Rudolf II. der Blinde                               Pfalzgraf bei Rhein (1329-1353)
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8.8.1306-4.10.1353
Wolfratshausen Neustadt

Begraben: Neustadt
 

3. Sohn des Pfalzgrafen Rudolf I. bei Rhein und der Mechthild von Nassau, Tochter von König ADOLF
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1080
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Rudolf II., Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern
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* 8. August 1306, + 4. Oktober 1353
Wolfratshausen     Neustadt

Begraben: Neustadt

Eltern: Pfalzgraf Rudolf I. und Mechthild von Nassau, Tochter König ADOLFS

Nach dem Tod der Mutter wandte Rudolf sich seinem Onkel König LUDWIG DEM BAYERN zu und erreichte bei ihm 1328 eine Landesteilung, die 1329 im Vertrag von Pavia bestätigt wurde. Die Regierung in der Pfalz führte er zunächst gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ruprecht I. Durch Teilung mit diesem und seinem Neffen Ruprecht II. fielen ihm 1338 unter anderem Neustadt und Winzingen zu; in einem Bündnis mit Kaiser LUDWIG stellte er dessen Söhnen die Erbfolge in seinem Landesteil in Aussicht. 1349 wählte Rudolf II. mit seinem Bruder GÜNTHER von Schwarzburg, verlobte jedoch kurz darauf seine Tochter Anna mit König KARL IV. und räumte diesem weitreichende Kompetenzen und Anwartschaften in der Oberpfalz ein. Erblindet zog er sich nach Neustadt zurück und gründete dort 1353 für sein Begräbnis ein Kollegiatstift.

Quellen und Literatur:
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ADB XXIX, 551-554 - Regesten der Pfalzgrafen bei Rhein, I, hg. A. Koch-J. Wille, 1894, 123-145 - M. Schaab, Geschichte der Kurpfalz, I, 1988, 91ff. - H.-D. Heimann, Hausordnung ..., 1993.
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Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 649
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Rudolf II., bayer. Herzog, Pfalzgraf bei Rhein
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* 8.8.1306, + 4.10.1353
Wolfratshausen Neustadt

Vater:
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Herzog Rudolf I.(1274-1319)

Mutter:
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Mechthild von Nassau (um 1280-1323)

  1. oo Anna von Kärnten

  2. oo Margarethe von Sizilien (+ 1377)

Anhänger der österreichischen Partei.
Gegen Einmischung des Papstes in Reichsangelegenheiten.
Begleitete LUDWIG DEN BAYERN nach Rom.
1329 im Hausvertrag von Pavia wurde festgelegt, dass die Rheinpfalz und der größere Teil der nordgauischen Lande (später Oberpfalz genannt) an Rudolf II. und seinen Bruder Ruprecht I. sowie dessen Neffen Ruprecht der Jüngere fiel.
LUDWIG DEM BAYERN und seinen Söhnen verblieb Ober-Bayern und der Rest der Ober-Pfalz.
Seine Tochter Anna heiratete Kaiser KARL IV.
 

Literatur:
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ADB 29; Riezler.
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Rall, Hans und Marga: Seite 173
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."

3. RUDOLF
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* 8.8.1306, + 4.10.1353
Wolfratshausen Neustadt an der Hardt

Grabstätte: St.-Aegidius-Kirche in Neustadt an der Hardt

  1. oo 1328
           ANNA
           * um 1300, + zwischen 16.5.1331 und 4.7.1335
                              Heidelberg ?

Grabstätte: Zisterzienserkloster Schönau bei Heidelberg

Eltern: Otto II., Herzog von Kärnten und Graf von Görz und Tirol, und Eufemia, Tochter des Herzogs Heinrich V. von Sclesien-Breslau

  2. oo 1348? in Heidelberg ?
         MARGARETE
           * 1331?, + 1377
                          Neustadt an der Hardt

Grabstätte: St-Aegidius-Kirche in Neustadt an der Hardt

Eltern: Friedrich II., König von Sizilien aus dem Hause ARAGON, und Eleonore, Tochter Karls II., König von Sizilien
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“

Rudolf II. der Blinde weilte 1328/29 mit in Italien, wurde restituiert und erhielt den ehemaligen Besitz Konradins von Schwaben in der Ober-Pfalz mit Sulzbach, Neumarkt, Amberg und 1330 Haßloch. Er versuchte 1337 in Avignon zu vermitteln und schloß 1338 mit Erzbischof Balduin von Trier ein wenig wirksames Landfriedensbündnis. Er war 1348 deutscher Thronkandidat, wählte 1349 GÜNTHER XXI. von Schwarzburg mit und machte kurz darauf seinen Frieden mit König KARL IV. Er scheiterte 1340 mit Erbansprüchen in Nieder-Bayern.
 
 
 
 

    1328
  1. oo Anna von Kärnten-Tirol, Tochter des Herzogs Otto II.
          um 1300-31.10.1331
                        Heidelberg

    1348
  2. oo Margarete von Sizilien, Tochter des Königs Friedrich II.
           1331-   1377
                   Neustadt
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Anna
  26.9.1329-2.2.1353
 

4.3.1349
  oo 2. KARL IV. König des Deutschen Reiches
          14.5.1316-29.11.1378
 
 
 

Literatur:
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Benker Gertrud: Ludwig der Bayer. Ein Wittelsbacher auf dem Kaiserthron. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 153,179,221, 246 - Hoensch, Jörg K.: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437. Verlag W. Kohlhammer 2000 Seite 79,100,114,129,134 - Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 173 - Seibt Ferdinand: Karl IV. Ein Kaiser in Europa 1346 bis 1378 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1994 Seite 161,162,312 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München - Veldtrup, Dieter: Zwischen Eherecht und Familienpolitik. Studien zu den dynastischen Heiratsprojekten Karls IV., Studien zu den Luxemburgern und ihrer Zeit. Verlag Fahlbusch/ Hölscher/Rieger Warendorf 1988 -