Kynane von Makedonien               Königin von Makedonien
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um 355 v.u.Z. 322 v.u.Z. ermordet

Begraben: Aigai
 

Einzige bekannte Tochter des Königs Philipp II. von Makedonien aus dem Hause der ARGEADEN aus seiner 3. Ehe mit der Illyrerin Audata (als Königin Eurydike)
 

Thiele, Andreas: Tafel 236
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

KYNANE
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    322 v.u.Z. ermordet

Kynane versuchte 323/22 v.u.Z. als Schwiegermutter des Königs Philipp III. beherrschenden Einfluß zu gewinnen und wurde daher durch Olympias I. ermordet.

  oo AMYNTAS IV., König von Makedonien, Cousin
       368 v.u.Z. 336 v.u.Z. ermordet



Die in Waffen geübte Kynane wurde auf Befehl des Perdikkas ermordet. Sie war die Schwiegermutter von Philipp III.

Droysen Johann Gustav: Band I Seite 60-61,78,86,114
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"Geschichte des Hellenismus."

Auch mit einer Illyrerin hatte sich einst König Philipp, als er für den unmündigen Sohn seines Bruders das Regiment übernahm und auch von illyrischen Häuptlingen bedrängt wurde, vermählt. Aus dieser Ehe war ihm Kynane geboren, die er dann, als sie erwachsen war, jenem Amyntas, der das Königtum hätte erhalten sollen, vermählte. Als Alexander von seinem ersten Zuge nach Hellas zurückkam, wurden Entdeckungen gemacht, in denen auch Amyntas Name eine Rolle spielte; er wurde verurteilt und hingerichtet. Kynane hatte ihm eine Tochter Adea, oder, wie sie später genannt wurde, Eurydike geboren; die junge Witwe verlobte Alexander mit dem Agrianer-Fürsten Langaros, der ihm in den schweren Kämpfen des Jahres 334 die Treue gehalten; aber dieser starb, bevor das Beilager gehalten wurde, und Kynane zog es fortan vor, ehelos zu bleiben. Sie hatte das wilde illyrische Blut ihrer Mutter; sie zog mit in die Kriege; Abenteuer und Kriegsfahrten waren ihre Lust, und mehr als einmal nahm sie am Kampf persönlich teil; in einem Krieg gegen die Illyrer erschlug sie mit eigener Hand deren Königin und trug durch ihr wildes Eindringen in die Feinde nicht wenig zur Entscheidung des Tages bei. Ihre Tochter Eurydike hatte sie von früh an in den Waffen geübt und an Heerfahrten gewöhnt; und die nun 15-jährige Fürstin, schön, herrisch, kriegerisch, wie sie war, die Erbin des Reiches, das ihrem Vater von ihrem Großvater vorenthalten war, schien der Mutter sehr geneigt, um an ihrer Seite auf die Bühne der Weltbegebenheiten zurückzukehren, von der sie Antipatros Ränke bisher ausgeschlossen. Mit ihm und seiner Partei verfeindet, mußte sie unter dessen Gegnern den suchen, dem sie die Hand ihrer Tochter den größten Anspruch bot; und wenn sich Kleopatra anschickte, durch Vermählung mit dem mächtigen Reichsverweser Pedrikkas höchsten Einfluß im Reich zu gewinnen, so blieb ihr nichts übrig, als ihre Partei zwischen dem Reichsverweser und den Satrapen zu suchen; dem König Philipp Arrhidaios beschloß sie ihre Tochter zuzuführen. Mit einem kleinen Kriegsheer brach sie plötzlich aus Makedonien auf, eilte dem Styrmon zu; dort hatte Antipatros, um sie zurückzuhalten, sich mit bewaffneter Macht aufgestellt; mit dem Speer in der Hand stürmte sie und ihre Tochter auf dessen Truppen, und deren Linie wurde durchbrochen; andere Posten, die ihr den weiteren Weg zu sperren versuchten, wurden ebenso geworfen; ungehindert ging der seltsame Heereszug über den Hellespont, nach Asien, weiter des Weges zum Lager des Königs. Perdikkas sandte Truppen unter Alketas gegen sie mit dem Befehl, sie, wo er sie fände, anzugreifen, sie lebend oder tot einzubringen. Aber die Makedonen, der kühnen Fürstin, der Tochter Philipps gegenüber, weigerten den Kampf, forderten Vereinigung beider Heere, die Vermählung der jungen Fürstin mit ihrem König. Es war höchst Zeit, dass sich Alketas seiner blutigen Vollmacht bediente; vergebens, dass Kynane, kühn und beredt von ihrem königlichen Blut, von dem schnöden Undank des Alketas und des Perdikkas, von dem Verrat, mit dem man sie umgarnt, sprach; Alketas ließ sie, wie es sein Bruder Perdikkas forderte, ermorden. Der laute Unwille des Heeres, der zu offener Empörung gegen den Reichsverweser auszubrechen drohte, wurde mit Mühe und nur dadurch beschwichtigt, dass Eurydike mit Philipp Arrhiadaios verlobt wurde.
Kynane, des Königs Philipp Tochter von der illyrischen Mutter, in Makedonien mißehrt und fast vergessen, führt an der Spitze Bewaffneter ihre Tochter Eurydike nach Asien, um sie dem König zu vermählen; sie selbst büßt mit gewaltsamen Tode.

Bengtson Hermann: Seite 12,22,125
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt."

Dem Amyntas wurde es sogar gestattet, den Königstitel zu führen, wie dies eine griechische Inschrift aus Böotien beweist (IG VII 3055). Und Philipp hat ihm eine seiner zahlreichen Töchter zur Frau gegeben; dies ist Kynna (oder Kynnane). Aus der Ehe ist eine Tochter Eurydike entsprossen, später Gemahlin des Philipp Arrhidaios.
Mit seinem Oheim Philipp II. hatte Amyntas in Frieden gelebt, dieser hatte ihm sogar seine Tochter Kynna zur Frau gegeben. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Hadeia, die später den Namen Eurydike geführt hat.
Amyntas, der Sohn des Perdikkas III., war von Philipp verdrängt worden, an der Politik und der Kriegsführung der Makedonen hatte er keinen Anteil. Verheiratet mit Kynnane, einer Tochter Philipps, war er ein Mann, der durch seine Abstammung dem Alexander gefährlich werden konnte.

Bengtson Hermann: Seite 16
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

In der Überlieferung erscheinen noch zwei Halbschwestern Alexanders, Kynane (ihr Kurzname Kynna), eine Tochter Philipps II. und der Audata, einer Illyrerin. Die andere war Thessalonike; sie stammte vom selben Vater und von der Thessalierin Nikasipolis. Kleopatra und Kynane waren Witwen; den Gatten der Kynane mit Namen Amyntas hatte Alexander töten lassen.

Errington Malcolm: Seite 45,112,123
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"Geschichte Makedoniens."

Die wichtigste Voraussetzung war gewiß das anhaltende Interesse des Königs, seine nicht nachlassende Bereitschaft, Zeit, Energie und Geld in Ober-Makedonien zu investieren. Die illyrische Bedrohung nahm er ernst. Sein erster Versuch, die Zukunft hier abzusichern, war seine Heirat mit einer illyrischen Fürsten-Tochter Audata, die erste in einer Reihe von politischen Ehen mit Nicht-Makedonierinnen. Eine Tochter Kynnane wurde geboren [4 Athenaios 13.557d = Satyros (FHG 3,161 F 5) vgl. Tronson, JHS 104, 1984, 116f. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß er schon durch Phila, Schwester des Derdas und Machetas mit der Fürstenfamiie der Elimiotis, die seinem Vater sehr geholfen hattte, ehelich verbunden war (Satyros ib.).].
Weit gefährlicher für Perdikkas war ein zweiter Versuch. Kynnane, Tochter Philipps II. und der Illyrerin Audata, hatte noch zu Lebzeiten Philipps seinen Neffen Amyntas geheiratet und ihm eine Tochter Adea geboren. Adea war noch unverheiratet, genau wie Kynnanes Halbbruder, der neue König Philipp Arrhidaios. Kynnane eilte zum Hof mit der festen Absicht, die beiden miteinander zu vermählen. Der Nicht-ARGEADE Perdikkas erkannte die Gefahr aus dieser weiblichen Konkurrenz und reagierte brutal, aber nicht brutal genug, indem er Kynnane, aber nicht Adea ermorden ließ. Entrüstete Soldaten stifteten daraufhin solch schwere Unruhen, daß Perdikkas gezwungen war, die Heirat von Adea und em König doch stattfinmden zu lassen. Um den Bezug zu ihrem Großvater noch mehr herauszustreichen, nannte sich die neue Königin selbstbewußt und öffentlichkeitswirksam Eurydike, nach ihrer Urgroßmutter [12 Arrian, Diadochengeschichte 22-23; Diodoros 19.52.5. Zu Kynnane vgl. Berve, Alexanderreich II Nr. 456, zu den Heiraten vgl. Seibert, Historoische Beiträge 11f.].
Eine der ersten Taten des Kassandros nach dem Bürgerkrieg war das prunkvolle Begräbnis des von Olympias ermordeten Philipp Arrhidaios in der Grabstätte der makedonischen Könige bei Aigai. Mit ihm zusammen wurde die Leiche seiner Frau (der Philipp-Enkelin Eurydike) bestattet; auch ihre von Perdikkas ermordete Mutter, Philipps Tochter Kynnane wurde in Aigai beigesetzt.
 
 
 
 

    340 v.u.Z.
  1. oo Amyntas IV. König von Makedonien, ihr Cousin
           368 v.u.Z. 336/35 v.u.Z.

  2. oo Langaros Fürst der Agrainer
                
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Eurydike
  338 v.u.Z. 317 v.u.Z.

  320 v.u.Z.
  oo Philipp III. König von Makedonien
       um 360 v.u.Z. 317 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 16 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs  Verlag München 1997 Seite 12,22,64,125 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 60-61,78,86, 114 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 45,112, 123 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 42 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 236 -