Eudokia Komnena                          Prinzessin von Byzanz
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um 1135/40 nach 1170
 

Jüngste Tochter des PrinzenAndronikos Komnenos von Byzanz und der Irene Aineiadissa; Enkelin des KaisersJohannes II. Komnenos von Byzanz
 

Thiele, Andreas: Tafel 202
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

EUDOKIA KOMNENA
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  1) oo THOROS II. "Herr des Gebirges" (RUPINIDE)
                

  2) oo MICHAEL GABRAS, Sebastos
               



Sie war die Geliebte des späteren Kaisers Andronikos I. Komnenos

Heilig, Konrad Josef: Seite 243,254,255,264
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"Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich."

So heißt es an einer sowohl bei Niketas Choniates als auch bei Theodoros Skutariotes überlieferten Stelle im wesentlichen übereinstimmend: Kaiser Manuel hatte drei Brüder, Alexios, Andronikos und Isaak ... dem Andronikos wurden drei Töchter geboren Maria, Theodora und Eudokia und zwei Söhne Johannes und Alexios.
Übrigens ist auch die Schwester der Theodora Eudokia in der Totenklage nicht erwähnt, obwohl an ihrer Abstammung von dem Paare Andronikos und Irene nicht gezweifelt werden kann, da sie durch Skandale Anlaß gab, in Chroniken besonders vermerkt zu werden [6 Das Verhältnis Manuels zu einer Theodora ist nach der genannten Stelle gleichzeitig mit dem zwischen Andronikos, dem späteren Kaiser, und Eudokia - dieses fällt in die Witwenschaft der Eudokia frühestens 1151 und spätestens 1156, da Andronikos ins Ausland floh.].
In unwandelbarer Treue zum Kaiser, gerade und aufrecht, war Johannes der erbittertste Gegner von Manuels Vetter Andronikos, der ihn glühend haßte, da der Protosebastos nicht nur ihm vorgezogen wurde, sondern auch stets hinter die Schlingen kam, die der politische Abenteurer dem Kaiser legte; die Feindschaft der beiden Männer wurde auch genährt durch das ehebrecherische Verhältnis des Andronikos zu der jüngsten Schwester des Protosebastos Eudokia.
Weniger erfreulich ist der Lebenslauf der jüngsten Schwester Theodoras von Österreich Eudokia. Sie war zuerst mit einem gewissen Diomedes vermählt, der in einer militärischen Stellung früh starb [4 Der Name des ersten Gemahls geht eindeutig aus dem Gedicht des Prodromos von 409 Versen hervor. Der Vater des Diomedes hatte sich ausgezeichnet gegen die Dalmater, Daker, Keltiberer, die Perser und vor allem bei Ikonoin. Da Diomedes eine Frau Eudokia hat, ist die Beziehung auf die Eudokia gegeben.]. Der jungen Witwe näherte sich Andronikos mit Erfolg; es ist uns eine Szene berichtet über einen Versuch des Protosebastos und seines Schwagers Johannes Kantakuzenos, das Paar zu Pelagonia auf frischer Tat auszuheben und den Galan zu beseitigen [5 Niketas 3, 2 Sp. 441 B; 136/37. Der Vorfall muß um 1154 liegen; siehe Chalandon 2 Seite 419f.]. Später, wohl um 1164, sicher vor 1170, als Andronikos längst ins Ausland entflohen, in Ungarn, Galizien, bei den Türken gegen Manuel schürte und mit Theodora, der Witwe Balduins III. von Jerusalem und Nichte Manuels, unstet herumzog, fand auch Eudokia wieder einen Mann in Michael Gabras, einem Abkömmling eines trapezuntischen, bereits mit den KOMNENEN verwandten Geschlechtes.

Norwich John Julius: Band III Seite 167
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Insbesondere drei Fälle hatten Manuel in Wut versetzt. Einmal, dass Andronikos ein offenkundiges Verhältnis mit seiner Kusine - und Manuels Nichte - Eudokia Komnena unterhielt und diesbezügliche Kritik mit dem Hinweis abzutun wagte, dass Untertanen doch stets dem Beispiel ihres Oberhauptes folgen müßten und zwei Dinge nach dem gleichen Strickmuster in der Regel auch gleichermaßen annehmbar seien. Das war eindeutig eine Anspielung auf die Verbindung Manuelsund Theodoras, einer Schwester Eudokias, für die der Kaiser eine mehr als nur onkelhafte Zuneigung hegte.

Runciman, Steven: Seite 680
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Dieser Prinz Andronikos, nach Geistesgaben und äußerer Erscheinung der strahlendste seiner Familie, war bereits einmal in Ungnade gefallen, weil er eine Verwandte, des Kaisers Nichte Eudokia, verführt hatte, von der das Geschwätz wissen wollte, der Kaiser selbst sei ihr allzusehr zugetan.

Weller Tobias: Seite 70,71
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"Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert."

Aus dem Wortlaut des bereits erwähnten Briefes KONRADS III. an Bertha-Eirene vom Frühjahr 1150 geht hervor, daß das Projekt einer Vermählung HEINRICHS (VI.) mit einer Nichte des byzantinischen Kaisers keinesfalls erst 1150 ins Rollen gebracht wurde, sondern bereits früher, nämlich während KONRADS Aufenthalt in Konstantinopel auf dem zweiten Kreuzzug. 1150 waren die Verhandlungen schon so weit gediehen, daß KONRAD III. mit der Aufforderung an die Basilissa herantreten konnte, sie solle bei der Brautwahl de duabus alterum für HEINRICH (VI.) bestimmen. Allem Anschein nach hatte man sich also 1148/49 auf zwei mögliche Heiratskandidatinnen geeinigt, während es nun galt, sich für eine von beiden zu entscheiden. Im April 1150 teilte KONRAD III. dem byzantinischen Hof mit, sein Erstgeborener sei iam adultus und solle nun ohne großen Zeitverzug verheiratet werden. Offenbar sollte die Vermählung noch 1150 stattfinden, zumindest aber solltte die Braut jetzt nach Deutschland überführt werden. Womöglich befand sich die KOMNENEN-Prinzessin sogar schon auf dem Weg, als sie Nachricht vom Tod HEINRICHS (VI.) erhielt [341 Vgl. hierzu die Ausführungen von Hiestand, Verhandlungen 534-544, der den Versuch unternommen hat, die für HEINRICH (VI.) in Aussicht genommene  Braut zu identifizieren. Seiner Meinung nach handelt es sich hier um Eudokia, die Tochter des Sebastokrators Andrionikos ( 1142) und jüngere Schwester der seit 1148/49 mit Heinrich Jasomirgott von Österreich verheirateten Theodora Komnena. Theodora war nämlich kurz nach ihrer Ankunft in Österreich wieder nach Konstantinopel zurückgekehrt und hatte ihre Mutter, die Sebastokratissa Eirene, im dortigen Pabtokratorhospital besucht. Aus diesem Anlaß verfaßte der sogenannte Prodomos Manganeios ein Begrüßungsgedicht, das einen Titel von barocker Länge, aber auch reichhaltiger Information trägt: 'Wilkommensgruß auf die Sebastokratissa, als die Herrin Theodora, ihre Tochter, die mit dem Bruder des Königs von Deutschland vermählt ist, von der Reise mit der leiblichen Schwester, der Komnenin, ankehrte, als die Mutter der beiden sich im Kloster Pantokrator befand' (Übersetzung nach Heilig, Ostrom 244; vgl. den griechischen Originaltext in: Recueil des Historiens des Croisades, Historiens Grecs 2, Paris 1881, 772). Demnach kehrte Theodora also nicht allein, sondern gemeinsam mit ihrer Schwester zurück. Ausgehend von dieser Beobachtung gelangt Hiestand zu folgender Rekonstruktion des Geschenes: Der Aufforderung ihres Schwagers und Stiefvaters KONRAD III. folgend, habe die Basilissa Bertha-Eirene die Kaiser-Nichte Eudokia als Braut für HEINRICH (VI.) ausgewählt. Alexander von Gravina habe die letzten notwendigen Verhandlungsgespräche zum Abschluß gebracht, worauf Eudokia im Sommer 1150 die Reise nach Deutschland angetreten habe. Wohl am babenbergischen Hof in Österreich habe sie dann vom Tod ihres Bräutigams erfahren, der nach Hiestands Auffassung erst im Spätsommer 1150 erfolgte (Verhandlungen 519; danach Niederkorn, Thessalonike 230; Haverkamp, Zwöftes Jahrhundert 72, 75), und sei daraufhin wieder nach Byzanz zurückgekehrt, wobei sie von ihrer Schwester Theodroa begleitet worden sei.].
 
 
 
 

  1. oo Thoros II. Herr des Gebirges (RUPENIDE)
              

  2. oo Michael Gabras
              
 
 

Literatur:
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Heilig, Konrad Josef: Ostrom und das Deutsche Reich um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Die Erhebung Österreichs zum Herzogtum 1156 und das Bündnis zwischen Byzanz und dem Westreich, in Kaisertum und Herzogsgewalt im Zeitalter Friedrichs I. Studien zur politischen und Verfassungsgeschichte des hohen Mittelalters, Anton Hiersemann Stuttgart 1944 Seite 243,254,255, 264,265,267 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 167 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite 680 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 202 - Weller Tobias: Die Heiratspolitik des deutschen Hochadels im 12. Jahrhundert. Rheinisches Archiv. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2004 Seite 70,71 -