Heinrich I.                                       Graf von Zütphen
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um 1080- um 1122 (vor 1127)
 

Sohn des Grafen Otto II. der Reiche von Zütphen und der Judith von Supplinburg, Tochter von Graf Gebhard
 

Lexikon des Mittelalters: Band IX Spalte 713
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Zutphen
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I. GRAFEN

Seit Mitte des 11. Jh. war Zutphen in den Händen von Gottschalk, des Grafen in Twente und Hetter, und seinen Nachkommen.Zutphen muß als Immunität im nördlichen Teil der alten Grafschaft Hamaland betrachtet werden, die 1064 König HEINRICH IV. dem Bischof von Utrecht schenkte. Gottschalk, der in einer gefälschten Urkunde von 1059 'domini Sutphaniensis oppidi' genannt wird, gilt als Stammvater des Grafengeschlechts, das nur zwei Grafen zählte: Otto II. (1064-1113) und dessen Sohn Heinrich I. von Zutphen (+ vor 1127). Statt des älteren, frühverstorbenen Bruders Gebhard wurde Otto II. um 1064 Nachfolger seines Vaters Gottschalk in Zutphen. Seine Schwester Mathilde war möglicherweise mit Ludolf, Sohn des Pfalzgrafen Ezzo, verheiratet. In einer ebenfalls gefälschten Urkunden von 1103 wird Otto II. zum ersten Mal als Graf von Zutphen aufgeführt. Heinrich I. führte bereits 1105 diesen Titel. Otto und sein Sohn Heinrich wurden mit der Vogtei über Corvey betraut, die sie ihrer Verwandtschaft mit den Grafen von Northeim verdankten. Heinrich heiratete eine Tochter des Grafen Konrad (Kuno) von Beichlingen, eines älteren Bruders des Grafen Heinrich von Northeim, der die königlichen Lehen Ooster- und Westergo besaß. Nach dessen Tod tauschte Heinrich I. das Reichslehen Alzey 1107 gegen die beiden friesischen Grafschaften. Heinrich I. war 1114 am Aufstand gegen Kaiser HEINRICH V. beteiligt. Er wird 1118 zum letzten Mal erwähnt. Das Aussterben der männlichen Linie seines Geschlechts hatte den Heimfall Zutphens an den Bischof von Utrecht zur Folge.
Um den Eindruck einer ununterbrochenen Erbfolge aufrechtzuerhalten, wurde in zwei der von den Utrechter Bischöfen angefertigten Fälschungen Dietrich von Winzenburg, Bischof von Münster (1118-1127), als Bruder und Erbe des verstorbenen Grafen Heinrich I. angeführt.

Literatur:
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A. Wirtz, Die Gesch. des Hamalandes, AHVN 173, 1971 - P. Schiffer, Die Gf.en v. Geldern im HochMA (1085-1229), 1988.



Brandenburg Erich: Tafel 26 Seite 52
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"Die Nachkommen Karls des Großen."

XII. 228 b. N., TOCHTER
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* ca. 1076, + ...

Tochter des Grafen Kuno von Northeim und der Kunigunde von Weimar

Gemahl:
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vor 1105
HEINRICH, Graf von Zütphen
         + nach 1138



Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1"

MATHILDE
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    +

  oo HEINRICH I., Graf von Zütphen
                + 1122

(Zur Herkunft vgl. bei Pfalzgrafen I)



GELRE GELDERN GELDERLAND: Band I Seite 31
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"Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern."

V. 1. HEINRICH
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    + um 1119/22

Graf von Zutphen, Herr von Alzey

Heirat mit Mathilde von Beichlingen, Tochter des Grafen Konrad von Beichlingen und Enklin Ottos von Northeim.



Heinrich starb um 1122 als der Letzte seines Geschlechts. Das Erbe ging an seine Schwester Irmgard über.

Hildebrand Ruth: Seite 73
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"Herzog Lothar von Sachsen"

Tatsächlich tritt Heinrich von Zutphen damals unmittelbar nach dem gescheiterten Friesenzug spontan dem Bündnis der Kölner Fronde gegen HEINRICH V. bei, was verwundern würde, wenn er die strittigen Gaue fest in der Hand gehabt hätte. Zu denken gibt auch, daß der Feldzug auf der Hochzeit HEINRICHS V. mit der englischen Prinzessin Mathilde beschlossen wurde.
Um 1120 ist Heinrich von Zutphen als letzter seines Geschlechts gestorben. Seine Frau war eine Tochter Kunos von Beichlingen und damit eine Verwandte LOTHARS III. Heinrichs Schwester, die als Erbin allein übrig blieb, war mit dem Grafen Gerhard von Geldern verheiratet.

Boshof Egon: Seite 282,285
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"Die Salier"

Schon im Jahre 1107 hatte er von dem Grafen Heinrich von Zutphen, einem Nachkommen der EZZONEN, das Reichslehen Alzey im Tausch gegen die reichslehnbare Grafschaft Friesland erworben und damit den Ausbau der salischen Machtzone am Mittelrhein die Wege geleitet.
Da der größte Teil des Hochadels, darunter die beiden Rivalen um das  niederlothringische Herzogtum, Gottfried von Löwen und Heinrich von Limburg, ferner auch Heinrich von Zutphen, in das Lager der Rebellen überging und ein erster Angriff des Kaisers auf Köln fehlschlug, war der niedersächsische Raum dem SALIER weitgehend verloren
 
 
 
 

  oo Mathilde von Beichlingen, Tochter des Grafen Kuno
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Literatur:
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Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 282,285 -
Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen. Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 26 Seite 52 - Fenske, Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen Sachsen. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 346 - GELRE GELDERN GELDERLAND. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern. Verlag des Historischen Vereins für Geldern und Umgebung 2001 Band I Seite 31 - Hildebrand Ruth: Herzog Lothar von Sachsen. Verlag August Lax Hildesheim 1986 Seite 73 - Schiffer, Peter: Die Grafen von Geldern im Hochmittelalter (1085-1229). Ein Beitrag zur Geschichte des unteren Rheingebietes, Geldern 1988 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 170 -