soll er in Rouen eigenhändig ermordet haben, dessen Schwester Eleonore blieb vierzig Jahr in Bristol eingekerkert.

Toeche, Theodor: Seite 284,371,372
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"Kaiser Heinrich VI."

Endlich versprach er nochmals Eleonore, die Schwester seines Neffen Arthur von Bretagne, einem Sohn des Herzogs von Österreich zur Ehe zu geben, und dem Kaiser Cypern mit seiner Tochter an ihren Oheim, den Herzog von Österreich, auszuliefern.
In solcher Bedrängnis sandten die Geiseln nach gemeinsamen Beschluß einen aus ihrer Mitte, den Vogt Baldwin von Bethune, nach England, den König um die vertragsmäßige Auslieferung des Kaisers und der Prinzessin von Cypern und um die Übergabe der Eleonore von Bretagne zur Gemahlin für Leopolds Sohn zu bitten. Vogt Baldwin von Bethune, der auf der Rückreise nach Österreich, im Geleit der Prinzessin von Cypern und Bretagne, den Tod des Herzogs erfuhr, kehrte nun gleichfalls nach England zurück.

Lechner, Karl: Seite 187
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"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Endlich gelobte König Richard, daß er sieben Monate nach seiner Freilassung und Rückehr in sein Land seine Nichte Eleonore, die Tochter seines Bruders Gottfried, des Grafen der Bretagne, als Braut für einen der Söhne Herzog Liupolds nach Österreich schicken werde. Falls dieser Plan nicht durchgeführt werden könne, sei der König trotzdem gelöst. Da sich die Freilassung König Richards verzögerte und Herzog Liupold erst nach den vereinbarten sieben Monaten durch einen Boten darauf drängte, kam Eleonore erst nach dem Tod Herzog Liupolds nach Österreich. Der Plan zerschlug sich. Eleonore wurde später die Frau König Alfons von Kastilien. [Richtigstellung: Die mit Alfons VIII. von Kastilien vermählte Eleonore war Richards Schwester.]

Pohl Walter: Seite 208,212
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"Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert."

Von Lösegeld ist allerdings gar nicht die Rede. Leopold verlangte vielmehr für seinen Sohn Friedrich I. Richards Nichte Eleonore als Gemahlin, und das Geld sollte als Mitgift geleistet werden. Für die Zahlung wurden Fristen gesetzt und sollten Geiseln gestellt werden.
Innerhalb von sieben Monaten nach der Freilassung sollte Richard seine Nichte Eleonore von Bretragne dem Herzog übergeben.
 
 
 
 

Literatur:
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Appleby John T.: Heinrich II. König von England. Die Zeit des Thomas Becket. Dr. Riederer-Verlag Stutggart 1962 Seite 319 - Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 58,81 - Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993, Seite 125 - Csendes Peter: Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht. Primus Verlag 2003 Seite 128 - Lechner, Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 187 -
Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 25 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 208,212 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 833 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 93 - Toeche, Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965, Seite 284,371,372 -