Wohl mit dem Prätorianer-Präfekten um 350 gleichen
Namens verwandt
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 83
********************
Eugenius, Flavius, Usurpator 392-394
----------------------
†
Lehrer der Rhetorik in Rom. Nach dem Tod Kaiser Valentinians II. (392) wurde er von dem fränkischen Heermeister Arbogast, einem Heiden, in Lyon zum Kaiser des Westens bestimmt, aber von Theodosius nicht anerkannt. Nach einem Vertrag mit Franken und Alamannen am Rhein marschierte Eugenius in Italien ein und nahm Residenz in Mailand. Obwohl selbst Christ, förderte er die heidnische Reaktion in Rom unter Führung des Praefectus Praetorio Italiae, Nicomachus Flavianus: Rückgabe der eingezogenen Tempelgüter, Wiederaufstellung des Victoriaaltares in der Kurie (Paulin. vit. Ambr. 26). Dies rief den Protest des Bischofs Ambrosius hervor, der Eugenius den Ausschluß vom Gottesdienst androhte (epist. 57,8). 394 wurde Eugenius von den aus dem Osten heranrückenden Truppen des Theodosius am Fluß Frigidus (in den Julischen Alpen) geschlagen, gefangengenommen und hingerichtet; Arbogast und Flavianus töteten sich selbst. Der durch einen plötzlich einsetzenden Nordoststurm, die Bora, beeinflußte Ausgang der Schlacht wurde von den Christen als Gottesgericht gegen die Heiden gedeutet, welche ihre Hoffnung auf mitgeführte Bilder von Jupiter und Herakles gesetzt hatten. Nach dem Ende der Eugenius-Herrschaft traten viele Anhänger der heidnisch-römischen Opposition zum Christentum über (Prud. contr. Symm. I 545ff.).
R. Klein
Römischer Gegen-Kaiser (seit 22. August 392)
Christ; Rhetoriklehrer, Freund des Quintus Aurelius Symmachus, wurde Eugenius nach dem Tod Valentinians II. vom Reichsfeldherrn Arbogast in Gallien zum Kaiser erhoben und blieb von diesem abhängig. Sein Bemühen um Anerkennung als Kaiser im Westen wurde von Theodosius I. wie der Kirche (Ambrosius) ignoriert. Sein Bündnis mit der heidnischen Aristokratie Roms rief ein letztes Aufleben heidnischer Reaktion hervor (Wiedererrichtung des Victoriaaltars im römischen Senat; Nicomedus Flavianus). In der Schlacht am Frigidus wurde Eugenius nach anfänglichem Sieg gefangen und getötet.
Literatur:
Hartke, W.: Römische Kinderkaiser, Berlin 1951,
Seite 232. Nachdruck Darmstadt 1972. - RAC Band 6. 1966. Seite 860.
Eugenius (Flavius E.)
Usurpator 392-394
Professor der Rhetorik in Rom und befreundet mit
Symmachus, dem bedeutendsten Vertreter des traditionsbewußten,
heidnischen Stadtaristokratie, wurde er nach Ermordung Valentinians
II. am 22. August 392 in Gallien durch den (fränkischen!)
Heermeister
Arbogast zum Kaiser ausgerufen. Theodosius
I. verweigerte "dem christlichen Exponenten heidnischer Reaktion"
die Mitregentschaft und schlug am Frigidus (Wippach) den Gegner in einer
von beiden Seiten als Gottesgericht angesehenen Schlacht. Eugenius
wurde
gefangen und von Soldaten ermordet (6. September 394).
RE II 417, KP II 413.
FLAVIUS EUGENIUS
-----------------------------
† 394
gefallen
Wohl verwandt mit dem Prätorianer-Präfekten um 350 gleichen Namens
Flavius Eugenius war
Lehrer der Grammatik und subalterner Zivilbeamter. Er wurde durch den einflußreichen,
allmächtigen weströmischen Heermeister Arbogast im Jahre
392 Kaiser und wurde auch von der heidnischen Reaktion getragen,
die ihre Hauptstütze im alten stadtrömischen Adel und den Senatskreisen
hatte. Arbogast, der als Magister militum 388 den Gegen-Kaiser
Maximus
schlug und jahrelang Kaiser
Valentinianus II.völlig
beherrschte, wählte bewußt einen Zivilisten, um die Armee auch
weiterhin beherrschen zu können. Flavius
Eugenius wurde 393 Konsul, was Ostrom nicht anerkannte.
Daraufhin erkannte er die von Ostrom ernannten Konsuln nicht an, was einer
Kriegserklärung gleichkam. Er fand Hilfe bei Franken, Alamannen und
in Mauretanien, wurde in der Schlacht am Frigidus (Wippach) besiegt und
ermordet.