Hedwig von Windberg                   Gräfin von Winzenburg
----------------------------                  Gräfin von Windberg
1075/80- um 1125
 

Tochter des Markgrafen Poppo III. von Istrien aus dem Hause WEIMAR und der Richardis von Sponheim, Tochter von Graf Engelbert I.
 

Schwennicke Detlev: Tafel 144
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"Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1"

HEDWIG "VON WINDBERG"
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    + 1.XII.1162
      Kloster Windebrg

  I. oo HERMANN I., Graf von Windberg-Ratelberg-Winzenburg (FORMBACH)
                    + 1122 Vornbach

  II. oo um 1123
            ADALBERT I., Graf von Bogen
                      + 13.I.1146



GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE
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Wegener Dr. Wilhelm: Seite 240
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17. ADALBERT II.
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    + (1146) 12/1

Gemahlin:
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Hedwig (Tochter des Markgrafen Poppo II. von Krain; ihr verdankt das Geschlecht den großen Allodialbesitz in Krain), benannt nach ihrer Großmutter, Gattin Engelberts I. von Spanheim, deren Tochter Richgard nach ihrer 1. Ehe mit 3 in 2. Ehe mit Markgraf Poppo vermählt war, aus welcher Ehe neben Hedwig eine Tochter Sophie, mit Berthold IV. von Andechs verheiratet, stammte; daher heißt Berthold V. von Andechs 1162 cognatus von 24 OÖ UB 1, 324 ff n 123.



Moritz Joseph: Seite 87-99
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Graf Hermann I. von Windberg, Hedwig, seine Gemahlin, Konrad I., der Bruder des Grafen Hermann und Graf Ulrich II. und Luitgard von Windberg, ihre Schwester


4) Graf Hermann I. starb endlich im Jahre 1122. Das Jahr seines Todes zeigt uns nicht nur der
    formbachische Codex, sondern auch mehrere alte Chroniken an. Überall wird er mit sonderbarem
    Nachdruck  provinciae comes genannt. Seine Gemahlin, die ehrwürdige Gräfin Hadewig, wie sie
    betitelt wird, vollzog nach dem Tode ihres Gemahls die Delegation, die ihm wegen des Gutes
    Chadelheim gemacht worden, wovon eine formbachische Urkunde umständliche Nachricht gibt.
    Sie suchte auch, zu ersetzen, was ihre Verwandten bei eben diesem Gut indessen weggerafft hatten
    und machte zu gleicher Zeit noch andere beträchtliche Schenkungen nach Formbach. Dahin gab sie
    samt ihrem Sohn, dem Hermann II.
a) eine Mühle bei Kalheim,
b) einen Weinberg bei Ascha,
c) das halbe Gut Stevon samt 8 Dienstleutem,
d) das Gut bei Filurzingen und bei Heingrarn und im Orte Suecinbach,
e) auch gab sie dahin einen gewissen Strich Landes auf dem formbachischen Gestade jenseits des Flusses Inn dem Kloster gegenüber
f) wiederum übergab sie den Teil der Kirche den St. Martin in Formbach samt den Besitzungen, welche die Grafen Ulrich, Hermann und Konrad dort gehabt und lange vorher zur selben Kirche gegeben haben
g) auch einen gewissen Konrad samt 12 anderen Dienstleuten,
h) letztens und zwar in einer zweiten Schenkung, wo sie Gräfin von Windberg genannt wird, gab sie nach Formbach drei Dienstleute, welche jährlich fünf Denarien dem Kloster bezahlen mußten und eine halbe Hube bei Chalheim gab sie wieder zurück.
5) Noch einen Bruder des Grafen Ulrich II. und Hermann I., Konrad nämlich, gibt uns die formbachische Genealogie an die Hand, dessen Geschichte sie ziemlich umständlich erzählt. Sie sagte, daß Konrad, da er die Laster des Kaisers HEINRICH IV.,  welcher vom Papst Gregor VII. exkommuniziert war, verabscheute, von eben diesem Kaiser gefangen bis nach Rom geführt; da er aber dort erkrankte, wieder entlassen worden, worauf Konrad zurückkehre, nach Basula kam, dort starb und dort auch begraben wurde; aber sie läßt sich auch aus gleichzeitigen Schriftstellern bestärken. Erstlich ist aus dem Berthold von Konstanz gewiß, daß König HEINRICH IV. im Jahre 1083 zu Rom war, selbes auch im Jahre 1084 in seine Hände bekam und sich vom Gegen-Papst Wibert am Ostersonntag krönen ließ. Die Verhaftung vornehmer Personen war eben so gewiß bei Kaiser HEINRICH IV. nichts seltenes. Ferner gibt uns Berthold von Konstanz ziemlichen Aufschluß über den Ort Basula, da er sagt, daß sich in diesem Jahr 1083 eine große Menge von adeligen Personen in das Kloster St. Blasien im Schwarzwald geflüchtet habe. Vergleichen wir nun das Gesagte mit einem Fragment von St. Blasien, so werden wir sehen, daß alles ziemlich genau mit der formbachischen Nachricht zusammenhängen, denn da geschieht Meldung von einem Konrad von Wirtenberg (Windenberg, Windberg) und Bruder der Gräfin Luitgard von Wirtenberg (Windberg) und Bogen, der diesem Kloster viel Gutes tat und vor allem anderen selbes sich zu seinem Aufenthalt und Ruhestätte wählte. Daß man aber hier statt Wirtenberg mit Grunde Windberg lesen könne und daß also nur durch den Abschreiber ein Verstoß geschehen sein müsse, gibt allein das beigesetzte Schloß Bogen zu erkennen; weil nur das bayerische Windberg durch die Heirat seiner Schwester Luitgard an die Grafen von Bogen gekommen; zudem haben der Gelehrte Abt Gerbert von St. Blasien und andere neue Schriftsteller dieses genugsam erwiesen. Die Benennung vom Schlsse Windberg und die Ruhestätte im Kloster St. Blasien usw. entscheiden, daß hier kein anderer verstanden werden könne, als Konrad I., der Bruder Ulrichs II. und Hermanns I. Was er für eine Verbindung mit dem Kloster St. Blasien im Schwarzwald gehabt habe, kann nicht allein von der damaligen besonderen Religiösität des Klosters, sondern  auch von seinem Großvater und Ur-Großvater herrühren, weil Abt Eberhard von Tegernsee selbst in einem Brief den Thiemo I. seinen Blutsfreund nennt, welcher Abt in der tegernseeischen Chronik nicht umsonst ein Schwabe von der Zelle, Wald genannt, hergeschrieben wird; denn eben diese Zelle halte ich für den Ort Schwarzwald, wo das Kloster St. Blasien steht, oder wenigstens für Waldkirch im Schwarzwald; da die Klöster und Kirchen noch im 11. Jahrhundert meistens Zellen genannt wurden.

Moritz Joseph: Seite 125-128
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"Kurze Geschichte der Grafen von Formbach, Lambach und Pütten"

Hermann II. von Windberg
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1) Von diesem Hermann redet nur eine einzige Urkunde, nämlich vom Jahre 1122, welche zwar
    beweist, daß er seinen Vater, den Grafen Hermann I., überlebt, aber nicht, daß er jemals Graf
    geworden sei.Hedwig wird in der Urkunde die regierende Gräfin genannt, nicht aber ihr Sohn
    Hermann II., und sie hauptsächlich, nicht so fast ihr Sohn vollzog die Verhältnisse ihres
    Ehegemahls, Graf Hermann I. Hermann II. war also damals noch ganz jung und die Mutter
    mußte selbst statt seiner das Opfer entrichten. Die Worte Comitissa Hedwig cum Filio suo
    Hermanno bedeuten, daß Hermann II. die Volljährigkeit noch nicht erreicht hatte, sonst wäre er
    selbst Hauptperson bei der Schenkung gewesen; weil die geopferten Güter alle von seinem Vater
    herrührten.
2) Ich glaube aber, Hermann II. habe niemals das Grafenamt erlangt, weil er mir vor den Jahren der
    Volljährigkeit gestorben zu sein scheint. Den Grund dieser Vermutung nehme ich aus einer anderen
    Schenkung der Gräfin Hedwig her, wo sie drei Zinsdienstleute zum Kloster Formbach schenkt, und
    eine halbe Hufe bei Chadelheim, die ihre Verwalter weggerafft hatten, dem Koster zurückstellte.
    Sie gibt sich hier noch immer als regierende Gräfin zu erkennen, weil dies Gut eben das Chalheim
    ist, das sie schon im Jahre 1122, gleich nach dem Tode ihres Gemahls, des Grafen Hermann I., aus
    der Verlassenschaft des Grafen Konrad II. von Ratelnberg geopfert und mit einer Mühle
    vermehrt hatte, teils weil die Verwalter noch ihr zugeschrieben werden, teils endlich weil sie
    ausdrücklich Gräfin von Windberg genannt wird. Diese Handlung geschah erst nach der ersten
    Übergabe von Chalheim, nach 1122 und vielleicht erst längere Zeit danach, weil dort diese drei
    Dienstleute noch nicht genannt werden und weil sie die Habsucht ihrer Amtsleute entweder nicht
    sogleich vermerkte oder abstellen konnte. Da aber bei dieser Handlung Hermanns II. mit keiner
    Silbe gedacht wird, welcher um so mehr beigezogen werden mußte, weil er an Jahren zunahm, so
    vermute ich nichts anderes, als Hermann II. sei auch vor seiner Mutter gestorben und die Witwe
    sei nach seinem Tode, so lang sie lebte, im Besitz des Schlosses und der Grafschaft Windberg
    geblieben. Was die Zeugen betrifft, so behaupte ich, daß sie von der im nämlichen Num. stehenden
    Schenkung des Wolfgang von Potenhof auch zur Schenkung der Gräfin Hedwig herangezogen
    werden müssen; daß also Graf Ekbert II. und Graf Dietrich allein mit noch zwei adeligen Vasallen
    in dieser Handlung ihr beigestanden, denn
a) der Umstand, daß die Zeugen bei den Ohren gezogen werden, verrät eine feierliche Verzichtleistung, welche sich vielmehr zur Schenkung und Zurückstellung der Gräfin Hedwig, als zu der einfachen Schenkung des Wolfgang von Potenhofen schickte;
b) lebten von der ganzen Familie sonst keine erbfähige Häupter mehr als Graf Ekbert II. und Graf Dietrich; sie konnten also bei einer Sache, welche das Kloster Formbach anging und die Dienstleute ihrer verstorbenen Anverwandten betraf, nicht umgangen werden.
3) Was mit Windberg nach dem Tode des Hermann II. und seiner Mutter Hedwig geschehen, dies
    hängt bloß von den Grafschaften Ratelnberg und Windberg ab. Geben wir zu, daß dadurch das
    Schloß Windberg verstanden wird, das hernach von Herzog Otto von Meran an das Hochstift
    Passau verkauft wurde, so ist es gewiß, daß sie beide allzeit bei der Familie geblieben und mit
    Ekbert III. an seinen Erben, Graf Berthold III. von Andechs, nachherigen Herzog von Dalmatien,
    gekommen. Die beiden Grafen Ekbert II. und Dietrich, die der Gräfin Hedwig nach dem Tode
    ihres Gemahls, des Grafen Hermann I., und ihres Sohnes Hermanns II. feierliche Zeugenschaft
    leisten, bestärken mich in der Vermutung, sie werde sich mit ihnen mit billigen Bedingungen
    abgefunden haben. Graf Dietrich, der nur eine einzige Tochter, Hedwig, hatte, die um diese Zeit an
    Graf Engelbert vermählt worden war, wird dem Grafen Ekbert II. willig die ganze Erbschaft um
    eine gewisse Summe Geldes überlassen haben.
 
 
 
 

  1. oo Hermann I. Graf von Winzenburg
           um 1050-   1122

  2. oo um 1123
           Adalbert II. Graf von Bogen
                  -13.1.1146
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Beatrix Äbtissin von Quedlinburg
         -2.4.1160  Äbtissin von Neuenheerse 1123

  Hermann II.
  um 1100-29./30.1.1152

  Konrad
        -

  Mathilde (Jutta)
        -22.5.1155

 1128
  oo Lothar Udo IV. Markgraf der Nordmark
      1108/09-15.3.1130

  Sophie
         -25.3.1160

 1124
  oo Albrecht I. der Bär Markgraf von Brandenburg
       1100-18.11.1170

  Heinrich Graf von Assel
         -   1146

2. Ehe

  Adalbert III.
          -21.6.1141

  Berthold II.
         -21.3.1167

  Hartwig Graf von Natternberg
         -23.8. um 1156

  Heilwig Äbtissin von Geisenfeld
        -14.4.1170
 
 
 
 

Literatur:
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Moritz, Joseph: Die Grafen von Formbach, Lambach und Pütten, Abhandlung der baierischen Akademie der Wissenschaften München 1803 Seite 87-99,125-128 - Schwennicke Detlev: Europäische Stammtafeln Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main 1998 Tafel 144 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band I, Teilband 1, R. G. Fischer Verlag Frankfurt/Main 1993 Tafel 114 -