Ptolemaios VI. Philometor              König von Ägypten (180-164 v.u.Z.)(163-145 v.u.Z.)
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186 v.u.Z Mitte Juli 145 v.u.Z.
 

Älterer Sohn des Königs Ptolemaios V. Epiphanes von Ägypten aus dem Hause der PTOLEMÄER und der Kleopatra I. Syra, Tochter von König Antiochos III. dem Großen
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 349
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Ptolemaios VI. Philometor
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Sohn Ptolemaios‘ V.; beim Tod des Vaters war Ptolemaios VI. erst fünf Jahre alt, und er stand bis zu ihrem Tod 176 v. Chr. unter der Aufsicht seiner Mutter. 175 heiratete er seine Schwester Kleopatra II. Eine römische Intervention vereitelte 168 die Eroberung Ägyptens durch Antiochos IV. Seit 170 regierte Ptolemaios VI. Philometor gemeinsam mit seiner Frau und seinem Bruder Ptolemaios VIII. 164 floh er vor seinem Bruder, kehrte aber 163 als Alleinherrscher wieder zurück. Ptolemaios VI. Philometor starb 145 v. Chr. nach einem Sieg über Alexander Balas.



Lexikon Alte Kulturen: Band III Seite 214
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Ptolemaios VI. Philometer [= der Mutterliebende], König von Ägypten seit 180 v. Chr.
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     145 v. Chr.
        in Syrien

Sohn Ptolemaios‘ V.

Stand zunächst unter Vormundschaft, wurde aber bei Ausbruch des 6. Syrischen Krieges (170 v. Chr.), der von seinen Vormündern angezettelt wurde, für mündig erklärt. Die Herrschaft PtolemaiosVI. wurde nach der Invasion (169/168) Antiochos‘ IV. Epiphanes im 6. Syrischen Krieg nur durch Rom gerettet. Nach 164 von seinem Bruder und Mitregenten Ptolemaios VIII. vertrieben und durch Rom zurückgeführt (163; Reichsteilung, Ptolemaios VIII. erhielt Kyrene), mischte sich Ptolemaios VI. Philometor in die Thronkämpfe im SELEUKIDEN-Reich ein.

Literatur:
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Otto, W.: Zur Geschichte der Zeit des 6. Ptolemäers, München 1934, Nachdruck Hildesheim 1976.



Thiele, Andreas: Tafel 247
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

PTOLEMÄUS VI. "PHILOMETOR"
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* 184 v.u.Z. 145 v.u.Z.

Ptolemaios VI. Philometor folgte 180 v.u. Z. unter der Regentschaft seiner Mutter und dann eines Ministerrat. Nach der Niederlage bei Pelusion im 6. "Syrischen Krieg" wurde er von seinem Onkel Antiochos IV. verjagt, der sich zum König von Ägypten ausrufen ließ und 168 v.u.Z. von Rom zum Verzicht gezwungen wurde. Der Bruderkrieg erleichterte dem Onkel den Erfolg und provozierte neue Thebais-Aufstände. Er wurde 169 v.u.Z. König von Memphis und wurde von seinem Onkel Antiochos IV. wie ein Vasall behandelt. Ptolemaios VI. mußte nach erneuten Bruderkriegen und zeitweiliger Verjagung 164/63 v.u.Z. seinem Bruder Ptolemaios VIII. eine Landesteilung und Mitherrschaft zugestehen. Das alles stärkte den römischen Einfluß. Ptolemaios VI. mischte jahrelang in den seleukidischen Thronkriegen mit, besetzte Syrien und proklamierte sich 146 v.u.Z. zum "König von Asien". Er machte die Schlacht bei Antiochia mit, wurde schwer verwundet und starb bald daran.

  oo 174 v.u.Z.
       KLEOPATRA II., Schwester
             116/15 v.u.Z.



Für den unmündigen Ptolemaios VI. Philometor übernahm seine Mutter die Regentschaft. Ihr Tod schon 176 v.u.Z. und die Übernahme der Regentschaft durch die Höflinge Eunaios und Lenaios, die Ptolemaios zur Hebung ihrer eigenen Position vergöttlichten und mit seiner Schwester Kleopatra II. vermählten, vor allem aber die Rückeroberung von Syrien-Palästina beabsichtigten, hatten katastrophale Auswirkungen auf Ägypten. Im November 170 v.u.Z. wurde eine Dreierregierung von Ptolemaios VI., Kleopatra II. und Ptolemaios VIII. proklamiert. Der von Eunaios und Lenaios eröffnete 6. Syrische Krieg führte zu einem Desaster, da der schon vor Ägypten stehende Antiochos IV. die ägyptische Ostgrenze überschritt, die ptolemäische Armee zwischen Pelusion und dem Berg Kasios schlug und die Festung Pelusion einnahm. Die Alexandriner riefen nun Ptolemaios VIII. Euergetes zum König aus und die Brüder sandten ein Hilfsgesuch an Rom, das Antiochos IV. zum Verlassen des Landes zwang (Ultimatum von Eleusis). Die Dreierregierung wurde bis 164 v.u.Z. fortgesetzt. Das folgende Jahrzehnt war geprägt von den Auseinandersetzungen der beiden PTOLEMÄER um die Herrschaft. Ptolemaios VI. mußte im Herbst 164 v.u.Z. Ägypten, wo Ptolemaios VIII. eine despotische Herrschaft errrichtete, verlassen, ging nach Rom und Zypern, wurde dann zurückgerufen und residierte im Sommer 163 v.u.Z. wieder in Alexandria. Unter Beteiligung einer römischen Delegation wurde eine Teilung des Reiches vereinbart, nach der Ptolemaios VIII. die Kyrenaika erhielt, Ptolemaios VI. das Stammland und die übrigen Besitzungen. Gemeinschaftlich regierten 163-145 v.u.Z. Ptolemaios VI. und Kleopatra II., die ihre Herrschaft durch verschiedene Maßnahmen legitimierte und absicherte. Er ernannte 146 v.u.Z. seinen Sohn Ptolemaios VII. Neos Philopator zum Mitregenten, mischte sich aktiv in die Kämpfe der SELEUKIDEN ein und wurde in einer Schlacht gegen Alexander Balas bei Antiochia tödlich verwundet.
 
 
 
 

 176 v.u.Z.
  oo Kleopatra II. Kokke
       um 185 v.u.Z. 116/15 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Ptolemaios Eupator Mitregent
  15.10.166 v.u.Z. 152 v.u.Z.

  Ptolemaios VII. Neos Philopator
  um 164 v.u.Z. 145 v.u.Z. ermordet

  Kleopatra III. Euergetis
  um 160 v.u.Z. 101 v.u.Z. ermordet

  Kleopatra Thea
  um 165 v.u.Z. 121/20 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 35 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 258 - Grant, Michael: Kleopatra. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1988 Seite 22,40,47,60,74,110, 346 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 24,87,115,212,229,289 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 302,375 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 41,127-134,143,149,153,157-173,175,178,180,183,228-244, 255,259,263,273,276,311 A 92,319 A 34,37,320 A 48,57,60,63,331 A 8,336 A 125,337 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 15,281,316,387,624,716 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 200 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 247 -