Romanos IV. Diogenes                  Kaiser von Byzanz (1068-1071)
----------------------------
um 1020 4.8.1072 ermordet
                  Konstantinopel

Begraben: Insel Proti
 

Sohn des Generals Konstantin Diogenes
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1000
********************
Romanos IV. Diogenes, byzantinischer Kaiser 1068-1071
----------------------------
     4. August 1072

Stammte aus einer kleinasiatischen Magnatenfamilie, hatte unter Kaiser Konstantin X. Dukas (1059-1067) verschiedene militärische Kommandos inne und erwarb sich unter anderem Verdienste im Kampf gegen die Pecenegen. Das Vorrücken der Selguqen in Kleinasien erforderte einen kraftvollen und militärisch erfahrenen Herrscher. Als solcher wurde Romanos IV. Diogenes erwählt. Nach seiner Heirat (1. Januar 1068) mit Eudokia Makrembolitissa, der Witwe Konstantinos' X., regierte er gemeinsam mit mit den Söhnen Konstantinos' X., den Mit-Kaisern Michael (VII. Dukas), Andronikos und Konstantinos. Seine Herrschaft war durch einen Gegensatz zur Familie der DUKAS überschattet, besondes zum Kaisar Johannes Dukas, der vor Romanos' Regierungsantritt mit Eudokia Mekrembolitissa geherrscht und gemeinsam mit Michael Psellos versucht hatte, die Ehe zu verhindern. 1068/69 unernahm Romanos IV. Diogenes zwei erfolgreiche Feldzüge gegen die Selguqen, doch ein dritter im Jahre 1071 führte am 26. August zur byzantinischen Niederlage in der Schlacht von Mantzikert. Von Sultan Als Arslan gefangengenommen, erlangte Romanos IV. Diogenes erst gegen ein erhebliches Lösegeld, jährliche Tributzahlungen, Auslieferung der türkischen Gefangenen und das Versperechen, Hilfstruppen zu stellen (Dölger, Reg. 972), wieder die Freiheit. Da die byzantinischen Streitkräfte im Osten gebunden waren, konnten die Normannen nach dreijähriger Belagerung Bari erobern (1071).Während der Abwesenheit Romanos' IV. Diogenes wurde in Konstantinopel Michael VII. zum Alleinherrscher ausgerufen (24. Oktober 1071). Der nach der Freilassung Romanos' IV. Diogenes entbrannte Bürgerkrieg endete am 29. Juni 1072 mit der Blendung Romanos' IV. Diogenes, der wenig später in einem Kloster starb.
Eine Elfenbeintafel (Paris, Cabinet des Medailles) stellt Romanos II., nicht Romanos IV. Diogenes dar (falsche Zuschreibung; u.a. I. Kalavrezou-Maxeiner, DOP 31, 1977, 305-325).



BERTELSMANN Lexikon Geschichte: Seite 664
********************************
ROMANOS IV. DIOGENES, Kaiser von Byzanz 1068-1071
-------------------------------------
      1072

Nach einer entscheidenden Niederlage gegen die Seldschuken bei Mantzikert (nahe dem Vansee) gestürzt. Das Byzantinische Reich mußte fast ganz Kleinasien an die Seldschuken abtreten, es blieb im wesentlichen auf das europäische Gebiet beschränkt.



Thiele, Andreas: Tafel 200
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ROMANOS IV. DIOGENES
------------------------------------
    1072 ermordet

Sohn des byzantinischen Feldherrn Konstantin

Romanos IV. Diogenes war ein Magnat aus Kappadokien, wurde Dux von Triaditza zu Sofia-Bulgarien und Magistros und Bestarchos. Er war ein fähiger General und Exponent des Militäradels. Er heiratete aus legitimistischen Gründen gegen den Willen des Regenten Psellos 1067/68 die Witwe Kaiser Konstantins und wurde 1068 damit Haupt-Kaiser vor seinem Stiefsohn Michael VII. Er bewährte sich seit 1068 in Abwehrkriegen gegen die vordringenden Seldschuken (türkisches Volk aus dem Raum Buchara, das zwischenzeitlich in Nord-Persien seßhaft geworden war), verlor 1071 die Schlacht bei Mantzikert durch den Verrat des Caesars Andronikos, geriet in Gefangenschaft und schloß einen Tributfrieden, mit dem er vorerst ein weiteres Vordringen der Seldschuken aufhielt. Romanos IV. fiel bei seiner Rückkehr in Konstantinopel einer Verschwörung seines kaiserlichen Stiefsohnes zum Opfer, wurde abgesetzt, geblendet und ermordet, was den rächenden Großeinbruch der Seldschuken unter ihrem Khan Alp Arslan I. in Kleinasien nach sich zog.

  1) oo ANNA VON BULGARIEN, Tochter des Prinzen Alisian
                   vor 1065

Enkelin des Zaren Johannes Wladimir
Kinder

  2) oo EUDOKIA MAKREMBOLITISSA
                    1096

Tochter des Johannes Makrembolites, Nichte des Patriarchen Michael Kerullarios, Witwe Kaiser Konstantins X., Regentin



Romanos IV. Diogenes wurde von der Kaiserin-Mutter Eudokia Makrembolitissa zu ihrem Gatten erhoben. In Konstantinopel durch die Eifersucht des Schwagers der Kaiserin, Johannes Dukas, und die Opposition des Michael Psellos schwer bedroht, führte Romanos den Krieg gegen die Seldschuken an der Ostgrenze, verlor am 19.8.1071 die Schlacht beim armenischen Mantzikert und geriet in Gefangenschaft. Vom Sultan Alp Arslan unter billigen Bedingungen wieder freigelassen, erfuhr Romanos, dass in Konstantinopel die Kaiserin, die sich geweigert hatte, Romanos IV. der Herrschaft für verlustig zu erklären, entthront und ihr Sohn aus 1. Ehe Michael VII. Dukas, auf den Thron gehoben worden war. In den wider die neuen Machthaber in Kleinasien eröffneten Kriege wurde Romanos geschlagen, zur Abdankung genötigt und geblendet. Wenige Tage später starb er.
 
 
 
 

  1. oo Anna von Bulgarien, Tochter des Prinzen Alusian
                vor 1065

        Sie war die Enkelin des Zaren Johannes Wladimir

   1.1.1068
  2. oo 2. Eudokia Makrembolitissa
               um 1035/40 1096
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Tochter
     

  Leon "Diogenes" ("Pseudodiogenes")
        1094 hingerichtet
 
 
 
 

Literatur:
-----------
BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991 Seite 664 - Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 94,98 - Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 56,60,64,70,172 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band II Seite 435-451 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 61-63,65,70,73,521 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 200 -