Kleopatra Berenike III.                  Königin von Ägypten (81-80 v.u.Z.)
-----------------------------
um 116 v.u.Z. Juni 80 v.u.Z. ermordet
 

Tochter des Königs Ptolemaios IX. Soter II. von Ägypten und der Kleopatra IV., Tochter von König Ptolemaios VIII. Euergetes
 

Thiele, Andreas: Tafel 248
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

BERENIKE III.
---------------------
    80 v.u.Z. ermordet

80 v.u.Z. Königin

  1. oo PTOLEMÄUS X., Onkel
                 88 v. u.Z.

  2. oo PTOLEMÄUS XI., Cousin
                  80 v.u.Z. ermordet



Kleopatra Berenike III. wurde mit ihrem Onkel Ptolemaios X. Alexander I. verheiratet. Nach dessen Tode kehrte ihr Vater zurück und sie wurde dessen Mitregentin. Nach seinem Tod im Dezember 81 v.u.Z. herrschte sie für ein halbes Jahr unter dem Kultnamen Thea Philopator in Ägypten. Auf Betreiben des römischen Diktators Sulla kehrte im Mai/Juni 80 v.u.Z. Ptolemaios XI., der Sohn von Ptolemaios X., nach Alexandria zurück und war nach der Heirat mit seiner Stiefmutter Berenike deren Mitregent. Nach nur 18 oder 19 Tagen ließ er sie jedoch ermorden, worauf er selber von der wütenden Volksmenge niedergemacht wurde.

Hölbl Günther: Seite 189,191,193
*************
"Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung."

Ptolemaios X. Alexander I. heiratete nach der Ermordung seiner Mutter Kleopatra III. nun Kleopatra Berenike III., die Tochter seines Bruders Ptolemaios IX. Soter II. aus 1. Ehe mit Kleopatra IV. Kleopatra Berenike III. wurde neue Mitherrscherin; in den Urkunden wird die Königin wieder hinter dem König genannt, das Paar trägt den gemeinsamen Kulttitel Theoi Philometores Soteres. Der Verbindung entsprang eine Tochter, deren Namen und Schicksal wir nicht kennen.
Ptolemaios X. Alexander I. warb nach seiner Vertreibung aus Alexandria Söldner an, wurde aber in einer Seeschlacht geschlagen. Mit dem nackten Leben davongekommen, rettete er sich mit Frau und Tochter (der Sohn war ja auf Kos) nach Myra in Kleinasien. Bei seinem Versuch, Zypern zu erobern, wurde Ptolemaios X. zum zweiten Mal geschlagen und verlor sein Leben.
Nach seiner Rückkehr ging Ptolemaios IX. Soter II. keine legitime Ehe mehr ein. Seine Tochter Kleopatra Berenike III., die Witwe seines Bruders Ptolemaios Alexander, die von der Flucht zurückgekehrt war, nahm er jedoch als Mitregentin an. Ende Dezember 81 v.u.Z. starb Ptolemaios IX. Soter II. und ließ seine Tochter Kleopatra Berenike III. alleine in der Herrschaft zurück.
Nach dem Tode Soters II. übernahm zunächst Kleopatra Berenike III. alleine die Herrschaft. Im Gedenken an ihren Vater trug sie in dieser Zeit wohl den Kultnamen Thea Philopator, mit dem sie postum in offiziellen PTOLEMÄER-Listen zwischen Ptolemaios IX. und dem folgenden PTOLEMÄER-Paar erscheint. Nach kaum sechs Monaten wurde der in Rom weilende Ptolemaios XI. Alexander II. nach Alexandria gerufen, da dort angeblich eine reine Frauenherrschaft als unangenehm empfunden wurde. Er war der Sohn von Polemaios X. Alexander I. und einer unbekannten Mutter. Kleopatra Berenike III., seine Stiefmutter, heiratete ihn und teilte mit ihm die Herrschaft. Wir können sicher sein, dass Sulla die Einsetzung dieser Gemeinschaftsregierung lancierte, um über seinen Klienten Einfluß auf Ägypten und die Ressourcen des Landes zu gewinnen. Der Drahtzieher in Rom bekam jedoch umgehend ein Beispiel von familiärer Verhaltensweise in der PTOLEMÄER-Dynastie vorgeführt. Nach 18 oder 18 Tagen ermordete der König Kleopatra Berenike III. (etwa Juni 80 v.u.Z.). Da sie bei den Alexandrinern sehr beliebt war, holte die aufgebrachte Menge Alexander II. aus seinem Palast und massakrierte ihn im Gymnasium.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 101 v.u.Z.
  oo Ptolemaios X. Alexander I.
       um 137 v.u.Z. 87 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 189,191,193 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 248 -