Isaak Komnenos                            Prinz von Byzanz
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um 1095 nach 1152
 

3. Sohn des Kaisers Alexios I. Komnenos von Byzanz und der Irene Dukaina, Tochter von Prinz Andronikos; Bruder des Kaisers Johannes II.
 

Thiele, Andreas: Tafel 201,203
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ISAAK KOMNENOS
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    nach 1152

Isaak Komnenos wurde 1108 Caesar, 1122 Sebastokrator und war 1142-1143 Thronprätendent. Er wurde von seinem Neffen Manuel I. verdrängt und wurde Mönch.
Isaak Komnenos begründete das Kaiserhaus TRAPEZUNT.



Norwich John Julius: Band III Seite 90,101,106
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Während der ersten drei Jahre behinderten ihn die Ränke seines Bruders, des dritten Sohnes von Irene und Alexios; dieser Sebastokrator Isaak setzte alles daran, die Feinde des Reichs mit dem Ziel zu einem Bündnis zu vereinen, Johannes vom Kaiserthron zu verdrängen. Kaum aber war Isaak im Jahre 1132 in das Heilige Land gezogen - ob aus Frömmigkeit oder unwürdigeren Gründen ist nicht bekannt -, erzielte Kaiser Johannes rasch Fortschritte.
Dort erwarteten ihn im Jahre 1138 gute Neuigkeiten. Sein Bruder Isaak und dessen Sohn Johannes, welche die letzten acht Jahre mit den moslemischen Fürsten gegen ihn gemeinsame Sache gemacht und Intrigen angezettelt hatten, hatten sich ergeben. Ob sie ihr früheres Verhalten tatsächlich bereuten oder ob Johannes Komnenos' jüngste Erfolge im Osten und seine damit verbundene zunehmende Beliebtheit im Reich sie davon überzeugten, dass ihr Vorhaben zum Scheitern verurteilt war, können wir nur raten. Es wurde ihnen indes volle Vergebung zuteil - und das war mehr, als sie erwartet oder verdient hatten.
Der Regent Axuch, der im Auftrag Manuels I. handelte, ordnete dann sicherheitshalber auch die Verhaftung des anderen Isaak an, des Bruders von Johannes und damit Onkel Manuels, der sich im pontischen Heraklea im Exil befand.
Ein paar Tage nach seiner Krönung ordnete Kaiser Manuel die Freilassung seines Bruders Isaak an und hob die Verbannung seines gleichnamigen Onkels auf; er hatte nichts mehr zu befürchten, weder vom einen noch vom andern.

Runciman, Steven: Seite 515,523
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Von 1130 bis 1135 lag Johannes alljährlich gegen die Danischmandiden im Feld. Zweimal wurde sein Werk durch die Machenschaften seines Bruders, des Sebastoktrators Issak, unterbrochen, der im Jahr 1130 vom Hof floh und die nächsten neun Jahre damit zubrachte, mit verschiedenen islamischen und armenischen Fürsten Verschwörungen anzuzetteln; im Jahr 1134 rief ihn der plötzliche Tod der Kaiserin aus dem Krieg zurück.
1139-1140
Johannes war betroffen von den schweren Verlusten unter seinen Truppen sowie von der Fahnenflucht seines Neffen Johannes, des Sohnes seines Bruders Isaak, der sich auf die Seite des Feindes schlug, zum Isalm übertrat und Mas'uds Tochter heiratete. Die ottomanischen Sultane leiten ihre Abkunft von ihm her.

Heilig, Konrad Josef: Seite 256,258,259
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich."

Der Titel eines Sebastokrators ist eine Erfindung des Kaisers Alexios I., der damit seinen Bruder Isaak, der wesentlich dazu beigetragen hatte, die KOMNENEN auf den Kaiserthron zu setzen, eine höhere Stelle verschaffen wollte, als sie sein Mitbewerber, der mit dem Titel eines Kaisar abgefertigte Nikephoros Melissenos, innehatte. Nach Isaaks Tod übertrug Kaiser Alexios den Titel auf seinen zweiten Sohn Andronikos und gab seinem dritten Sohn Isaak die Würde eines Kaisars.
Alexios I. hat nach dem Tod seines Sohnes Andronikos den bisherigen Kaisar Isaak, den dritten Sohn, zum Sebastokrator berufen. Auch unter Kaiser Johannes (1118-1143) blieb Isaak zunächst in seiner Stellung als Sebastokrator; da er aber um 1122 zu den Türken überlief, verlor er diese Würde, die Kaiser Johannes nun auf seine drei jüngeren Söhne Andronikos, Isaak und Manuel übertrug.
Der Bruder Isaak des Kaisers Johannes kam zwar einige Jahre nach seiner Flucht reumütig zu Johannes zurück, wurde auch wieder in seine frühere Würde eingesetzt, aber wohl im Range hinter den drei Söhnen des Kaisers; aber das gespannte Verhältnis zwischen den beiden Brüdern wurde nicht mehr auf die Dauer herzlich, zumal um 1140 der Sohn des Sebastokrators Isaak zu den Türken überlief, sogar Schwiegersohn des Sultans von Ikonium wurde; Isaak fiel darauf dauernd in Ungande und wurde zu Herakleia in Pontos bis zum Regierungsantritt seines Neffen Manuel in Gefangenschaft gehalten. Aber auch Manuel machte mit den beiden Sebastokratoren keine guten Erfahrungen; sowohl der Onkel wie der ältere Bruder strebten nach dem Throne; so scheint der Kaiser bald beide wieder vom Hofe entfernt und seinerseits keinen neuen Sebastokrator mehr ernannt zu haben [1 Wann der Bruder Isaak starb, ist nicht berichtet; vielleicht darf man aus dem Umstand, daß Manuel beide Töchter Maria und Theodora mit BARBAROSSA, Stefan IV. von Ungarn und Balduin III. von Jerusalem verloben will bzw. verheiratet, schließen, daß er um 1153 breits tot war; damals lebte der Onkel Issak noch; siehe E. Kurtz in Byzantinisch-neugriechische Jahrbücher 5 (1926/27) Seite 44f.]. Erst nach seinem Tode wurde die Würde wieder erneuert, wobei es wiederum vorkam, daß mehr als ein Sebastokrator gleichzeitig lebte.
[4 Auch Kaiser Alexios I., seine Kinder Anna und Isaak, seine Enkel Alexios (II.), Manuel und Andronikos, die beiden Kaiser, waren geistig regsam und schriftstellerten.]
 
 
 
 

  oo N.N.
          
 
 
 
 

Kinder:

  Andronikos I.
  1111/22 12.9.1185

  Helene
       um 1183

  oo Georg I. Großfürst von Kiew-Susdal
            1158

  Eudokia Komnena
      

  oo Konstantin Palaiologos
           

  Maria
      

 vor 1166
  oo Josef Bryennios
          

  Johannes Tzelepes
  um 1115 um 1145
 
 
 
 

Literatur:
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Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 231,256,258, 259 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 90,101,106 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 515,523 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 201,203 -