Johannes IV. Koloiohannes           Kaiser von Trapezunt (1429-1458)
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um 1400 um 1460
 

Ältester Sohn des Kaisers Alexios IV. von Trapezunt und der Theodora Kantacuzena, Tochter von Protostrator Theodoros
 

Thiele, Andreas: Tafel 216
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

JOHANNES IV.
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    um 1460

Johannes IV. wurde 1417 Mitregent-Despotes, rebellierte gegen den Vater und mußte zeitweise nach Georgien fliehen. Er ermordete 1429 seinen Vater und folgte ihm als Kaiser von Trapezunt. Er stand auch gegen die Mutter, der er Ehebruch vorwarf. Er stand gegen die Turkmenen und Osmanen und mußte 1453 nach dem Fall von Konstantinopel deren Vasall werden. Er strebte daraufhin Bündnisse mit Georgien-Iberien und der Horde der "Weißen Schafe" und kleinasiatischen Emiren an und scheiterte damit. Er wurde von seinem Bruder David verdrängt.

  1) oo N.N. VON IBERIEN, Tochter des Königs Alexander
                

  2) oo N.N. DER KRIMTATREN, Tochter des Khans Devlet
              



Runciman Steven: Seite 181
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"Die Eroberung von Konstantinopel 1453"

Als nächstes kam das Kaiserreich Trapezunt an die Reihe. Johannes IV., der Groß-KOMNENE, den Phrantzes wegen seines Frohlockens über den Tod Murads II. zurechtgewiesen hatte und der sich 1453 mit dem Versprechen eines ansehnlichen Tributs vom Sultan seine Immunität erkauft hatte, war 1458 gestorben. Er ließ zwei verheiratete Töchter und einen Sohn, den erst vierjährigen Alexios zurück. Eine lange Regentschaft konnte offensichtlich nur Unheil bringen, folglich bestellten die Trapezunter Johannes' jüngeren Bruder David zum Kaiser.

Babinger Franz: Seite 172,195
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"Mehmed der Eroberer. Weltenstürmer einer Zeitenwende."

Gleich nach der Ankunft des Eroberers am Sultanshof erschien dort als Botschafter des KOMNENEN-Kaisers Johann IV. von Trapezunt kurz vor seinem Ableben dessen jüngster Bruder David, um durch Zahlung eines Tributes den KOMNENEN-Thron zu sichern. Während Mehmed II. nämlich Belgard belagerte, erhielt der osmanische Statthalter von Amasis die Weisung, Trapezunt von Land und Meer aus zu berennen. In der Tat war es den Türken damals gelungen, bis in die Vorstädte der durch eine Pest verödeten Hauptstadt einzudringen und diese selbst gefährlich zu bedrohen. Um weiteres Unheil abzuwenden und sich wenigstens eine Gnadenfrist zu erkaufen, fand sich der Kaiser zu einem Jahreszins von 2.000 Goldstücken bereit. Mehmed ließ sich herbei, den Vertrag anzuerkennen, erhöhte aber sie Summe auf 3.000 Goldstücke. Mit dieser Abmachung war, genau besehen, die Unabhängigkeit des KOMNENEN-Reiches bereits beendet.
Während im Westen die Päpste die Hauptförderer dieser Absichten waren, hatten sich im Osten der KOMNENEN-Kaiser Johannes IV. (Kalo-Ioannes) von Trapezunt an die Spitze derer zu stellen versucht, die sich bestrebten, den Osmanen-Sultan auch auf kleinasiatischem Boden um ihrer eigenen Reiche willen zu vernichten.
 
 
 
 

  1. oo N.N. von Iberien, Tochter des Königs Alexander
               

  2. oo N.N. der Krimtataren, Tochter des Khans Devlet
              
 
 
 
 

Kinder:
2. Ehe

  Theodora (Katharina)
       nach 1478

  oo Usun Hasan Schah von Persien
       1426 1478

   Alexios
        1.11.1463 hingerichtet
 
 
 
 

Literatur:
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Babinger Franz: Mehmed der Eroberer. Weltenstürmer einer Zeitenwende. R. Piper GmbH&Co. KG, München 1987 Seite 172,195,196,201,231 - Runciman Steven: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1966 Seite 181 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 216 -