Maria Komnena                             Braut Kaiser FRIEDRICHS I.
--------------------                            Königin von Ungarn
um 1139/40 nach 1154
 

Tochter des Sebastokrators Isaak Komnenos aus seiner 1. Ehe mit der Theodora Kamaterina, Tochter von Gregorios; Nichte (Bruders-Tochter) des Kaisers Manuel I. Komnenos
 

Decker-Hauff Hansmartin: Band III Seite 351
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"Die Zeit der Staufer"

VIII. GENERATION

44 (35) Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA
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* um 1122-etwa 1124, 10.6.1190
 

Heiratsplan 1153/54 zur Festigung des Bündnisses mit Kaiser Manuel Komnenos: BARBAROSSA wirbt durch zwei Gesandte um

MARIA KOMNENA
* um 1139/40, nach 1154

Kaiserliche Prinessin von Byzanz
Nichte (Bruderstochter) des Kaisers Manuel
Tochter des Sebastokrators (1122-1143) Isaak Komnenos (tot 1153) und einer unbekannten Prinzessin

Maria galt als berühmte Schönheit. Ihre väterlichen Großeltern waren Kaiser Johannes II. Komnenos und Kaiserin Irene, geborene Prinzessin Piroska von Ungarn ( 1134). Durch deren Mutter Adelheid, Tochter des Herzogs von Schwaben und König RUDOLFS VON RHEINFELDEN waren Braut und Bräutigam wesentlich näher miteinander verwandt, als es BARBAROSSA und Adela gewesen waren, von der er sich soeben wegen "zu naher Verwandtschaft" hatte scheiden lassen. Dabei war der Verwandtschaftsgrad aller Beteiligten im voraus bekannt = Piroska und BARBAROSSAS Vater waren Enkel von Geschwistern. Maria ist übrigens wahrscheinlich jene Kaiser-Nichte, die schon bei den Heiratsabmachungen für den staufischen König HEINRICH-BERENGAR 1148 und 1150 als Braut ausersehen worden war (vgl. Nr. 58). Die Verhandlungen zerschlugen sich aus politischen Gründen.



Thiele, Andreas: Tafel 202
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

MARIA KOMNENA
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 1156
  oo STEPHAN IV., König von Ungarn
            1165



Heilig Konrad Josef: Seite 170
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts"

Auf der Grundlage des Vertrages von Saloniki war FRIEDRICH dann bereit, mit Manuel zu verhandeln, und er bewarb sich sogar um eine byzantinische Prinzessin; von griechischer Seite war Maria, die Tochter des Sebastokrators Isaak vorgesehen, eine Base der österreichischen Theodora. Die Verhandlungen zogen sich lange hin; sie scheiterten aber an der Weigerung des STAUFERS, in Gebietsabtretungen in Unteritalien, die Manuel forderte, einzuwilligen.

Verwandtschaft mit Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA
 

                                                              Otto Graf von Savoyen
                                                         1021-19.2.1059
 

                                      --------------------------------------------------------------
                       Bertha von Turin                                                  Adelheid von Turin
                      21.9.1051-27.12.1087                                             um 1050/53- 1079

                oo HEINRICH IV.                                         oo RUDOLF GRAF VON RHEINFELDEN
                           11.11.1050-7.8.1106                                              um 1025/30-16.10.1080
 

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                     Agnes von Waiblingen                                        Adelheid von Rheinfelden
                     1072/73-24.9.1143                                               um 1065- Mai 1090

              1. oo Friedrich I. Herzog von Schwaben             oo Ladislaus I. König von Ungarn
                              vor 1050-6.4.1105                                     um 1046-29.7.1095
 

                              ---                                                                        ---
                   Friedrich II. Herzog von Schwaben               Prisca-Irene von Ungarn
                   1090-4./6.4.1147                                                   -   1134

                  oo Judith von Bayern                                          oo Johannes II. Kaiser von Byzanz
                        11077/11-22.2.1130                                         1088-8.4.1143
 

                          ----                                                                            ----
           FRIEDRICH I. BARBAROSSA                               Isaak Komnenos
                 1122/25-10.6.1190                                                    1122-   1143/53
 
 
 

                                                                                                   ----
                                                                                             Maria Komnena



Csendes Peter: Seite 16
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"Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht."

Eine neue Ehe des STAUFERS sollte daher vor allem Nachkommenschaft sichern, sie mußte aber auch politisch wohl erwogen sein. Der Plan einer Eheverbindung mit einer byzantinischen Prinzessin, der in der Frage betrieben wurde, und bei der der Herrscher selbst als Brautwerber auftrat, scheiterte, als es zwischen dem Reich und Byzanz zu Interessenkonflikten wegen des normannischen Süd-Italien kam.

Hiller, Helmut: Seite 82,87,91
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"Friedrich Barbarossa. Kaiser - Ritter - Held."

Bei Ancona am Adriatischen Meer traf sich FRIEDRICH mit einer Gesandtschaft des Kaisers Manuel aus Konstantinopel, die ihm kostbare Geschenke überreichte und zu erkennen gab, daß Byzanz bereit war, ihm Manuels schöne Nichte Maria zur Frau zu geben.
Ende Januar 1156 traf der Kaiser zu Straßburg in Anwesenheit einiger Herzöge mit Erzbischof Humbert von Besancon zusammen. Dabei verhandelte er wohl über die Möglichkeit einer Verheiratung FRIEDRICHS mit Beatrix, der Erbin von Burgund. FRIEDRICH hatte längst den Wunsch nach Kindern und wollte sich nach seiner Scheidung natürlich wieder verheiraten. Zwar war der Kaiser von Byzanz bereit, dem römischdeutschen König seine Nichte Maria zur Frau zu gaben, aber FRIEDRICH erschien zweifellos eine Verheiratung mit der Herrin von Burgund politisch günstiger. Vielleicht hat Manuel für die Überlassung seiner Nichte auch Gebietsforderungen in Italien erhoben, die FRIEDRICH auf keinen Fall erfüllen konnte der wollte.
Eine Gesandtschaft Kaiser Manuels, die bald nach der Würzburger Hochzeit in Nürnberg mit FRIEDRICH BARBAROSSA zusammentraf, mußte überrascht zur Kenntnis nehmen, daß die Heiratspläne mit der byzantinischen Prinzessin hinfällig waren.

Heilig, Konrad Josef: Seite 170,258
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich."

Auf der Grundlage dieses Vertrages war FRIEDRICH dann bereit, mit Manuel zu verhandeln, und er bewarb sich sogar um eine byzantinsche Prinzessin; von griechischer Seite Maria, die Tochter des Sebastokrators Isaak vorgesehen, eine Base der österreichischen Theodora. Die Verhandlungen zogen sich lange hin; sie scheierten aber an der Weigerung des STAUFERS, in Gebietsabtretungen in Unteritalien, die Manuel forderte, einzuwilligen.
[1 Wann der Bruder Isaak starb, ist nicht berichtet; vielleicht darf man aus dem Umstand, daß Manuel beide Töchter Maria und Theodora mit BARBAROSSA, Stefan IV. von Ungarn und Balduin III. von Jerusalem verloben will bzw. verheiratet, schließen, daß er um 1153 breits tot war; damals lebte der Onkel Issak noch; siehe E. Kurtz in Byzantinisch-neugriechische Jahrbücher 5 (1926/27) Seite 44f.].

Weller Tobias: Seite 74,82,88,93
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

Einen solchen Heiratsplan überliefert auch Johannes Kinnamos. Seinem Bericht zufolge soll BARBAROSSA von Liebe zu der schönen Kaiser-Nichte Maria Komnena, der Tochter des Sebastokrators Isaak, ergriffen worden sein, weshalb er dem Basileus Legaten geschickt und ihm seine Heiratswünsche unterbreitet habe.
Diesen Orientierungswechsel beweist auch der Umstand, daß BARBAROSSA sich damals für eine Hochzeit mit Beatrix von Burgund entschieden hat, während er in Ancona offenbar noch an ein Heiratsbündnis mit Byzanz dachte. Die griechischen Gesandten, die gemeinsam mit Wibald von Stablo 1156 nach Deutschland kamen, waren, wie sich bei der Audienz in Nürnberg zeigen sollte, unter anderem damit beauftragt, über eine solche Verbindung zu verhandeln [391 Otto von Freising, Gesta Friderici, lib. II, c. 53, MGH SSrG [46], 159f. Maria, die für BARBAROSSA vorgesehene komnenische Prinzessin, heiratete später den ARPADEN Stephan IV., der 1173 für kurze Zeit die ungarische Königswürde innehatte; vgl. Hiestand, Verhandlungen 509f.].
Daß der Tatbestand der consanguinitas nur ein vorgeschobener Trennungsgrund war, geht auch daraus hervor, daß BARBAROSSAS zweite Gemahlin Beatrix in eben demselben Grad mit ihm verwandt war wie Adela. Zu der byzantinischen Prinzessin Maria Komnena, um die der staufische Herrscher 1153 bei Manuel von Konstantinopel gewoben hatte, bestanden sogar noch engere Verwandtschaftsbande [425 Vgl. Decker-Hauff, Haus, No. 44,351.].
Vielmehr verfolgte er gerade 1153/54 intensiv das Projekt einer Verbindung mit der KOMNENEN-Prinzessin Maria.
 
 
 

 1156
  oo Stephan IV. König von Ungarn
       um 1133 13.4.1165
 
 
 
 

Literatur:
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Csendes Peter: Philipp von Schwaben. Ein Staufer im Kampf um die Macht. Primus Verlag 2003 Seite 16 - Decker-Hauf Hansmartin: Die Zeit der Staufer. Geschichte - Kunst - Kultur. Katalog der Ausstellung Stuttgart 1977 Band III Seite 351 - Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 170,258 - Hiller, Helmut: Friedrich Barbarossa. Kaiser - Ritter - Held. Wilhelm Heine Verlag München 1977 Seite 82,87,91 - Hiller, Helmut: Friedrich Barbarossa und seine Zeit. Eine Chronik Paul List Verlag KG München 1977 Seite 84,89,93 - Opll Ferdinand: Friedrich Barbarossa. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1998 Seite 275 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 202 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 74,82,88,93 -