Theodora Komnena von Byzanz      Markgräfin und Herzogin von Österreich
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um 1135 2.1.1184
 

Tochter des Prinzen Andronikos Komnenos von Byzanz ( 1142) und der Irene Aineiadissa; Nichte des Kaisers Manuel I. Komnenos
 

Brandenburg Erich: Tafel 11 Seite 23
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"Die Nachkommen Karls des Großen"

XIII. 120 b. HEINRICH JASOMIRGOTT, Markgraf von Österreich 1141, Herzog 1156
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* ca. 1112, 1177 13. I.

Gemahlinnen:
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a) 1142 1. V.
GERTRUD, Tochter Kaiser LOTHARS VON SUPPLINBURG (siehe XIV. 157.)
       1143 18. IV.

b) 1148/49
THEODORA, Nichte Kaiser Manuels von Byzanz
       1184 2. I.



Thiele, Andreas: Tafel 202
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THEODORA
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    1184

  oo HEINRICH II., Herzog von österreich
            1177



Lechner Karl: Seite 149,156
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"Die Babenberger"

Vermutlich im Sommer 1148 nahm der österreichische Markgraf und bayerische Herzog Heinrich Theodora, die Tochter des Sebastokrators Andronikos und Nichte des byzantinischen Kaisers, zur Frau, die er auf dem Kreuzzug 1147/48 kennen gelernt hatte. Im Privilegium minus 1156 wurde die Gattin Heinrichs Jasomirgott, Herzogin Theodora, mit dem neuen Herzogtum mitbelehnt. Sie wurde an der Seite ihres Gemahls bei den Schotten beigesetzt.

Jordan Karl: Seite 43,59
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"Heinrich der Löwe"

Durch die Ehe zwischen dem BABENBERGER Heinrich Jasomirgott, der KONRAD begleitete, und Manuels Nichte Theodora wurde die Allianz zwischen den beiden Mächten gefestigt. Auch eine Heirat zwischen KONRADS Sohn König HEINRICH und einer byzantinischen Prinzessin wurde in Aussicht genommen.
In einer feierlichen Zeremonie, die mit Rücksicht auf den bisherigen Herzog nicht in der Stadt durchgeführt wurde, leistete dieser am 8. September auf das Herzogtum Bayern Verzicht, indem er dem König sieben Fahnen übergab. FRIEDRICH überreichte sie Heinrich dem Löwen und belehnte ihn dadurch noch einmal mit Bayern. Durch die Rückgabe von zwei Fahnen verzichtete dieser auf alle Rechte an der Mark Österreich. Durch Beschluss der Fürsten wurde die Mark mit den seit alters dazugehörenden Grafschaften in ein Herzogtum umgewandelt und dieses an Heinrich Jasomirgott und seine Gemahlin Theodora als erbliches Reichslehen in männlicher und weiblicher Linie übertragen.

Cardini, Franco: Seite 60,65,86,203
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"Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes."

Der große Herr von Byzanz umhegten und umsorgte seinen kranken Schwager und handelte mit ihm die Heirat seines Stiefbruders Heinrich Jasomirgott mit der Prinzessin Theodora, der Tochter seines eigenen Bruders Andronikos Komnenos, aus. Auch KONRADS Gefolge - dem Friedrich von Schwaben, Wilhelm V. von Montferrat und Amadeus III. von Savoyen angehörten - wurde mit derselben Zuvorkommenheit behandet: Kaiserin Irene hatte zweifellos die Regie der Sache in den Händen, deren unmittelbarer politischer Zweck wohl darin bestand, KONRAD möglichen antibyzantinischen Einflüssen zu entziehen.
Während dieses zweiten Besuchs wurde mit großem Aufwand die Hochzeit zwischen Heinrich Jasomirgott und Prinzessin Theodora gefeiert.
Das Privilegium minus besagte: Innerhalb der Grenzen des neuen Herzogtums konnte ohne Zustimmung des Herzogs niemand irgendeine Macht ausüben - nicht einmal der Kaiser. Außerdem wurde das Herzogtum - es besteht der allerdings der Verdacht, daß diese Klausel das Ergebnis einer späteren Manipulation des Dokuments ist - nicht nur Heinrich und seiner Gattin, der byzantinischen Prinzessin Theodora, einer Verwandten von Kaiser Manuel I. Komnenos, sondern auch ihren sowohl männlichen wie weiblichen Nachkommen als Lehen übertragen.
Auf dem Weg nach Österreich machte Heinrich der Löwe Herzog Heinrich von Österreich, aber wohl vor allem der Herzogin Theodora Komnena seine Aufwartungen.

Engels, Odilo: Seite 83,321,323
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"Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert."

Der Ungarn-König Geisa II. war ein Gegner sowohl der BABENBERGER wie des Byzantinischen Reiches. Um dieser genmeinsamen Gegnerschaft willen hatte KONRAD III. im Vertrag von Thessalonike (1148) die Ehe seines Halbbruders Heinrich Jasomirgott mit der byzantinischen Prinzessin Theodora vereinbart.
KONRAD III. bekräftigte während drs Kreuzzuges seinen Freundschaftsbund mit Manuel nochmals und verheiratete Heinrich Jasomirgott mit der byzantinischen Prinzessin Theodora, um Ungarn, den traditionellen Gegner Östererichs, zu neutralisieren.
Politische Bündnisse wurden mit einer Heirat zwischen den betreffenden Königshäusern abgesichert; KONRAD III. hatte seine Schwägerin Bertha/Irene anstelle einer fehlenden Tochter dem Kaiser Manuel in die Ehe gegeben und Herzog Heinrich Jasomirgott hatte die byzantinische Prinzessin Theodora geheiratet.
 
 
 
 

 1149
  oo 2. Heinrich II. Jasomirgott Herzog von Österreich
          2.4.1114 13.1.1177
 
 
 
 

Kinder:

  Leopold V.
  1157 31.12.1194

  Heinrich I. der Ältere Herzog von Mödling
  um 1158 11.9.1223

  Agnes
  1151/54 13.1.1182

    1167
  1. oo Stephan III. König von Ungarn
           um 1147 4.3.1172

    1173
  2. oo Hermann II. Herzog von Kärnten
                4.10.1181
 
 
 
 

Literatur:
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Bernhardi, Wilhelm: Jahrbücher der Deutschen Geschichte Konrad III., Verlag von Duncker & Humbolt Leipzig 1883 Seite 656 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 11 Seite 23 - Cardini, Franco: Friedrich I. Barbarossa. Kaiser des Abendlandes, Verlag Styria Graz 1990 Seite 60,65,86,203,246 - Engels, Odilo: Die Staufer. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1972, Seite 40,95 - Engels, Odilo: Stauferstudien. Beiträge zur Geschichte der Staufer im 12. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996, Seite 83,321,323,328 - Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 4-271 - Hiller, Helmut: Friedrich Barbarossa und seine Zeit. Eine Chronik Paul List Verlag KG München 1977 Seite 71,94,196 - Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 43,52,59 - Lechner Karl: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 149,152,156,254,362 A 34 - Pohl Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 151,154,189,217 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 202 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 70,71,357-363,378, 380-381,392,829 - Wies, Ernst W.: Kaiser Friedrich Barbarossa. Mythos und Wirklichkeit, Bechtle Esslingen 1999, Seite 62,105 -