Theodor I. Palaiologos                    Despot von Morea
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um 1351 1407
 

Vierter Sohn des Kaisers Johannes V. Palaiologos von Byzanz und der Helena Kantakuzena, Tochter von Kaiser Johannes VI.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VIII Spalte 628
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Theodor I. Palaiologos, Despot von Morea 1380/81-1407
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* nach 1350, 1407 (als Mönch)
Konstantinopel

Jüngster Sohn Kaiser Johannes‘ V. Palaiologos

oo 1384 Bartolomea Acciaiuoli

Als designierter Statthalter von Thessalonike wurde Theodor I. Palaiologos mit dem Vater und einem Bruder vom ältesten Bruder, Kaiser Andronikos IV., 1376-1379 im Asenas-Turm gefangengehalten. Ab 1382 als erster Despot nach Mistra gesandt, wurde Theodor I. Palaiologos 1393/94 von Sultan Bayezid I. zur Heerfolge in Thessalien gezwungen; 1395/96 Eroberung von Korinth und Sieg über die Navarresische Komganie. Angesichts mehrfacher türkischer Einfälle in die Peloponnes versuchte Theodor I. Palaiologos, 1397 Korinth und 1402 Mistra an die Johanniter von Rhodos abzutreten (scheiterte am Widerstand der Bevölkerung), und residierte 1402-1404 in Monemvasia.


Thiele, Andreas: Tafel 212
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

THEODOR I. "DER PURPURGEBORENE"
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* um 1351, 1407

Theodor I. Palaiologos wurde 1381/82 Despot von Morea-Mistra, gewann es von seinem Cousin, Ex-Kaiser Mattäos Kantakuzenos. Er anerkannte die osmanische Hoheit und vergrößerte mit osmanischer Hilfe sein Gebiet um Achaia und das Herzogtum Athen-Attika.

  oo BARTOLOMÄA ACCIAIUOLI, Erbin von Korinth
             um 1397

Tochter des Herzogs Nerio Acciaiuoli von Athen



Runciman Steven: Seite 46
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"Die Eroberung von Konstantinopel 1453"

Suleiman, der älteste, rief sich zum Sultan aus, aber seine Stellung war nicht gesichert. Um Manuels Hilfe zu erlangen, trat er ihm Thessalonike und mehrere Städte an der tharzischen Küste wieder ab und verprach ihm mehrer Städte in Asien, über die er in Wahrheit keine Herrschaft besaß. Er schickte seinen jüngsten Bruder Kasim als Geisel nach Konstantinopel und erhielt als Gegenleistung die Nichte des Kaisers, die uneheliche Tochter des Despoten von Morea, Theodor I., zur Gemahlin.

Norwich John Julius: Band III Seite 388,402,422
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Manuel II. gebot über Thessalonike und Theodor I., vierter Sohn Helena Kantakuzenas und Johannes' V., über das Despotat Morea mit der Hauptstadt Mistra. Die letzte Bestallung erfordert eine Erklärung. Während über dreißig Jahren hatte Manuel Kantakuzenos, ein Sohn Irene Asens und Johannes' VI. Kantakuzenos, den Süden Griechenlands mit außerordentlichenm Erfolg verwaltet, doch als er 1380 starb, ohne Nachkommen zu hinterlassen, ernannte Johannes V. kurzerhand Theodor zum Nachfolger. Der alte Ex-Kaiser erhob keinen Einspruch und beschloß sogar, sich selbst in Mistra niederzulassen. Allein einer seiner Enkel, der das Despotat als legales Leibgedinge seiner Familie ansah, warb türkische Söldner und Prinzen aus dem Lokaladel an, die in seinem Namen dafür kämpfen sollten. Schließlich gelang es Theodor, sich als Herrscher durchzusetzen, obwohl auch ihm nichts anderes übrigblieb, als die Abhängigkeit vom Sultan zu akzeptieren. Unter seiner Herrschaft entwickelte die Morea sich zur stärksten und wohlhabendsten Bastion im wankenden Byzantinischen Reich.
Weiter südlich, in Attika und der Morea, war die an sich schon verworrene Lage etwa zwanzig Jahre zuvor durch den Einfall eines Trupps von Abenteurern aus Navarra noch komplizierter geworden; sie hatten sich zu Todfeinden des Despoten Theodor und der Familie ACCIAJUOLI gemacht, welche unlängst Athen aus katalanischer Hand erobert hatte. Binnen kurzem stand die ganze Gegend unter Waffen, und der türkische Veteran Evrenoz-Beg erkannte seine Chance. Die navarresischen Verbände unterstützten ihn begeistert, und so brachten sie Theodor bei Korinth eine Niederlage bei, brachen in die Morea ein und bemächtigten sich zweier byzantinischer Festungen mitten im Despotat.
1407 starb nach langer Krankheit Manels Bruder Theodor, der Despot von Morea. Er war ein glänzender Herrscher gewesen. Trotz ständiger Reibereien sowohl mit den Türken als auch mit seinen fränkischen Nachbarn - und in jüngster Zeit zudem mit den Johannitern - hatte er seinen Herrschaftsbereich und das Ansehen seines Reichs unversehrt erhalten können. Manuel, der ihn geliebt und bewundert hatte, verfaßte einen langen, ehrenvollen Nekrolog für ihn und begab sich im Sommer 1408 persönlich nach Mistra, um ihm an seinem Grab die letzte Ehre zu erweisen.
 
 
 
 

 1384
  oo Bartolomea, Tochter des Nerio I. Acciajuoli
       um 1370 um 1397

     Erbin von Korinth
 
 
 

Kinder:
illegitim

  Tochter
      

  oo Soleiman I. Sultan der Osmanen
            1410 ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 388,400,402,419,422,441,443 - Runciman Steven: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1966 Seite 46,52 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 212 -