Theodora Komnena                        Prinzessin von Byzanz
------------------------                        Geliebte von Kaiser Manuel I.
     
 

Tochter des Prinzen Alexios Komnenos von Byzanz aus seiner 1. Ehe mit der Irene von Kiew, Tochter von Großfürst Mstislaw I.
 

Thiele, Andreas: Tafel 202
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

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  oo THEODOROS MAUROZOMES
               

Stammeltern von KOMNENOI-MAUROZOMAI



Theodora war die Geliebte ihres Onkels Manuel I. Komnenos

Norwich John Julius: Band III Seite 109
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Was die Identität der anderen Frauen betrifft, sind unsere Quellen schmerzlich diskret; die einzige, die wir beim Namen nennen können, ist seine Nichte Theodora,  mit der er einen Sohn hatte. Sie galt als seine offizielle Geliebte und verfügte über einen eigenen Palast, ein Gefolge und eine persönliche Wache. Sie gebärdete sich in jeder Hinsicht, wie es Kaiserinnen und Kaisern, zumal byzantinischen, gebührte: Einmal, so wird überliefert, ließ sie eine Frau, in der sie eine potentielle Rivalin witterte, die ihre einflußreiche Stellung hätte gefährden können, kurzerhand beseitigen.

Heilig, Konrad Josef: Seite 254
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich."

Ja, selbst der Tochter Theodora des erwähnten Paares, die mit der ersten österreichischen Herzogin identisch ist, ist schon lange von dem in der byzantinischen Genealogie noch immer führenden Du Cange die Rolle einer Mätresse des Kaisers Manuel zugeschrieben worden, übrigens im Widerspruch zu einer anderen Stelle seines Werkes. Wir müssen daher auf diese Frage kurz eingehen. Niketas Chroniates berichtet uns als jüngerer Zeitgenosse, daß Kaiser Manuel mit seiner Bruders-Tochter ein Verhältnis hatte, dem ein Sohn entsproß; die fragliche Theodora sei eine anmaßende und hochmütige, verschwenderische und intrigante Person gewesen, die nicht zuletzt die Ursache gewesen sei für das ungünstige Urteil der Nachwelt über Manuel. Dieses Weib wird auch von Wilhelm von Tyrus mit dem Beinamen Calusina erwähnt. Über ihren Zusammenhang mit der Verwandtschaft des Kaisers ist sich die neuere Forschung nicht einig; doch lehnen alle Gelehrten ihre Identität mit der Frau des BABENBERGERS ab [6 Über die verschiedenen Möglichkeiten siehe Chalandon 2 Seite 205 Anmerkung 3, wo wiederum die Hauptsache übersehen wird. Manuel hatte sieben Geschwister, davon drei Brüde; er kann also theoretisch höchstens sieben Nichten namens Theodora gehabt haben. Bekannt sind
   1. als Tochter des Andronikos die österreichische Theodora
   2. als Tochter des Isaak die Gemahlin des Königs Balduin III. von Jerusalem und spätere
   Geliebte des Andronikos namens Theodora
   3. als Tochter der ältesten Schwester Manuels Maria die Theodora, Gemahlin des Johannes
   Kontostephanos
   4. die Frau Boemunds von Antiochia namens Theodora - Wilhelm von Tyrus 22, 6 Anfang.
Es kommen demnach nur die Töchter Theodora des Alexios, des Andronikos und des Isaak in Frage. Das Verhältnis Manuels zu einer Theodora ist nach der genannten Stelle gleichzeitig mit dem zwischen Andronikos, dem späteren Kaiser, und Eudokia - dieses fällt in die Witwenschaft der Eudokia frühestens 1151 und spätestens 1156, da Andronikos ins Ausland floh; die geschilderte Szene liegt um 1154 - siehe unten Seite 264 Amerkung 5. In diesem Zeitpunkt war aber die österreichische Theodora längst in Wien verheiratet, die Tochter Theodora des Isaak neunjährig, also auf keinen Fall schon gebärfähig; so bleibt allein eine Theodora als Tochter des ältesten Bruders Manuels Alexios (II.) übrig. Man wird daher sie, so wie die Stelle bei Niketas nun einmal eindeutig vorliegt, als die Mätresse des Kaisers bezeichnen müssen. Man kann sich zudem bei ihr den Stolz einer geborenen Basilis und Nachfahrin von drei Basuleis am ehesten erklären, ebenso den Argwohn der Kaiser Andronikos und Isaak gegen ihren Sohn, der es trotz seines Geburtsfehlers, von den er ja im gegebenen Falle leicht zu heilen war, von allen KOMNENEN auf die größte Anzahl kaiserlicher Ahnen gebracht hatte.]. In der Tat reichte die kurze Spanne zwischen Januar 1146, da Manuel die Ehe mit Irene, und Sommer 1148, da Heinrich die Ehe mit Theodora schloß, auf keinen Fall aus, dem Verhältnis zwischen Manuel und Theodora die Bedeutung beizumessen, die Niketas ihm verleiht.
 
 
 
 

  oo Theodoros Maurozomes
               
 
 
 

Kinder:
Illegitim

  Alexios
        1188
 
 
 
 

Literatur:
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Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 254,255 -
Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 109 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 202 -