Antigonos III. Doson ("der die Herrschaft abgebende")    König von Makedonien (228-221 v.u.Z)
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263/62 v.u.Z. 221 v.u.Z.
 

Sohn des Königs Demetrios der Schöne von Kyrene aus dem Hause der ANTIGONIDEN aus seiner 1. Ehe mit der Olympias von Larissa, Tochter von Polykleitas; Enkel von König Demetrios I. Poliorketes
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 44
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Antigonos III. Doson
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* um 263 v. Chr.

Sohn des Demetrios des Schönen, Halbbruder des Antigonos II. Gonatas

Als Demetrios 229 v. Chr. starb, war sein Sohn Philipp V. erst neun Jahre alt, und Antigonos III. Doson wurde sein Vormund, Regent und Stiefvater, als er die Mutter heiratete. Bald schlug Antigonos III. Doson die Dardanier zurück, gewann Thessalien zurück und nahm 227 v. Chr. den Königstitel an. Im gleichen Jahr zog er gegen Karien und sicherte hier und in der Ägäis seinen Einfluß. Auf Vorschlag des Aratos verbündete sich Antigonos III. Doson mit den Achäern gegen Kleomenes III. von Sparta. 224 v. Chr. besetzte er Arkadien und schuf einen Hellenischen Bund mit Achaia, Thesasalien, Böotien, Akarnanien, Phokis und Lokris uner seiner Führung. Antigonos III. Doson eroberte Korinth, zerstörte Mantineia und besiegte 222 v. Chr. den Kleomenes bei Sellasis, so dass sich auch Sparta dem Bund anschließen mußte. Bald wurde Antigonos III. Doson gerufen, um einen Illyrereinfall in Makedonien abzuwehren. Kurz nach der Schlacht starb er und hinterließ den Thron Philipp V.

Literatur:
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Polyb. 3 - Plut. Kelomenes, Aratos -



Lexikon Alte Kulturen: Band I Seite 131
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Antigonos III. Doson [= der (seine Herrschaft) abgeben wird)], König
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* um 263/262 v.u.Z. 221 v.u.Z.

Stiefvater und seit 229 Vormund Philipps V., nannte sich seit 227 König. Wurde 225 von Aratos, dem Führer des Achäischen Bundes, gegen den Spartaner-König Kleomenes III. zu Hilfe gerufen und einte noch einmal alle Griechen, auch südlich der Thermopylen. Sein Sieg über Kleomenes bei Sellasia (222/221) brachte Makedonien wieder die Hegemonie in Griechenand.



Lexikon der Antike: Seite 43
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Antigonos III. Doson („der die Herrschaft Abgebende“)
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* 263/62 v.u.Z. 221 v.u.Z.

Neffe von Antigonos II. Gonatas

Reichsverweser und 229-221 König von Makedonien, besetzte 224 die Peloponnes, ließ sich vom Achäischen Bund den Oberbefehl im Krieg gegen den spartanischen König Kleomenes III. übertragen, den er bei Sellasia 222 besiegte.



Thiele, Andreas: Tafel 241
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANTIGONOS III. "DOSON" (auch "EPITROPOS")
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   † 221 v.u.Z.

Antigonos III. Doson, auch Epitropos genannt, wurde 229 v.u.Z. Regent für seinen minderjährigen Neffen König Philipp V. und nahm zur besseren Legitimierung seiner Vormundschaft den Titel "König" an. Er trat unter schwierigen Verhältnissen an, schlug die Dardaner und sicherte damit nachhaltig die Nord-Grenze. Er besiegte auch das rebellierende Thessalien, gewann mit diplomatischem Geschick den bisher feindlich gesonnenen Achäerbund und wurde dessen Hegemon. Er konnte so Korinth erobern und offensiv gegen Sparta werden, das er in der Schlacht bei Sellasia 222 v.u.Z. besiegte, womit Spartas Machtstellung endgültig zusammenbrach. Er eroberte es und zwang es in einen neugegründeten Hellenenbund. Schon 223 v.u.Z. unterwarf er auch Arkadien. Von Ägypten erhielt er den alten Hausbesitz Karien zurück. Antigonos III. stellte in Sparta die alte Verfassung wieder her, wurde daher von den alten Kreisen dort als "Soter" gefeiert (= Erretter), besiegte auch die Illyrer, stellte Makedoniens Einfluß und Macht wieder her und wurde zu Recht als Neugründer gefeiert. Außer Athen, das er wieder aufgab, beherrschte er alle griechischen Staaten (Achäer, Epiros, Böotien, Thessalien, Phokis, Arkanien und Sparta), war überall oberster Hegemon und gewährte ansonsten Autonomie. Athen blieb selbständig und wurde durch viele Stiftungen der hellenistischen Fürsten nochmals geistiger Mittelpunkt des Griechentums, blieb politisch aber machtlos. Daneben bewahrte auch Aitolien eine formale Selbständigkeit.

  oo PHTHIA VON EPEIROS
       um 269/55 v.u.Z.nach 229 v.u.Z.

Tochter des Königs Alexander II., Witwe König Demetrius' II. von Makedonien



Antigonos III. Doson wurde als Reichsverweser für Demetrios' II. Sohn Philipp bestellt und heiratete die Witwe seines Vetters und Vorgängers. Er sicherte zunächst die Nord-Grenze und führte energische Maßnahmen zur Stabilisierung des Staates durch. Im Jahre 228 v.u.Z. wurde er vom Heer zum König ausgerufen; er sicherte seinem Stiefsohn Philippdie Nachfolge zu. Zur gleichen Zeit ging die makedonische Herrschaft in Athen und auf dem Peloponnes zu Ende. Im Jahre 224 v.u.Z. kam es zum Bündnis mit den Achäern, die von Sparta bedrängt wurden. In Aigion wurde ein allgemeiner Bundesvertrag zwischen Antigonos und seinen griechischen Bundesgenossen sowie dem Achäischen Bund geschlossen, der den Makedonen-König zum Oberbefehlshaber im Kriege und Vorsitzenden des Bundesrates ernannte, womit die makedonische Vorherrschaft in Griechenland wiederhergestellt war. Im Jahre 222 v.u.Z. besiegte Antigonos die Spartaner unter Kleomenes bei Sellasia (in Lakonien) entscheidend und besetzte Sparta. Er erlag einem Blutsturz.

Droysen Johann Gustav: Seite 340
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"Geschichte des Hellenismus."

Antigonos Anfänge:
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Da übernahm Antigonos, der Sohn des Schönen Demetrios, die Vormundschaft; ein Mann in der frischen Kraft der 30-er Jahre, als Regent und Feldherr gleich bedeutend und von großartiger Umsicht und klarem Bewußtsein des Zieles, das zu gewinnen war; das wenige, was von seiner persönliche Weise erkennbar wird, zeigt vor allem ein Rechts- und Pflichtgefühl, eine moralische Würdigkeit nicht gewöhnlicher Art: die Verhältnisse fordern es, dass er die Vormundschaft mit dem Diadem vertauscht, aber nur um es seinem Mündel um so sicherer zu bewahren; Philipp ist des Demetrios natürlicher Sohn, und Antigonos vermählt sich mit dessen Mutter, damit, wenn er einst stirbt, kein echteres Blut für das Königtum als das Philipps bleibe; nicht die Söhne, die ihm Chryseis gebiert, sondern diesen Philipp erzieht er zum künftigen König; und noch über den Tod hinaus sichert er durch die sorgsamsten testamentarischen Verfügungen dessen Anfänge.

Bengtson Hermann: Seite 212-213
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"Herrschergestalten des Hellenismus."

Die Regierung ging in die Hände seines Oheims über. Dies war Antigonos Doson, ein Vetter des Demetrios II. Antigonos Doson hat von 230 (oder 229) bis 222/21 v. Chr. über Makedonien geherrscht, zuerst wahrscheinlich drei Jahre lang als Stratege, sodann, nach dem Willen der mekedonischen Heeresversammlung, als König. Er hatte die Witwe des Demetrios II., die Mutter Philipps, zur Frau genommen. Es war ein äußerst kritische Zeit für Makedonien, aber die Energie des Antigonos Doson (der Beiname bedeutet wahrscheinlich: „der die Herrschaft abgeben wird“) machte sich in vorteilhafter Weise bemerkbar. Antigonos warf nicht nur die Dardaner an die Nord-Grenze zurück, er führte auch - für viel überraschend - eine Expedition zur See nach Karien durch (im Jahr 227), wo er territoriale Gewinne zu verzeichnen hatte, die von Philipp V. übernommen worden sind. Am wichtigsten aber war die Begründung einer großen hellenischen Symmachie im Jahre 224, mit der Antigonos gegen die Spartaner zu Felde zog. Bei Sellasia (Juli 222) fiel die Entscheidung zugunsten der Makedonen und der mit ihnen verbündeten Achäer; Antigonos Doson aber starb wenige Monate später, am Ende des Jahres 222 oder zu Beginn des folgenden. Als Todesursache wird in den antiken Quellen Schwindsucht angegeben.
 
 
 
 

 229 v.u.Z.
  oo 2. Phthia (Chryseis) von Epiros, Tochter des Königs Alexander II.
           um 260/55 v.u.Z. nach 229 v.u.Z.            Witwe von Demetrios II.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 85, 172-179,212,214 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band III Seite 213-420 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 159,170,211,215,216,219 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 160,170,172,336 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra. Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984 Seite 22,43,116,129,133,134 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 184,187,312 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite11,18,45,79,81,102,189,276,279,334,385,433,477,492,508,594,714,737,812, 821 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 109,118,158 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 241 -