Mathilde von Northeim                  Gräfin von Zütphen
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um 1090- nach 1117
 

Älteste Tochter des Grafen Kuno von Beichlingen und der Kunigunde von Beichlingen, Tochter von Markgraf Otto I. von Meißen
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 713
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Zutphen
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I. GRAFEN

Otto und sein Sohn Heinrich wurden mit der Vogtei über Corvey betraut, die sie ihrer Verwandtschaft mit den Grafen von Northeim verdankten. Heinrich heiratete eine Tochter des Grafen Konrad (Kuno) von Beichlingen, eines älteren Bruders des Grafen Heinrich von Northeim, der die königlichen Lehen Ooster- und Westergo besaß.

Literatur:
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A. Wirtz, Die Gesch. des Hamalandes, AHVN 173, 1971 - P. Schiffer, Die Gf.en v. Geldern im HochMA (1085-1229), 1988.



Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 52
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XII. 228 b. N., TOCHTER
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* ca. 1076, + ...

Tochter des Grafen Kuno von Northeim und der Kunigunde von Weimar

Gemahl:
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vor 1105
HEINRICH, Graf von Zütphen
         + nach 1138



Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

MATHILDE
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    +

  oo HEINRICH I., Graf von Zütphen
                + 1122

(Zur Herkunft vgl. bei Pfalzgrafen I)



Annalista Saxo:
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"Reichschronik"

Das Jahr 1103.
 
Graf Kono [Otto's, des ehemaligen Herzogs von Baiern Sohn] hatte eine Frau Namens Kunigunde, die Tochter des Markgrafen Otto von Orlagemunde. Diese hatte zuerst den König von Ruzien geheirathet, nach dessen Tode sie in die Heimat zurückkehrte und diesen Kono heirathete. Ihre Tochter aber, welche sie vom Könige der Ruzen hatte, empfing einer von den Fürsten der Thüringer Namens Gunter und zeugte mit ihr den Grafen Sizo. Darnach gebar sie vom Grafen Kono vier Töchter, von denen eine Graf Heinrich von Suitfene bekam, die zweite Graf Willehelm von  Licelenburg und die dritte, welche Adela hieß, Graf Thiederich von Katelenburg; als er aber todt war, führte Graf Helprich von Ploceke sie heim und sie gebar ihm den Markgrafen Konrad und den Grafen Bernhard. Die vierte, welche Kunigunde hieß, wie die Mutter, heirathete den jüngern Wipert; als er gestorben war, nahm sie Markgraf Thieppold von Baiern. Der ältere Wipert heirathete die Mutter jener Mädchen als ihr dritter Mann. Markgraf Heinrich von Ilburg, der Sohn des Markgrafen Dedo von der Markgräfin Adhela, welche des Markgrafen Otto von Orlagemunde Witwe war, ist gestorben, zu seiner Zeit der mächtigste Mann in Sachsen. Er hatte aber von der Gräfin Gertrud von Bruneswik einen Sohn, den Markgrafen Heinrich den Jüngern, von dem gesagt wurde, daß er untergeschoben und in Wahrheit nicht sein Sohn sei. Die Fürsten Sachsens versammeln sich gegen den Markgrafen Udo und belagern Alesleve, das Vaterland aber wird von beiden Theilen durch gar großes Brennen verwüstet. Graf Rotbert von Flandern bat den Kaiser durch seine Boten um Frieden und erhielt Waffenstillstand, um mit dem Kaiser bei Lüttich zusammenzutreffen, damit der Streit dort entschieden würde. Am Feste der Apostel Petrus und Paulus also kam der Kaiser Heinrich mit einer sehr zahlreichen Versammlung von Fürsten aus dem ganzen Reiche nach Lüttich und daselbst gewann Rotbert die Gnade desselben. Des Kaisers Sohn Heinrich nahm die sehr feste Burg Glizberg ein.

Lange, Karl-Heinz: Seite 136-137
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"Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter."

Die älteste Tochter Kunos und Kunigundes, die uns der Annalista Saxo nicht mit Namen nennt, heiratete nach seiner Angabe den Grafen Heinrich von Zütphen in Nordwestfalen. Der Name von Heinrichs Gemahlin hat sich bisher nicht mit Sicherheit ermitteln lassen. Im Jahre 1117 übertrug Kunigunde von Beichlingen als Allodialerbin Kunos den vierten Teil der villa Northeim dem dortigen St. Blasiuskloster. Diese Übertragung erfolgte mit Zustimmung ihrer Töchter Adela, Kunigunde und Mathilde, die am Erbe ihres Vaters anteilberechtigt waren. Sind uns einerseits die Familienverhältnisse der beiden zuerst genannten Töchter, wie im Folgenden zu zeigen sein wird, vornehmlich durch die Angaben des Sächsischen Annalisten genauer bekannt geworden, so haben sich über Mathilde keine Nachrichten erhalten. Seit Schrader hält man sie allgemein für die Gemahlin Graf Wilhelms von Luxemburg, der nach dem Bericht des Annalista Saxo gleichfalls mit einer wiederum ungenannten Tochter Kunos von Beichlingen verheiratet war. Diese Ansicht ist aber eher irrig, da Wilhelms Gemahlin, wie im Folgenden zu zeigen sein wird, Liutgard hieß. Damit ist zugleich erwiesen, dass Mathilde nur die Gemahlin Heinrichs von Zütphen gewesen sein kann. Für die Bestimmung des Geburtsjahres gibt es keine ganz sicheren Anhaltspunkte. Man wird aber nicht fehlgehen in der Annahme, dass sie bald nach 1087 oder 1088, dem Zeitpunkt der Eheschließung ihrer Eltern, geboren ist. Ihre Ehe mit Heinrich von Zütphen, einem Sohn Ottos von Zütphen und Judiths, wird dann etwa um das Jahr 1100 oder wenig später anzusetzen sein; dazu stimmt auch, dass Heinrich zuerst zu Beginn des 12. Jahrhunderts in Urkunden genannt wird. Kinder sind aus der Ehe Heinrichs und Mathildes, soweit wir sehen, nicht vorhanden. Mit dem Tode Heinrichs nach 1118 starb das Geschlecht der Grafen von Zütphen im Mannesstamm aus. Das Todesjahr Mathildes, die lediglich im Jahre 1117 genannt wird, ist nicht überliefert.
 
 
 
 

  oo Heinrich I. Graf von Zütphen
  x   um 1080- um 1122
 
 
 
 

Literatur:
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Annalista Saxo: Reichschronik ad a.1103 - Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 52 - Lange, Karl-Heinz: Die Grafen von Northeim (950-1144). Politische Stellung, Genealogie und Herrschaftsbereich. Beiträge zur Geschichte des sächsischen Adels im Hochmittelalter Dissertation Kiel 1958 Seite 136-137 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 170 -