Irene Dukaina                                Kaiserin von Byzanz
-----------------
um 1065 1123
 

Tochter des Prinzen Andronikos Dukas von Byzanz und der Maria von Bulgarien, Tochter von Prinz Trojan; Großnichte des Kaisers Konstantin X. Dukas
 

Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1443
********************
Dukas (pl. Dukai)
---------------------

Nachdem Michael VII. zum Thronverzicht gedrängt worden war, berief sich sein Nachfolger Nikephoros Botaneiates zur Legitimierung seiner Herrschaft nicht nur auf seine Verwandtschaft mit den PHOKAI, sondern er ehelichte auch, noch zu Lebzeiten Michaels VII., dessen Gattin Maria. Ähnlich verhielt sich auch Alexios I. Komnenos, der Irene heiratete, die Tochter des Verräters Andronikos und Enkelin von Johannes, der Alexios 1081 geholfen hatte, sich des Thrones zu bemächtigen. Alexios wurde zuerst nur zum Erben des jungen Konstantin bestimmt, des Sohnes von Michael VII.; er verlobte ihn mit seiner ältesten Tochter Anna. Als ihm aber ein Sohn geboren wurde und Konstantin (ca. 1095) starb, gingen die DUKAS endgültig des Thrones verlustig.



Thiele, Andreas: Tafel 200
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

IRENE DUKAINA
-------------------------
    1123 als Nonne

 1078
  oo ALEXIOS I. KOMNENOS, 1081 Kaiser
              1118



Norwich John Julius: Band III Seite 17,22-25
*****************
"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Außerdem sicherte ihm seine Ehefrau Irene Dukas, Enkelin des Cäsars Johannes Dukas und Tochter jenes Andronikos Dukas, der Romanos Diogenes bei Mantzikert so schändlich im Stich gelassen hatte, die Unterstützung nicht nur der reichsten und einflußreichsten Familie im Reich, sondern auch des Klerus (dem bis zu seinem Tod 1075 Johannes Xiphilinos, ein Günstling der DUKAS, als Patriarch vorstand) und des größten Teils der Aristokratie dazu.
Doch schon standen dringende Staatsaufgaben an, nicht zuletzt der sich bereits abzeichnende Bruch zwischen seiner eigenen Gefolgschaft und den DUKAS. Grund für die Entzweiung war das Verhältnis zwischen ihm und Kaiserin Maria von Alania. Als Ehefrau des abgesetzten Basileus hätte sie eigentlich nach Einzug des neuen Kaisers den Palast verlassen müssen; aber das fiel ihr nicht im Traum ein. Allerdings war sie auch dessen Adoptivmutter; aber selbst dieser Umstand rechtfertigte noch lange nicht, dass Alexios seine 15-jährige Ehefrau Irene Dukas in einem anderen, kleineren und tiefer gelegenen Palast gemeinsam mit ihrer Mutter, ihren Schwestern und ihrem Großvater väterlicherseits unterbrachte, mit der hinreißenden Maria dagegen im Bukoleon residierte.
Die Reaktion der DUKAS auf diese Maßnahme läßt sich leicht ausmalen. Sie hatten die KOMNENEN schließlich nicht aus besonderer Zuneigung unterstützt, sondern nur weil Alexios mit einer DUKAS verheiratet war. Darauf hatte Irenes Schwager Georgios Pataiologos schon aufmerksam gemacht, als sich ein Trupp von KOMNENEN-Anhängern weigerte, in ihren Hochrufen Irenes Namen mit dem ihres Mannes in einem Atemzug zu nennen. - Nicht um ihretwillen habe er einen so großen Sieg erfochten, sondern für eben jene Irene, von der sie sprächen. Und als er die Flotte auf seine Seite gebracht, hatte er dann auch darauf bestanden, dass die Matrosen ein Hoch auf Irene und Alexios ausriefen - in dieser Reihenfolge. Alexios brüskierte jedoch nicht nur Georgios und die Familie der DUKAS. In der Stadt verbreiteten sich in Windeseile Gerüchte: der Kaiser wolle sich von seiner Kindfrau scheiden lassen und dritter Ehemann der Kaiserin werden; aber auch, dass als treibende Kraft hinter dieser undurchsichtigen Entwicklung seine Mutter stehe, die gefürchtete Anna Dalassena, welche die DUKAS schon immer gehaßt habe und nun, da ihr Sohn des Thrones sicher sei, diese Familie ein für allemal um Macht und Einfluß zu bringen gewillt sei. Mochte das erste dieser Gerüchte der Wahrheit nahekommen, so traf das zweite mit Sicherheit zu. Schon wenige Tage später, am Ostersonntag, wurde noch mehr Öl ins Feuer gegossen, denn Alexios wollte seine Frau nicht zu den Krönungsfeierlichkeiten zulassen. Die DUKAS, ja die ganze achtbare Bevölkerung von Byzanz, sahen darin eine unverdiente Beleidigung. Nach alter Tradition war eine Kaiserin viel mehr als nur Ehefrau eines Kaisers. Wenn sie gekrönt war, bekleidete sie einen anerkannten Rang, der auch vor den Kulissen erhebliche Macht mit sich brachte. Sie gebot über einen eigenen Hofstaat und uneingeschränkt über eigene, unermeßliche Einkünfte. Außerdem übernahm sie bei vielen bedeutenden Reichsfeierlichkeiten eine unerläßliche Rolle.
Manches weist darauf hin, dass Alexios alles andere als zufrieden war, seine Frau von der Krönung auszuschließen, an der sie beide gemeinsam hätten teilnehmen sollen. Er mag ja für die DUKAS nicht besonders viel empfunden haben, aber er hatte ihnen fraglos viel zu verdanken. Und war es denn klug, sich mit der mächtigsten Familie des gesamten byzantinischen Adels zu verfeinden, noch bevor er die Regierung angetreten hatte? Im Augenblick gab er Anna Dalassena nach.
Fest steht jedoch, dass am siebenten Tag nach der öffentlichen Proklamation der Thronbesteigung ihres Ehemannes die junge Kaiserin Irene ordnungsgemäß in der Hagia Sophia gekrönt wurde und dass am 8. Mai desselben Jahres Patriarch Kosmas sich ins Kallias-Kloster zurückzog.
Darauf zog Maria sich mit ihrem Sohn in die prunkvolle Villa direkt am Manganenkloster zurück, die Konstantin IX. knapp 40 Jahre zuvor für seine geliebte Sklerina hatte einrichten lassen. Ihnen schloß sich Isaak Komnenos an. Da der Cäsarentitel bereits Nikephoros Melissenos versprochen war, erhob Alexios ihn in den neugeschaffenen Rang eines Sebastokrators, über dem nur noch die beiden Mitkaiser standen. Alexios brachte Kaiserin Irene nun umgehend zurück ins Bukoleon. Ihr Eheleben verlief weit harmonischer als erwartet; aus der Verbindung gingen insgesamt neun Kinder hervor.

Das bedeutete für Alexios allerdings keine neue Erfahrung, denn die Familie war bereits seit seiner Thronbesteigung entzweit. Von Anfang an hatte die Schuld daran hauptsächlich bei ihm gelegen. Wir haben gesehen, welche Machtstellung seine Mutter Anna Dalassena innehatte und wie er seine 15-jährige Ehefrau Irene Dukas in den Hintergrund schob und sogar ihre Krönung zu verhindern versuchte, um mit seiner Adoptiv-Mutter Maria von Alania zu regieren. Maria verschwand dann bald von der Bildfläche, und Irene kehrte an seine Seite zurück, doch Anna Dalassena wirkte für einige weitere Jahre als treibende Kraft hinter dem Thron, mächtiger und einflußreicher als ihr zweiter Sohn, der Sebastokrator Isaak, mit dem sie die Herrschaft theoretisch teilte, wenn sich Alexios auf einem seiner zahlreichen Feldzüge befand. In Konstantinopel sah man ihre Macht je länger, desto weniger gern, bis es soweit kam, dass Alexios in ihr eine ernsthafte Belastung zu sehen begann. Deshalb zog sie sich um 1090, angeblich freiwillig, in das Kloster Pantepoptes zurück, wo sie einige Jahre später, nicht in völliger Ungnade, das Zeitliche segnete.
Mit dem Rückzug von Anna Dalassena kommt nun endlich Kaiserin Irene zum Zug. Ihre Tochter Anna Komnena, bei der die Tugend kindlicher Achtung schon fast lästerlich wirkt, beschreibt sie wie folgt:
Ihrer natürlichen Neigung nach hätte sie das öffentliche Leben gänzlich gemieden. Den größten Teil ihrer Zeit widmete sie ihren häuslichen Pflichten und ihren eigenen Studien - sie las die Bücher der Heiligen oder befaßte sich mit guten Werken und karitativer Arbeit. Wann immer sie als Kaiserin im Rahmen einer wichtigen Zeremonie öffentlich in Erscheinung zu treten hatte, überkam sie Verlegenheit, und sie errötete. Da gibt es die Geschichte der Philosophin Theano, die einmal versehentlich ihren Ellbogen entblößte, und als jemand leichtfertig bemerkte: "Was für ein schöner Ellbogen!", antwortete: "Aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt." Genauso verhielt es sich mit meiner Mutter, der Kaiserin [...] Weit davon entfernt, Gefallen daran zu finden, ihren Ellbogen oder ihre Augen dem Blick des gewöhnlichen Volkes auszusetzen, gab sie sogar nur unwillig zu, dass Fremde ihre Stimme zu hören bekamen [..] Aber da, wie der Dichter sagt, gegen das Unvermeidliche selbst Götter nicht kämpfen, mußte sie den Kaiser auf seinen häufigen Expeditionen begleiten. Ihre angeborene Bescheidenheit hielt sie im Palast, doch ihre Hingabe und ihre brennende Liebe zu ihm drängten sie, wenn auch unwillig, ihr Zuhause zu verlassen [... ] Die Krankheit, die seine Füße befallen hatte, verlangte umsichtigste Pflege; er litt durch die Gicht unter qualvollen Schmerzen und schätzte mehr als alles andere die Hand meiner Mutter, denn sie kannte ihn durch und durch und wußte seine Pein bis zu einem gewissen Grad durch sanfte Massage zu lindern."
Dies mag soweit ja alles zutreffen, aber es könnte neben der Gicht noch einen weiteren Grund dafür gegeben haben, weshalb Alexios so nachdrücklich darauf beharrte, dass Irene ihn auf seinen Feldzügen begleitete: Er traute ihr nicht über den Weg. Dabei fürchtete er nicht um seine eigene Sicherheit, sondern um die seines ältesten Sohnes, des gesetzmäßigen Thronerben Johannes Komnenos, den sie, wie er wußte, ebenso wie ihre Tochter Anna erbittert haßte und gegen den sie ständig Komplotte schmiedete, um ihn in Ungnade zu stürzen oder aus dem Weg zu schaffen, damit Anna ihren Mann, den Cäsar Nikephoros Bryennios, an seiner Statt als Nachfolger auf den Thron hieven konnte. Mit der Zeit wurden die zwei eigene Pläne schmiedenden Frauen zum Brennpunkt für die Mißgunst verschiedener anderer Unzufriedener, unter ihnen besonders des zweiten Kaiser-Sohnes Andronikos. Irene ließ keine Gelegenheit ungenutzt verstreichen, um Johannes bei seinem Vater zu verunglimpfen und stellte ihn als Trunkenbold und Wüstling und damit als Regentschaftskandidaten hoffnungslos ungeeignet hin. Alexios jedoch wollte davon absolut nichts hören. Er vertraute auf Johannes und hielt - zu Recht, wie sich später herausstellte - an diesem Vertrauen in seine Fähigkeiten fest. Vor allem aber ging es ihm darum, als Gründer einer Dynastie in die Geschichte einzugehen. Er sah den Verfall von Byzanz im vorangegangenen Jahrhundert in erster Linie als Folge der dauernden Instabilität, welcher der Thron unterworfen war, indem er entweder an Unzuverlässige wie Zoes Ehemänner ging oder als Spielball innerhalb der reichsten und mächtigsten Familien im Reich von der einen zur anderen Hand sprang. Alexios hatte ihn zwar schließlich auf eben diese Weise erlangt, aber nun wollte er der letzte sein, dem dies gelungen war. Falls seine eigenen beachtlichen Leistungen von Dauer sein sollten, gab es für ihn nichts anderes, als dass die Krone in ordentlicher Folge an seinen erstgeborenen Sohn und, so Gott wollte, danach an dessen Sohn überging.
In Konstantinopel ging es mit Alexios' Gesundheit bergab, und im Sommer 1118 erkannten alle, dass er nicht mehr allzu lange zu leben hatte. Mittlerweile litt er unter ständigen Schmerzen und an ernsthaften Atembeschwerden; bald konnte er nur noch aufrecht sitzen, damit er überhaupt Luft bekam. Dann begannen Bauch und Füße anzuschwellen, und Mund, Zunge und Hals waren derart wund, dass er nicht mehr schlucken konnte. Irene ließ ihn in ihren eigenen Palast, den Manganenpalast, bringen, sie verbrachte täglich Stunden an seinem Bett und ordnete an, dass im ganzen Reich Gebete für seine Genesung gesprochen wurden. Allein, auch sie konnte ihm keine Erleichterung verschaffen und mußte wie alle anderen erkennen, dass es rasch mit ihm zu Ende ging. In den Nachmittagsstunden des 15. August überbrachte ein Bote Johannes Komnenos die Nachricht, sein Vater habe nur noch wenige Stunden zu leben und wünsche ihn dringend zu sehen. Er eilte zu Irenes Palast, wo ihm der sterbende Alexios den kaiserlichen Ring übergab und ihn anwies, keinerlei Zeit zu verlieren und sich als Basileus ausrufen zu lassen. Johannes tat so und eilte dann hinüber zur Hagia Sophia, wo er vom Patriarchen in einer Kurzzeremonie gekrönt wurde. Als er zum Palast zurückkehrte, verwehrte ihm - vielleicht auf fremdes Geheiß - die Warägergarde zunächst den Zutritt. Erst nachdem er den Ring vorgewiesen und sie vom unmittelbar bevorstehenden Ende seines Vaters unterrichtet hatte, traten sie zurück und ließen ihn ein.
Was aber unternahm Irene in der Zwischenzeit? Gewiß noch immer entschlossen, BRYENNIOS die Nachfolge zu sichern, wäre sie der letzten Unterhaltung zwischen ihrem Mann und ihrem Sohn nie und nimmer freiwillig ferngeblieben. Und dennoch hatte man es, obwohl sie seiten von seinem Lager wich, irgendwie zuwege gebracht, sie genau zu diesem, für ihre Pläne entscheidenden Zeitpunkt davon wegzulocken. Als sie schließlich zurückkehrte, war es bereits zu spät. Sie soll noch einen letzten Versuch unternommen haben, Alexios zur Anerkennung der Rechte ihres Schwiegersohnes zu bewegen, doch er lächelte nur und hob - zum Sprechen zu schwach - die Hände wie zum Dank. Er starb noch am selben Abend und wurde am folgenden Tag im Rahmen einer bescheidenen Feier im Philanthropos-Kloster begraben, das Irene 15 Jahre zuvor gegründet hatte.
Ihre Tochter Anna Komnena malt ein ergreifendes Bild von hervorragenden medizinischen Kapazitäten, die um das Krankenbett huschen, vom zunehmenden Schrecken der Leiden des kranken Kaisers, von der Selbstlosigkeit Kaiserin Irenes, die mehr Tränen vergießt, als der Nil Wasser führt, während sie ihn all die langen und qualvollen Tage und Nächte pflegt, von der treusorgenden Hilfe der Töchter Maria, Eudokia und natürlich ihr, Anna, selbst, von den Kerzen, die entzündet und den Kirchenliedern, die gesungen werden und nicht zuletzt davon, wie die verwitwete Kaiserin beim Eintritt des Todes ihre purpurfarbenen Pantoffeln von sich schleudert, den Schleier wegreißt, ein Messer ergreift und ihr wunderschönes Haar abschneidet. Indes macht Anna keine Anspielung auf den letzten, nicht gerade rühmlichen Streich ihres Vaters, mit dem er ihre Nachfolge und die ihres Mannes zugunsten von Johannes, dem rechtmäßigen Thronerben, vereitelte. Johannes erwähnt sie übrigens im ganzen Kapitel nur einmal und geruht nicht einmal da, ihn beim Namen zu nennen.

Runciman, Steven: Seite 70,512-513
***************
"Geschichte der Kreuzzüge"

Alexios' Familie, deren Verbindungen sich durch die gesamte byzantinische Aristokratie verzweigten, hatten ihn unzweifelhaft an die Macht geholfen; und er hatte seine Stellung durch eine Heirat mit einer Dame aus dem Hause DUKAS gefestigt. Aber die Ränke und Eifersüchteleien seiner Verwandten, insbesondere der Haß, den seine herrschsüchtige Mutter gegen seine Gattin und ihre Sippe nährte, schufen ihm nur noch zusätzliche Schwierigkeiten. Der Hof war voll von Angehörigen früherer kaiserlichen Familien oder der Familien von Usurpatoren und Gegen-Kaisern, die Alexios durch Heiratsbündnisse an sich zu fesseln suchte. Da waren die Kaiserin Maria, von grimmiger Eifersucht auf die neue Kaiserin Irene verzehrt, und Marias Sohn, Konstantin Dukas, den Alexios zu seinem jüngeren Mitregenten machte und bald seinem ältesten Kind Anna anverlobte; da waren die Söhne des Romanos Diogenes, deren einen er mit seiner Schwester Theodora verheiratete; da war der Sohn des Nikephoros Bryennios, der nach dem frühen Hinscheiden des Konstantin Dukas wahrhaftig die Anna Komnene heiratete; da war Nikephoros Melissenos, bereits mit Alexios' Schwester Eudokia verheiratet, der seine Ansprüche auf das Reich gegen den Titel Cäsar an seinen Schwager abtrat.
Anna Komnena war schon als Kind dem jungen Mit-Kaiser Konstantin Dukas anverlobt worden, dem Alexios die Thronfolge versprochen hatte. Sein früher Tod, kurz nach der Geburt ihres Bruders, bedeutete einen grausamen Schlag für ihren Ehegeiz; und sie suchte in der Folge unablässig, die Ungerechtigkeit der Vorsehung auszugleichen, indem sie mit Zustimmung ihrer Mutter ihren Vater zu überreden trachtete, den Thron ihrem Gatten, dem Cäsar Nikephoros Bryennios, zu vermachen. Selbst als der Kaiser auf dem Sterbebett lag und von Gemahlin und Tochter hingebungsvoll gepflegt wurde, unterbrachen die beiden Damen beständig ihre sorglichen Handreichungen mit der Forderung, er solle Johannes enterben.
Johannes weigerte sich sogar, dem Begräbnis seines Vaters beizuwohnen, da er guten Grund zur Annahme hatte, es sei beabsichtigt, ihn bei dieser Gelegenheit zu ermorden. Einige Tage später organisierte Anna eine Verschwörung, um ihn zu beseitigen. Aber die Verschwörung hatte eine sehr schwache Stelle. Ihr Zweck war, Nikephoros Bryennios auf den Thron zu setzen; und möglicherweise war er es selbst, der den Kaiser warnte. Johannes erteilte den Verschwörern nur leichte Strafen. Die Kaiserin-Mutter war wahrscheinlich in die Verschwörung gar nicht eingeweiht, zog sich aber trotzdem in ein Kloster zurück.

Heilig, Konrad Josef: Seite 119,141
*****************
"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich"

Ja sogar auf Kriegszügen begleiteten die hohen Frauen ihre Männer. Irene, die Gemahlin Alexios' I., zog, wenn gelegentlich auch nur auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers und widerwillig, auf kriegerischen Unternehmungen mit; und die Frau seines Sohnes Johannes, die ungarische Königs-Tochter Irene, gebar ihre zwei ersten Kinder auf einem Feldzug und starb wiederum auf einem Feldzug in Bithynien.
[3 Maximus war übrigens der theologische Lieblingsschriftsteller der Urgroßmutter Theodoras, der Kaiserin Irene Dukaina.]
 
 
 
 

1077/78
  oo Alexios I. Komnenos
     1048/57 15.8.1118
 
 
 
 

9 Kinder:

  Anna Komnena
  1.12.1083 um 1154

  Johannes
  13.9.1087 8.4.1143

  Maria
      

  Eudokia
      
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in: Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 119,141,257 -
Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 17,22-25 - Oldenburg Zoe: Die Kreuzzüge. Traum und Wirklichkeit eines Jahrhunderts. S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main Seite 68 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 70, 512-513 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 200 -