Isaak Komnenos                           Prinz von Byzanz
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um 1115 1154 (?1174)
 

3. Sohn des KaisersJohannes II. Komnenos von Byzanz und der Irene von Ungarn, Tochter von König Ladislaus I.
 

Thiele, Andreas: Tafel 202
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ISAAK
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* 1115, 1154 (? 1174)

Isaak Komnenos wurde Sebastokrator und 1143 nach dem Tode seines Vaters von seinem jüngeren Bruder Manuel I. verdrängt. Er trat als Mönch ins Kloster ein.

  1) oo THEODORA KAMATERINA, Tochter des Gregorios
                um 1144

  2) oo IRENE DIPLOSYNADENA
             



Norwich John Julius: Band III Seite 102,104,105
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Kaiser Johannes' ältester Sohn Alexios, rechtmäßiger Thronfolger des Reiches, erkrankte und starb innerhalb weniger Tage. Johannes, der ihm sehr zugetan war, wies seinen zweiten Sohn Andronikos und seinen dritten Sohn Isaak an, den Leichnam ihres Bruders auf dem Seeweg nach Konstantinopel zu begleiten; auf dieser Fahrt starb auch Andronikos; vermutlich erlag er derselben Krankheit.
Dann - und erst dann - berief Kaiser Johannes II. eine Versammlung ein, um seinen Nachfolger bekanntzugeben. Beide Söhne, so sagte er, seien vortreffliche junge Männer, stark, intelligent und voller Elan. Isaak neige jedoch zu Wutanfällen, während Manuel zusätzlich zu allen Qualitäten seines Bruders über eine einzigartige Milde gebiete und daher imstande sei, gegebenen Rat geduldig zur Kenntnis zu nehmen und dem Diktat der Vernunft zu folgen. Deshalb werde Manuel seine Nachfolge antreten.
Deshalb entschied Manuel sich, Axuch den Titel eines Regenten zu verleihen, und schickte ihn mit der Anweisung nach Konstantinopel voraus, den gefährlichsten seiner potentiellen Widersacher sofort zu verhaften: seinen älteren Bruder Isaak, der, von seinem Vater zwar übergangen, sich dennoch bereits im großen Palast eingerichtet und somit direkten Zugriff auf den Staatsschatz und die kaiserlichen Insignien hatte. Axuch erledigte seinen Auftrag gut und reiste so zügig, dass er Konstantinopel noch vor der Nachricht von Kaiser Johannes' Tod erreichte. Er bemächtigte sich des protestierenden Isaak und ließ ihn im Pantokratorkloster einsperren.
Ein paar Tage nach der Krönung ordnete Kaiser Manuel die Freilassung seines Bruders Isaak an und hob die Verbannung seines gleichnamigen Onkels auf; er hatte nichts mehr zu befürchten, weder vom einen noch vom andern.

Houben, Hubert: Seite 95
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"Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident."

Bereits vorher waren die beiden ältesten Söhne des Kaisers gestorben. Als es Manuel gelang, unter Ausschaltung seines einzigen älteren Bruders Isaak den Thron zu besteigen, hatten sich die Voraussetzungen für den Ehevertrag geändert.

Runciman, Steven: Seite 526,528
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Frühjahr 1142 führte Johannes mit seinen Söhnen das Heer durch Anatolien hinab nach Attalia. Während er in Attalia wartete, erlitt der Kaiser einen schweren Verlust. Sein ältester Sohn Alexios, den er zu seinem Erben bestimmt hatte, erkrankte und starb. Sein zweiter und dritter Sohn, Andronikos und Isaak, wurden beauftragt, den Leichnam auf dem Seeweg nach Konstantinopel zu bringen; und auf der Reise starb auch Andronikos.
Johannes sah seinem Ende mit Fassung entgegen. Bis zum letzten Augenblick war er amWerk, um Vorsorge für die Thronfolge und die reibungslose Fortführung der Regierungsgeschäfte zu treffen. Seine beiden ältesten Söhne waren tot. Isaak, der Dritte, der sich in Konstantinopel befand, war ein Jüngling von schwankender Gemütsart. Johannes beschloß, Manuel, den jüngsten und am glänzendsten begabten, zu seinem Erben zu bestimmen, und bewog seinen großen Freund, den Groß-Domestikos Axuch, Manuels Ansprüche zu unterstützen.

Heilig, Konrad Josef: Seite 112,157,240-244,255,257,258
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich."

Theodora ist eine Tochter des Sebastokrators Andronikos ( 1142)und seiner als Mäzenatin bekannten Frau Irene und um 1135 geboren. Ihr Vater Andronikos, der  in den bekannten Quellen wenig hervortritt, war der zweite Sohn des Kaisers Johannes II. (1118-1143), neben dem älteren, am 2. August 1142 gestorbenen Mit-Kaiser Alexios (II.) und den jüngeren Brüdern, dem Sebastokrator Isaak und dem Kaiser Manuel I. (1143-1180).
Im Jahre 1142 waren rasch hintereinander die zwei ältesten Söhne des Kaisers Johannes Alexios und Andronikos gestorben; ihnen folgte am 8. April 1143 Johannes selbst, nachdem er wenige Tage vor seinem Tod bestimmt hatte, daß ihm der tapfere und geeignetere Manuel vor dem älteren Isaak nachfolgen solle.
Die vier Söhne sind in der Reihenfolge ihrer Geburt mehrfach in voneinander unabhängigen Quellen genannt als Alexios, Andronikos, Isaak und Manuel. In diese Spanne zwischen 1106 und 1121 sind die beiden Söhne des Kaisers Andronikos und Isaak und wohl noch die eine der andere Tochter; Anna, Eudokia und Theodora einzureihen, wobei offenbar Andronikos um 1110 oder 1112, sicher nicht später anzusetzen sein wird.
Johannes hat den ältesten Sohn Alexios zum Mit-Basileus bestimmt, und zwar schon bad nach dem eigenen Regierungsantritt; seinen drei weiteren Söhnen Andronikos, Isaak und Manuel verlieh er den Titel von Sebastokratoren; einiges spricht dafür, daß dies bald nach der Geburt des letzten Sohnes Manuel geschah [2. August 1122].
Im Frühjahr 1142 zog der Kaiser mit seinen vier Söhnen erneut in den Osten; er wollte dem tapferen Manuel dort ein neues Reich schaffen, da er nun einmal den ältesten Sohn zum Nachfolger bestimmt hatte. Von diesem Feldzug kehrten indes der Vater und seine zwei ältesten Söhne nicht mehr lebend zurück. Zuerst starb Alexios an einem raschen Fieber [6 Chalandon 2 Seite 183. - Über das Datum oben Seite 239 Anm. Ende. Man könnte das Todesdatum wohl noch auf einem anderenn Wege finden, wenn es sicher wäre, daß die Urkunde der Maria, der Schwester Manuels und des Alexios, die aus dem Jahre 1142 stammen soll und von L. Petit in Vizant. Vremennik 10 (Petersburg 1903) Prilozenie Seite 12ff. veröffentlicht wurde, echt ist. Ich habe dagegen einige Zweifel.]; sein nächster BruderAndronikos war bestimmt worden, die Leiche des Bruders in die Hauptstadt zu überführen; aber auch er starb unerwartet an einer akuten Krankheit, fern vom Vater, den Brüdern und seinen Kindern in Attalia, ehe er den Auftrag ausführen konnte [7 Chalandon 2 Seite 183 kompliziert wieder unnötig, wenn er sagt, Andronikos sei nicht in Attalia gestorben, sondern auf der Reise nach Konstantinopel. Wilhelm von Tyrus 15, 19 berichtet den Tod von beiden Brüdern in Attalia, und daran ist nicht zu rütteln; denn auch in der Totenklage des Prodomos wird Attalia häufig erwähnt.]. Nun wurde der dritte Sohn Isaakbestimmt, den Kondukt nach Byzanz zu geleiten, da er selbst auch kränkelte; er führte den Auftrag aus und blieb in der Hauptstadt zurüvk, wohl in der Hoffnung, nunmehr die Nachfolge zu erhalten.
Kaiser Johannes starb am 8. April 1143 auf dem Mantelfeld bei Anazarbos in Kilikien, wenige Tage, nachdem er seinen jüngsten Sohn Manuel als den geeigneteren zum Nachfolger bestimmt und durch das Heer zum Basileus hatte ausrufen lassen.
Bekannter ist eine Theodoraaus der Familie des Sebastokrators Isaak. Sie wurde 1156 im Alter von 13 Jahren die Braut des Königs Balduin III. von Jerusalem, der sie bereits am 10. Februar 1162 als Witwe zurückließ.
Alexios I. hat nach dem Tod seines Sohnes Andronikos den bisherigen Kaisar Isaak, den dritten Sohn, zum Sebastokrator berufen. Auch unterKaiser Johannes (1118-1143) blieb Isaak zunächst in seiner Stellung als Sebastokrator; da er aber um 1122 zu den Türken überlief, verlor er diese Würde, die Kaiser Johannes nun auf seine drei jüngeren Söhne Andronikos, Isaak und Manuel übertrug.
Der Bruder Isaakdes Kaisers Johannes kam zwar einige Jahre nach seiner Flucht reumütig zu Johannes zurück, wurde auch wieder in seine frühere Würde eingesetzt, aber wohl im Range hinter den drei Söhnen des Kaisers; aber das gespannte Verhältnis zwischen den beiden Brüdern wurde nicht mehr auf die Dauer herzlich, zumal um 1140 der Sohn des Sebastokrators Isaak zu den Türken überlief, sogar Schwiegersohn des Sultans von Ikonium wurde; Isaak fiel darauf dauernd in Ungande und wurde zu Herakleia in Pontos bis zum Regierungsantritt seines Neffen Manuel in Gefangenschaft gehalten. Aber auch Manuel machte mit den beiden Sebastokratoren keine guten Erfahrungen; sowohl der Onkel wie der ältere Bruder strebten nach dem Throne; so scheint der Kaiser bald beide wieder vom Hofe entfernt und seinerseits keinen neuen Sebastokrator mehr ernannt zu haben [1 Wann der Bruder Isaak starb, ist nicht berichtet; vielleicht darf man aus dem Umstand, daß Manuelbeide Töchter Maria und Theodora mit BARBAROSSA, Stefan IV. von Ungarn und Balduin III. von Jerusalem verloben will bzw. verheiratet, schließen, daß er um 1153 breits tot war; damals lebte der Onkel Issak noch; siehe E. Kurtz in Byzantinisch-neugriechische Jahrbücher 5 (1926/27) Seite 44f.]. Erst nach seinem Tode wurde die Würde wieder erneuert, wobei es wiederum vorkam, daß mehr als ein Sebastokrator gleichzeitig lebte.
[4 Auch Kaiser Alexios I., seine Kinder Anna und Isaak, seine Enkel Alexios (II.), Manuel und Andronikos, die beiden Kaiser, waren geistig regsam und schriftstellerten.]
 
 
 
 

  1. oo Theodora Kamaterina, Tochter des Gregorios
               um 1144

  2. oo Irene Diplosynadena
             
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Maria Komnena
      

 1156
  oo Stephan IV. König von Ungarn
      um 1133 13.4.1165

  Anna Komnena
      

  oo Konstantin Dukas-Makrodukas
          1185 ermordet

  Irene Komnena
     

  oo N.N. Dukas
        

2. Ehe

  Theodora Kalusine
  1145 nach 1180

  Sie war ab 1167 die Geliebte von Andronikos I.

 1159
  oo Balduin III. König von Jerusalem
      1129 10.2.1163
 
 
 
 

Literatur:
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Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 112,157,175, 240-243,255,257,258 - Houben, Hubert: Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus Verlag Darmstadt 1997 Seite 95 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 102,104,105 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 526,528 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 202 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 61,74 -