Maria von Alania                           Kaiserin von Byzanz
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um 1055 nach 1090
 

Tochter des Königs Bagrat IV. von Georgien-Iberien
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1443
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Dukas (pl. Dukai)
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Nachdem Michael VII. zum Thronverzicht gedrängt worden war, berief sich sein Nachfolger Nikephoros Botaneiates zur Legitimierung seiner Herrschaft nicht nur auf seine Verwandtschaft mit den PHOKAI, sondern er ehelichte auch, noch zu Lebzeiten Michaels VII., dessen Gattin Maria. Ähnlich verhielt sich auch Alexios I. Komnenos, der Irene heiratete, die Tochter des Verräters Andronikos und Enkelin von Johannes, der Alexios 1081 geholfen hatte, sich des Thrones zu bemächtigen.



Thiele, Andreas: Tafel 199
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

MICHAEL VII. DUKAS "PARAPINAKES"
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    um 1090

nach 1071
  oo MARIA VON GEORGIEN-IBERIEN, Tochter des Königs Bagrat IV.
             nach 1090 als Nonne

Sie wird 1078 von Kaiser Nikephor III. geheiratet, der sich damit legitimieren will.



Thiele, Andreas: Tafel 200
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

NIKEPHOROS III. PHOKAS BOTANEIATES
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    1081 ermordet

 1078
  oo MARIA VON GEORGIEN-IBERIEN, Tochter des Königs Bagrat IV.
               nach 1090 als Nonne

Geschieden von Kaiser Michael VII.



Maria von Alania war die Geliebte von Alexios I. Komnenos und starb nach 1090 als Nonne.

Norwich John Julius: Band III Seite 16,22,24,28,75,79
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Aus eben diesen Gründen hatte Alexios jedoch Feinde am Hof. Er benötigte vor allem dort Fürsprache und fand sie schließlich in der Person der Kaiserin. Maria von Alania liebte ihren neuen Ehemann, der so alt war, dass er ihr Großvater hätte sein können, natürlich nicht. Als Ex-Frau Michaels VII. war sie vor allem gegenüber den DUKAS loyal, zu denen Alexios durch Irene nun auch gehörte. Vielleicht wußte sie, dass - wie der zeitgenössische Chronist Johannes Zonaras berichtet - zwei Busenfreunde ihres Mannes, ein finsteres Paar bajuwarischer Herkunft namens Borilos und Germanos, am Sturz des jungen Feldherrn arbeiteten, und fühlte sich verpflichtet, ihn davor zu beschützen. Vielleicht war ihr aber auch zu Ohren gekommen, dass ihr Mann Nikephoros mit dem Gedanken spielte, einen fernen Verwandten zum Nachfolger zu ernennen, und sie wollte die Ansprüche ihres Sohnes Konstantin sichern. Und möglicherweise hatte sie sogar selbst ein Auge auf Alexios geworfen - und die folgenden Ereignisse bestärken diese Hypothese - und sah sich schon in der Rolle der Theophano. Von all diesen Annahmen kann jede zutreffen oder auch keine; das läßt sich heute nicht mehr klären. Wir wissen nur, dass Maria von Alania im Jahre 1080 Alexios Komnenos adoptierte. Nikephoros Botaneiates scheint dagegen nicht protestiert zu haben. Dem politisch heillos unfähigen Kaiser, dem seine Frau ohnehin völlig überlegen war, machte das Alter wohl allmählich ziemlich zu schaffen.
Das einzige Problem, nämlich ohne Argwohn zu erregen, die nötigen Truppen um sich zu scharen, hatte sich nun mit einem Schlag erledigt. Sofort gab er Befehl, das Heer beim kleinen Dorf Zurulos zu sammeln, das in einiger Entfernung von Konstantinopel an der Straße nach Adrianopel lag. Borilos und Germanos hätte nichts ungelegener kommen können als Alexios' Adoption durch Kaiserin Maria und seine neue Aufgabe. Niemals zuvor hatte ihr alter Gegner eine so starke Position innegehabt. Als Angehöriger der Kaiserfamilie konnte er im Palast aus und ein gehen, hatte tagtäglich Kontakt mit dem Kaiser und - was noch viel gefährlicher war - der Kaiserin, deren Spione allgegenwärtig waren und die ihn über alles, was vorging, auf dem laufenden halten konnte.
Doch schon standen dringende Staatsaufgaben an, nicht zuletzt der sich bereits abzeichnende Bruch zwischen seiner eigenen Gefolgschaft und den DUKAS. Grund für die Entzweiung war das Verhältnis zwischen ihm und Kaiserin Maria von Alania. Als Ehefrau des abgesetzten Basileus hätte sie eigentlich nach Einzug des neuen Kaisers den Palast verlassen müssen; aber das fiel ihr nicht im Traum ein. Allerdings war sie auch dessen Adoptiv-Mutter; aber selbst dieser Umstand rechtfertigte noch lange nicht, dass Alexios seine 15-jährige Ehefrau Irene Dukas in einem anderen, kleineren und tiefer gelegenen Palast gemeinsam mit ihrer Mutter, ihren Schwestern und ihrem Großvater väterlicherseits unterbrachte, mit der hinreißenden Maria dagegen im Bukoleon residierte.
Angesichts dieser zweiten Krönung binnen Wochenfrist wußte die Familie DUKAS, dass sie sich behauptet hatte; Alexios hatte die erste Lektion gelernt. Sollte zwischen ihm und seiner Adoptiv-Mutter, Kaiserin Maria von Alania, eine gefühlsmäßige Bindung bestanden haben, so war diese jetzt zerrissen. Maria erklärte sich bereit, das Bukoleon zu verlassen, unter der Bedingung jedoch, dass ihre persönliche Sicherheit sowie jene Konstantins, ihres Sohnes aus der Ehe mit Michael VII., durch ein Dokument in scharlachroter Schrift und mit goldenem Siegel beglaubigt, garantiert werde. Zudem sollte Konstantin Alexios' Mit-Kaiser werden. Beide Forderungen wurden umgehend gewährt. Darauf zog Maria sich mit ihrem Sohn in die prunkvolle Villa direkt am Manganenkloster zurück, die Konstantin IX. knapp 40 Jahre zuvor für seine Geliebte Sklerina hatte einrichten lassen.

Runciman, Steven: Seite 68-70
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Michaels verlassene Gattin, die kaukasische Maria von Alanien und liebreizendste Prinzessin ihrer Zeit, besaß die Klugheit, dem Usurpatoren ihre Hand anzutragen.
In Konstantinopel verschleuderte Kaiser Nikephoros seine einzige Chance sich auf dem Thron zu halten, indem er mit der Familie der KOMNENEN einen Streit anfing. Isaak und Alexios hatten ihm treu gedient und gehofft, sich seine Gunst durch enge Freundschaft mit der Kaiserin zu erhalten, deren Base Isaak geheiratet hatte und deren Geliebter, wie es hieß, Alexios selbst war. Aber die Kaiserin konnte die Hofintrigen, welche Nikephoros gegen die Brüder eingenommen hatte, nicht im Zaunm halten. Um ihrer eigenen Sicherheit willen waren die Brüder zum Aufstand gezwungen; und Alexios, von seiner Familie als der Fähigere von beiden erkannt, ließ sich zum Kaiser ausrufen.
Alexios' Familie, deren Verbindungen sich durch die gesamte byzantinische Aristokratie verzweigten, hatten ihn unzweifelhaft an die Macht geholfen; und er hatte seine Stellung durch eine Heirat mit einer Dame aus dem Hause DUKAS gefestigt. Aber die Ränke und Eifersüchteleien seiner Verwandten, insbesondere der Haß, den seine herrschsüpchtige Mutter gegen seine Gattin und ihre Sippe nährte, schufen ihm nur noch zusätzliche Schwierigkeiten. Der Hof war voll von Angehörigen früherer kaiserlichen Familien oder der Familien von Usurpatoren und Gegen-Kaisern, die Alexios durch Heiratsbündnisse an sich zu fesseln suchte. Da waren die Kaiserin Maria, von grimmiger Eifersucht auf die neue Kaiserin Irene verzehrt, und Marias Sohn, Konstantin Dukas, den Alexios zu seinem jüngeren Mitregenten machte und bald seinem ältesten Kind Anna anverlobte; da waren die Söhne des Romanos Diogenes, deren einen er mit seiner Schwester Theodora verheiratete; da war der Sohn des Nikephoros Bryennios, der nach dem frühen Hinscheiden des Konstantin Dukas wahrhaftig die Anna Komnene heiratete; da war Nikephoros Melissenos, bereits mit Alexios' Schwester Eudokia verheiratet, der seine Ansrüche auf das Reich gegen den Titel Cäsar an seinen Schwager abtrat.

Browning Robert: Seite 119
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"Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches."

Alexios stabilisierte seinerseits seine Herrschaft, indem er Mitglieder seiner Familie und deren einflußreiche Freunde in hohe Staatsstellungen lancierte. Zuerst profiterte davon auch die DUKAS-Familie; Alexios verlobte seine Tochter Anna mit dem präsumptiven Thronfolger Konstantin, dem Sohn Michaels VII. und der Maria von Alania, doch gestalteten sich die Beziehungen zum DUKAS-Clan in der Folgezeit schwieirg. Als 1092 sein Sohn Johannes zur Welt kam, löste er die Verlobung und stützte sich seitdem auf seine eigene Verwandtrschaft.
 
 
 
 

    nach 1071
  1. oo Michael VII. Dukas
          um 1055 um 1090

    1078
  2. oo Nikephoros III.
          um 1005 1081
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Konstantin Dukas der Purpurgeborene
  1074 1093
 
 
 
 

Literatur:
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Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter. Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 119 - Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 103 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 16,22,24,28,75,79 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 68-70 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 199,200 -